Geographie Afrika



Afrika - mehr als nur WüsteAfrika ist mit einer Fläche von 30,3 Mio. qkm (22 % der gesamten Landfläche der Erde) nach Asien und Amerika der drittgrößte Kontinent und damit ungefähr dreimal so groß wie Europa. Afrika umfasst etwa ein Fünftel der gesamten Landmasse. Die knapp 1 Milliarde Einwohner (Stand 2009) machen 14 bis 15 % der gegenwärtigen Weltbevölkerung aus. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung (zwischen Cape Blanc in Tunesien und Cape Agulhas in Südafrika) beträgt rund 8.000 km, die größte West-Ost-Ausdehnung (zwischen Kap Verde und Ras Hafun in Somalia) etwa 7.440 km.

Sehen Sie hier topographische Karten fast aller Länder Afrikas.

Ein einzigartiges und geographisch bedeutendes Kennzeichen Afrikas ist die fast symetrische Lage zum Äquator, zwischen 37 Grad 51´ nördliche Breite (Kap Blanc) in Tunesien und 34 Grad 51´ südliche Breite (Kap Agulhas) in Südafrika, mit einer Nord-Süd-Erstreckung von etwa 8.000 km und einer maximalen Ost-West-Erstreckung von etwa 7.000 km. Afrika wird als einziger Kontinent von beiden Wendekreisen durchschnitten. Sehen Sie hierzu auch das Satellitenbild von Afrika.

Afrika ist im Norden vom Mittelmeer, im Westen vom Atlantik, im Osten vom Indischen Ozean und im Nordosten vom Roten Meer umgeben. Die nur gering gegliederte Küste (nur wenige Buchten und Halbinseln) ist nur 30.500 km lang. Das Kontinentinnere ist teilweise 1.800 Kilometer vom Meer entfernt.

Die Wüste Sahara teilt den Kontinent in das arabisch dominierte Nordafrika und das subsaharische Afrika (Schwarzafrika). Die einzige Landverbindung zu anderen Festlandmassen, bzw. zu Asien, bildet der Sinai, der zwischen Afrika und der Arabischen Halbinsel liegt. Hier gilt der von Menschenhand geschaffene Suezkanal, der an der schmalsten Stelle zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer angelegt wurde, als Grenze zwischen Afrika und Asien. Diese Grenzziehung ist jedoch recht willkürlich, denn nach ihrem geologischen aufbau und ihrer erdgeschichtlichen Entwicklung gehört die Arabische Halbinsel, die grösste Halbinsel der Erde, eigentlich zu Afrika - von diesem lediglich getrennt durch den Grabenbruch des Roten Meeres.

Europa liegt Afrika an der Straße von Gibraltar (hier ist Afrika nur 14 km von Europa entfernt) und der Straße von Sizilien am nächsten.

Inseln und Halbinseln machen nur 5 % der Fläche Afrikas aus. U.a. liegen folgende Inseln und Inselgruppen auf der afrikanischen Kontinentalplatte: die Kanarischen Inseln, nördlich davon Madeira, südlich davon die Kapverdischen Inseln im Atlantik. Die Strasse vom Mosambik trennt die Insel Madagaskar vom Kontinent. In ihrem Umkreis liegen die Inselgruppen der Komoren, der Seychellen, der Amiranten sowie der Maskarenen.

Typisch für die Oberfläche Afrikas sind ausgedehnte Ebenen und Bergplateaus, die durch Schwellen getrennt werden. Diese Schwellen erreichen im Norden und Westen eine Höhe von 22 - 500 m, im Süden und Osten 1.500 - 2.000 m. Südlich einer Linie von Port Sudan (Sudan) am Roten Meer nach Benguela (Angola) am Atlantik liegt Hochafrika, nördlich davon Niederafrika.

Fast der gesamte Kontinent wird von Randschwellen umgeben, die besonders im Süden steil zum Meer hin abfallen. Deshalb weisen die Unterläufe der Flüsse Wasserfälle und Stromschnellen auf, so zum Beispiel der Niger, Sambesi und Oranje. Der Kongo überwindet die Niederguineaschwelle in den 30 Stromschnellen der Livingstonefälle. Die Stromschnellen erschwerden zwar den Zugang zum Kontinentinneren, sie bilden jedoch ein gewaltiges Wasserkraftpotential.

Afrika ist - geologisch betrachtet - ein sehr alter Kontinent. Die Gesteine seiner Oberfläche stammen zu mehr als der Hälfte aus der Erdurzeit und dem Erdaltertum. in seiner Oberflächengestalt zeigt der Kontinent Afrika mehrere Besonderheiten: er besitzt keine langgestreckten Gebirgsketten, die als Klima- oder Kulturscheide wirken könnten. Es fehlen ausgedehnte Tiefländer, Hochländer bestimmen überwiegend die Landschaftsformen, Becken und Schwellen wechseln einander ab, im Osten findet man ein ausgedehntes Grabenbruchsystem.

Die Beckenlandschaften des Kontinents sind am Rand schüsselförmig aufgebogen. Man kann im wesentlichen von Norden nach Süden das westsaharabecken, das Tschadbecken in der Umgebung des Tschadsees, das Kongobecken und das Kalaharibecken unterscheiden. In der Kattarasenke in der Libyschen Wüste senkt sich das Land bis auf 133 m unter dem Meeresspiegel ab.

Das Festland Afrikas kann in drei geografische Regionen eingeteilt werden: ein Gebiet ist das Atlasgebirge mit einer Ausdehnung von 2.000 km. Den größten Teil des Festlandes nimmt das afrikanische Tafelland ein. Hierzu gehören Sahara, der Sudan, das Hochland von Oberguinea und Adamaoua, das Kongobecken, die Kalahari, das Kapland und Madagaskar. Am formenreichsten und am höchsten gelegen ist Ostafrika mit dem Äthopischen Hochland, dem Ostafrikanischen Gebirgsplateau und vor allem mit den tiefen Grabenbrüchen.

Der Grabenbruch setzt im Bereich des sambesi an, verläuft über den Malawisee nach Norden, teilt sich dann in einen stärker ausgebildeten westlichen und einen schwächer eingeprägten östlichen Zweig, vereinigt sich wieder im Gebiet des Turkanasees, verläuft dann über das Hochland von Äthiopien zum Roten Meer und von dort ins Mittelmeer. Mit der Grabenbildung gingen vulkanische Erscheinungen einher. So verdankt der höchste Berg Afrikas, der Kilimajaro (5.895 m), seine Entstehung dem Ausbruch mehrerer Vulkane, er allein bildet ein ganzes Vulkangebirge.

In Afrika gibt es vier bestimmende Klimazonen: die Äquatorialzone mit heißem und feuchtem Klima, die Zone der äquatorialen Monsune mit einem heißen feuchten Sommer und warmen trockenen Winter, die sehr trockene Zone der tropischen Passatwinde und die subtropische Zone.
Die Gebiete am Roten Meer, die südliche Regionen der Sahara und der Norden des Sudan gehören zu den heißesten Regionen weltweit. Das mittlere tägliche Temperaturmaximun erreicht hier im Juli 40 bis 50 ° C.

Das Gewässernetz ist am dichtesten in der äquatorialen Zone ausgeprägt. In Richtung Süden und Norden nimmt die Häufigkeit und Größe der Flüsse ab. Die Ströme werden zum größten Teil von Niederschlägen gespeist. Etwa die Hälfte der Flüsse gehört zum Stromgebiet des Atlantischen Ozeans, etwa ein Drittel bilden abflußlose Gebiete (z.B. Tschadsee).

Die Seen sind meist tektonischen Ursprungs (z.B. im ostafrikanischen Grabenbruch). In trockenen Gebieten gibt es zahlreiche zeitweilige Salzseen. Die im Gebiet der wechselfeuchten Tropen liegenden Seen Afrikas verändern ihre Grösse ja nach dem Wasseranfall sehr stark (Tschadsee) oder sie vertrocknen zeitweilig ganz, wie zum Beispiel die Seen des Kalaharibeckens.

Remo Nemitz