Galagos, Buschbabys



Galagos, auch Buschbabys genannt, sind eine Familie aus der Ordnung der Primaten. Sie sind eng mit den Loris verwandt und wurden früher als deren Unterfamilie angesehen. Es gibt fünf Gattungen mit rund 25 Arten.

Verbreitung

Galagos leben in Afrika südlich der Sahara, aber nicht auf Madagaskar. In manchen Gebieten sind sie sehr häufig anzutreffen.

Beschreibung

Die spitz zulaufenden Ohren und Schnauze ähneln denen einer Katze, allerdings sind die Extremitäten weniger dem schnellen Lauf als mehr dem Klettern und Greifen angepasst. Das Fell fasst sich weich und dicht an, je nach Art nuanciert die Farbe von silber-grau bis orange-braun. Charakteristisch sind die für nachtaktive Tiere typischen großen Augen. Der oft sehr buschige Schwanz ist gewöhnlich weit über die Hälfte länger als der restliche Körper.

Ausgewachsen erreichen sie eine Kopfrumpflänge von 11 cm bei den Zwerggalagos bis zu fast 50 cm bei den Riesengalagos bei einem Gewicht von etwa 50 g bis 2000 g, wobei das Männchen im Schnitt um etwa zehn Prozent schwerer als das Weibchen ist.

Lebensweise

Galagos bewegen sich schnell durch die Bäume und können auch bis zu 12 m weit springen. Dies unterscheidet sie von den Loris, die behäbiger sind und auch kaum springen. Der Schwerpunkt der Aktivität der Galagos liegt in der Nacht, allerdings nicht ausschließlich. Den größten Teil des Tages verbringen sie in dichter Vegetation oder Baumhöhlen verborgen.

Das Gruppenverhalten der Tiere ist unterschiedlich, manchmal bilden die Tiere bloße Schlafgemeinschaften, um danach einzeln auf Nahrungssuche zu gehen, manchmal findet man auch Gruppen von sieben bis neun Tieren zusammenlebend, oft in Familiengruppen. Galagos sind territorial und verteidigen ihr Revier bzw. das ihrer Gruppe gegen Eindringlinge, manchmal nur gegen solche gleichen Geschlechts. Viele Arten waschen ihre Hände und Füße im eigenen Urin, wenn sie dann ihr Revier durchqueren, markieren sie jede Stelle, die sie berühren, mit ihrem Geruch.

Ihren zweiten Namen, Buschbabys, verdanken sie ihren Schreien, mit denen sie ihr Territorium vor anderen Artgenossen verteidigen. Mit anderen Schreien warnen die flinken, scheuen Tiere vor Jägern.

Nahrung

Bei den Galagos unterscheiden sich die Arten in ihrer Ernährung beträchtlich. So gibt es hauptsächlich insektenfressende Arten bis hin zu solchen, die vorwiegend pflanzliche Nahrung wie Blätter, Früchte oder auch Baumsäfte zu sich nehmen.

Fortpflanzung

Rund zweimal im Jahr bringt das Weibchen nach viermonatiger Tragzeit zwei, selten ein oder drei Junge zur Welt. Manchmal zieht sich das Muttertier zur Geburt zurück, damit das Männchen die Neugeborenen nicht tötet. Mit vier Wochen beginnen die Kleinen mit der Nahrungsaufnahme, mit sechs bis elf Wochen werden sie nicht mehr gesäugt und gegen Ende des ersten Lebensjahres sind sie geschlechtsreif. Tiere in Gefangenschaft wurden bis zu 16 Jahre alt, in der freien Natur ist die Lebenserwartung wohl geringer und dürfte selten acht Jahre übersteigen.

Gefährdung

Im Gegensatz zu anderen Primaten dürften die Galagos noch relativ häufig vorkommen.

Gattungen

  • Die Kielnagelgalagos (Euoticus) sind nach ihren speziell geformten Nägeln benannt.
  • Die Gewöhnlichen Galagos (Galago) sind im Gegensatz zu den anderen Gattungen nicht auf Wälder beschränkt, sondern bewohnen auch Buschland und Savannen.
  • Die Eichhörnchengalagos (Sciurocheirus) sind durch ihre froschartige Fortbewegungsweise gekennzeichnet.
  • Die Zwerggalagos (Galagoides) sind die kleinsten Vertreter ihrer Gattung.
  • Die Riesengalagos (Otolemur) sind durch den buschigen Schwanz gekennzeichnet, sie sind die größten Galagos.

Systematik

 

Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenaffen (Strepsirrhini)
Familie: Galagos

Wissenschaftlicher Name: Galagonidae

 

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Remo Nemitz