Sehenswertes im Tschad



Die Hauptstadt N'Djamena bietet ausser dem Musée National Tchadien, das eine interessant Ausstellung mit Fundstücken der Sar-Kultur aus dem 9. Jahrhundert präsentiert, nicht viel.

10 km östlich von N'Djamena befindet sich das Töpferdorf Gaoui. Das Dorf ist bekannt für seine bunten Häuser und Hütten bekannt, ausserdem gibt es auch hier ein Museum über die Kultur der Sar.

Der Tschadsee war in der Vergangenheit einer der größten Seen der Welt. Gegenwärtig schrumpft seine Fläche jedoch mehr und mehr, in der großen Sahel-Dürre 1984 trocknete er kurzzeitig sogar ganz aus.
Der Ort Bol befindet sich (noch) direkt am Ufer des Sees. In der Region leben Unmengen verschiedener Vogelarten, mit Glück sieht man auch Flusspferde. Die beste Zeit, mit einem Boot und Führer auf den See hinauszufahren, liegt zwischen November und Februar.

Die größte Attraktion im Tschad ist wohl das höchste Gebirge in der Sahara: der Tibesti, eine zerklüftete Vulkanlandschaft. Auf dem Gipfel des Emi Koussi wird eine Höhe von 3.415 m erreicht. Die Sandsteinformationen, die Winde in Jahrtausenden geformt haben wirken oft sehr surreal. In die Sandsteinschichten haben Passatwinde Felstürme und -tore geformt. Doch dieses großartige Gebirge wird in naher Zukunft kein touristisches Ziel. Zwar gibt es im Tibesti mehr Niederschläge als im umgebenden Wüste, trotzdem können hier nur wenige Menschen überleben. Die größte Hürde sind aber die kartographisch nicht erfassten Minenfelder in der Tibesti-Region an der libyschen Grenze.

Das Ennedi-Massiv weiter östlich ist genauso faszinierend wie der Tibesti aber etwas zugänglicher. Genau wie im Tibesti kann man Felsmalerein, Wüstenseen und bizzarre Felsformationen entdecken.

800 km südöstlich von N'Djamena befindet sich der Zakouma-Nationalpark. Im Laufe des Bürgerkrieges wurde hier stark gewildert, aber nachdem 1989 die Regierung des Tschad zusammen mit der Europäischen Union hier wieder Wildtiere heimisch machte, ist der Park wieder einer der besten Plätze für Safaris in Zentralafrika. Zu den Tieren, die hier leben, gehören Elefanten, Gnus, Giraffen, Löwen, zahlreiche Antilopen-, Affen- und Vogelarten. In der Trockenzeit, vor allem im März und April, sammeln sich die meisten Tiere um die Wasserlöcher und sind gut zu beobachten. In der Regenzeit von Juni bis Oktober ist es nicht möglich, den Park zu besuchen.

Remo Nemitz