Reisen im Tschad: Gesundheit



Für Reisen im Tschad wird ein Impfschutz gegen folgende Krankheiten empfohlen: Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A und Hepatitis B, Typhus und Meningitis. Bei besonderer Exposition (wie Landaufenthalt, Jagd oder Jogging) kann ein Impfschutz gegen Tollwut sehr sinnvoll sein. Eine gültige Gelbfieber-Impfung ist zur Einreise vorgeschrieben. Eine Malaria-Prophylaxe wird dringend angeraten.

Die medizinische Versorgung im Tschad ist schlecht. Im Landesinneren, aber auch in den Provinzhauptstädten, ist die Medikamentenversorgung sehr eingeschränkt. Für ernste Erkrankungen ist eine Evakuierung nach Europa dringend anzuraten. Der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung einschließlich einer Rückholversicherung ist daher ebenso wie eine eigene Reiseapotheke absolut notwendig. Oft fehlen ausreichend ausgebildete sowie englisch- oder französischsprachige Ärzte.

HIV / Aids ist im Tschad ein Problem und stellt eine reale Gefahr dar für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein großes Risiko darstellen.

Durchfälle, Hepatitis A und Wurmkrankheiten sind häufig vorkommende Infektionen. Viele Infektionskrankheiten und zum Teil gefährliche Durchfälle können durch hygienisches Essen und Trinken (nur Abgekochtes, nichts lau Aufgewärmtes) sowie durchgehenden Mückenschutz (Repellentien, Mückennetz, bedeckende Kleidung, Verhalten) vermieden werden. Hierzu zählt auch Malaria.

Im Tschad besteht landesweit (auch in den Städten) und ganzjährig ein Malaria-Risiko. 85 % der Malaria werden durch Malaria tropica-Erreger verursacht, der Rest durch Malaria tertiana. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Malaria ist der Schutz vor Mückenstichen durch angepasste Kleidung, Verwendung von mückenabweisenden Hautmitteln, möglicherweise Moskitonetzen oder Ähnlichem. Für eine medikamentöse Prophylaxe sind unterschiedliche verschreibungspflichtige Medikamente wie Malarone®, Doxycyclin, oder Lariam® im Handel. Besprechen Sie Notwendigkeit, Auswahl, individuelle Dosierung, mögliche Nebenwirkungen und eventuelle Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor Antritt der Reise unbedingt mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner.

In zahlreichen Gebieten des Tschad herrscht erhöhtes Cholera-Risiko, (besonders in den Distrikten N'djamena, Massakory, Bol sowie Bongo). Besonders unterernährte und vorerkrankte Menschen mit unzureichender medizinischer Betreuung und einem bereits geschwächten körperlichen Abwehrsystem sind von der Cholera betroffen. Die Infektionsgefahr für Touristen kann daher als sehr gering eingestuft werden. Dennoch wird sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygiene empfohlen.

Vor allem im südlichen Landesteil kommen Bilharziose-Erreger in Süsswasser vor. Schwimmen sollte hier vermieden werden.

Bitte beachten Sie neben meinem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Remo Nemitz