Nxai-Pan-Nationalpark



Nxai-Pan-Nationalpark

Ein weiterer interessanter Nationalpark und zugleich fossiles Seebecken in Botsuana, genauer im North West District, ist der knapp 2.580 km² große Nxai Pan Nationalpark. Er ist mit dem Nationalpark und Naturreservat Makgahadikgadi Pan verbunden. Das Wort „Nxai“ bezeichnet eine Metallstange, die hakenförmig ist und zu Ausgrabungen von Springhasen aus den unterirdischen Gängen behilflich ist, in denen diese leben.

Die Lage des Parks ist 136 Kilometer von Maun in Richtung Nata kommend, auf der Straße zwischen Maun und Francistown. Ursprünglich war das Gebiet ein Binnensee, der heute ausgetrocknete Makgadikgadi-Ursee. Die Wanderroute der Tiere zwischen dem Hwange-Nationalpark, der in Simbabwe liegt sowie dem Okavangodelta, beschreiben die Lage des Parks ebenfalls.

Die Geschichte des Nxai-Pan-Nationalparks zeigt, dass es einst Siedlungsgebiet der San war. Das Volk der Sans sind Bewohner im südlichen Afrika und es heißt, dass sie auch die ersten Bewohner dort waren. Die früheren Farmer haben Ihre Tiere durch das Ngamiland nach Kazungula geführt. Diese Route wurde „Old Trek“ genannt und führte von 1950 bis ins Jahr 1963 durch den Nxai-Pan-Nationalpark. Als Wildreservat wurde das Gebiet im Jahr 1970 ausgewiesen. Zum Nationalpark wurde es im Jahr 1992, nachdem das Gebiet zusätzlich um den Kudiakam Pan erweitert wurde.

Den Eingang zum Park findet man an der Nxai-Salzpfanne. Diese erreicht man nach einer Fahrt von etwa 136 Kilometern von Maun, ebenso wie etwa 65 Kilometer vor Gweta auf der geteerten Straße von Maun nach Mata in Richtung Norden. Weitere knapp 40 Kilometer sandige Piste und der Eingang ist erreicht.

In den stillen Weiten finden hier große Tierherden einen idealen Lebensraum. Jedoch sind die Tiere aufgrund der wechselnden Wasserverhältnisse zum Wandern gezwungen. In den Monaten von Dezember bis März bevorzugen die Tiere das Gebiet des Nxai-Pan-Nationalparks. In den weiteren Monaten weichen die Tiere auf benachbarte Grassavannenflächen aus. Tiere die hier beheimatet sind, sind vor allem Giraffen, Springböcke, Gnus, Zebras, Impalas, Oryxantilopen. Büffel und Elefanten trifft man hier nur in besonders feuchten Jahren an. Auch Löwen, Geparden, Hyänen, Füchse oder etwa Schakale leben in der Tiergemeinschaft mit. Auch die Vogelwelt des Parks ist beachtlich.

Zur Vegetation kann über den Nxai-Pan-Nationalpark genauso wie für den Makgahadikgadi-Pan-Nationalpark gesagt werden, dass Graslandschaften der regional typischen Trockensavanne die Gegend außerhalb der Salzpfannen prägen. Auch hier wachsen Affenbrotbäume (Baobabs) und Schirmakazien, eine Unterfamilie der Mimosengewächse.

Die Straßen hier im Park sind nur für Fahrten mit Geländefahrzeugen geeignet. Wenn es stark geregnet hat, sind die Wege wenig bis gar nicht befahrbar. Es empfiehlt sich, ein Fahrzeug zu benutzen, dass sich in einem guten Zustand befindet sowie an ausreichend Reservebenzin, das in einem stabilen Blechkanister untergebracht werden sollte, zu denken. Eine Tankstelle ist gut 65 Kilometer entfernt. Empfehlenswert ist es auch, einen Vorrat an diversen Ersatzteilen dabei zu haben, wie beispielsweise einen Keilriemen, Wagenheber, einen gut sortierten Werkzeugkasten sowie einen Spaten.

Restaurants oder andere Möglichkeiten, sich zu versorgen gibt es im Nationalpark nicht, deshalb muss man auch ausreichend Verpflegung mitnehmen. Es empfehlen sich natürlich gut haltbare Lebensmittel in Dosen. Ein Erlebnis dürfte es sein, sich Buschbrot selbst zuzubereiten. Das Rezept besteht aus Trockenhefe, Wasser, Zucker, Salz und Mehl, das Brot wird dann über offenem Feuer gebacken.

Eine gute Campingausrüstung mit Zelt, Schlafsack und Essgeschirr sowie genügend Streichhölzer, ein starkes Buschmesser und mindestens zwei robuste Taschenlampen, dürfen im Reisegepäck keinesfalls fehlen. Im Nxai Pan Nationalpark gibt es keine befestigten Unterkünfte. Zwei Campingplätze, die nicht eingezäunt sind, gibt es im Park. Beim Einrichten von Feuerstellen muss darauf geachtet werden, dass keine umliegende Vegetation Feuer fangen kann. Wer sich früh genug anmeldet, kann auch bei den Parkwächtern in den Baines-Baobabs übernachten.

In der Umgebung der Nxai Pan findet man die Kudiakam Pan. Hier wachsen Affenbrotbäume (Baobabs), die vom Maler Thomas Baines bereits im Jahr 1860 gemalt wurden und noch heute fast genauso aussehen. Sie werden die „Three Sisters“ genannt.
Remo Nemitz