Löffelhund



Der Löffelhund, im Englischen Bat-eared Fox, ist ein Wildhund, der in den afrikanischen Savannen lebt. Der Name bezieht sich auf die großen Ohren.

Merkmale

Der Löffelhund ähnelt Schakalen, ist aber nicht mit ihnen verwandt. Der Körperbau des Löffelhundes ist recht kurz und stämmig. Die Farbe des dichten und weichen Fells ist gelbbraun. Seine Beine, Teile des Gesichts und die Ohren sind schwarz gefärbt. Ohrenränder, Pfoten und Schwanzspitze haben eine dunkelbraune Farbe. Die Kopfrumpflänge beträgt etwa 55 cm, der Schwanz misst zusätzlich 34 cm. Die Schulterhöhe des Löffelhundes beläuft sich auf 40 cm. Die Ohren sind vom Ansatz bis zur Spitze 13 cm lang. Die großen, gut durchbluteten Ohren dienen nicht nur zum Hören, sondern wie bei vielen Tieren in heißen Regionen auch zur Abgabe überschüssiger Wärme. 

Ein besonderes Merkmal des Löffelhundes ist die Bezahnung. Sein Gebiss umfasst 46-50 Zähne. Diese Zähne sind, verglichen mit anderen Hundegebissen, stark verkleinert und einer insectivoren Lebensweise angepasst.

Lebensraum

Löffelhunde sind Bewohner von offenem Gelände in afrikanischen Trockensavannen. Sie bevorzugen Regionen mit niedrigem Buschwerk und Grasland im östlichen und südlichen Afrika.

Lebensweise

Der Löffelhund ist zum größten Teil ein Insektenfresser. Seine Nahrung besteht zu 80% aus Insekten, ausserdem erbeutet er Nagetiere, Vögel und frisst Eier und Früchte. Die gefangenen Insekten sind vor allem Termiten und Mistkäfer. Löffelhunde jagen gezielt an Termitenhügeln und folgen großen Pflanzenfresserherden, um Insekten zu finden. Herden von Antilopen, Gnus oder Gazellen hinterlassen große Mengen Kot, was Insekten anzieht, die vom Löffelhund gefressen werden. Außerdem folgen Löffelhunde den Wanderungen von Heuschreckenschwärmen. Die Insekten und deren Larven werden mit Hilfe ihres hervorragenden Geruchssinns und Gehörs geortet. Aufgrund ihrer Insektenjagd gelten Löffelhunde in vielen Regionen von Afrika als nützlich. Im südlichen Afrika werden Löffelhunde allerdings manchmal von Farmern gejagt.

Löffelhunde sind sowohl tag- als auch nachtaktiv, die heiße Tageszeit wird in ihrem Bau verbracht, den sie selbst gegraben haben oder von anderen Tieren (wie dem Erdferkel) übernommen haben. Sie leben in kleinen Gruppen von zwei bis sechs Tieren, die aus einem Paar und ihren Nachkommen bestehen. Sie leben zusammen in einem Bau und jagen gemeinsam. Einmal im Jahr werden Welpen aufgezogen. In einem Wurf befinden sich zwei bis fünf Junge. Beide Partner und gegebenenfalls ältere Nachkommen beteiligen sich an der Aufzucht. Löffelhunde sind monogam und gehen eine lebenslange Bindung ein.

Der größte Feind des Löffelhundes ist neben Leopard und Schabrackenhyäne der Mensch, der ihn wegen seines Felles jagt.

Taxonomie

Da man aufgrund ihres abweichenden Gebisses keine Verwandtschaft zu gegenwärtig existierenden Hundegattung feststellen konnte, wurden Löffelhunde in der Vergangenheit in eine eigene Unterfamilie der Hunde eingordnet (Otocyoninae). Nach aktuellen Erkenntnissen ist der Löffelhund allerdings näher mit den Füchsen der Gattung Vulpes (z.B. Rotfuchs) verwandt als vermutet. Es handelt sich beim Löffelhund um eine alte Spezies, die bereits im Pleistozän ein ausgedehntes Verbreitungsgebiet hatte, das damals auch Vorder- und Südasien umfasste. Material zum Teil aus Wikipedia

Systematik

Ordnung:

Raubtiere (Carnivora)

Überfamilie:

Hundeartige (Canoidea)

Familie:

Hunde (Canidae)

Tribus:

Echte Füchse (Vulpini)

Gattung:

Otocyon

Art:

Löffelhund

Wissenschaftlicher Name: Otocyon megalotis
 
Dieser Artikel basiert in Teilen auf dem Artikel Löffelhund aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Remo Nemitz