Dikdiks



Die Dikdiks sind afrikanische Zwergantilopen, die nur wenig größer als Hasen sind. Man unterscheidet vier Arten:
  • Untergattung Windspielantilopen (Madoqua)
    • Eritrea-Dikdik (Madoqua saltiana), Eritrea sowie angrenzende Regionen Äthiopiens und Sudans
    • Silberdikdik (Madoqua piacentinii), südöstliches Somalia
  • Untergattung Tapirböckchen (Rhynchotragus)
    • Günther-Dikdik (Madoqua guentheri), nördliches Kenia und Uganda, südliches Äthiopien und Somalia
    • Kirk-Dikdik (Madoqua kirkii), südliches Kenia, Tansania; südwestliches Angola, Namibia

Die Bezeichnung "Windspielantilopen" wird manchmal auch auf alle Dikdiks angewendet; außerdem findet sich immer häufiger auch in deutschen Texten die englische Schreibweise "Dik-dik".

Merkmale

Je nach Art schwankt die Kopfrumpflänge zwischen 50 und 70 cm, die Schulterhöhe zwischen 30 und 40 cm, das Gewicht zwischen 3 und 7 kg. Die Oberseite ist grau oder hellbraun gefärbt, die Unterseite grau oder weiß. Nur die Männchen tragen spießartige, nach hinten gerichtete Hörner, die aber so kurz sind, dass sie oft von einem Stirnschopf langer Haare völlig überdeckt werden. Dieses Haarbüschel kann bei Erregung aufgerichtet werden. Alle Dikdiks haben eine gegenüber anderen Böckchen deutlich verlängerte Schnauze; bei den Tapirböckchen ist diese Entwicklung besonders deutlich, diese können die Schnauze wie ein Tapir in alle Richtungen bewegen.

Verbreitung

Dikdiks bewohnen trockene Steppen und Halbwüsten. Ihr Habitat muss Sträucher bieten, in denen die Antilopen Deckung suchen können. Während alle vier Arten in einem Streifen von Eritrea und Somalia bis Tansania verbreitet ist, kommt das Kirk-Dikdik auch in Namibia vor. Die beiden Verbreitungsgebiete sind weit voneinander getrennt.

Lebensweise

Als nacht- und dämmerungsaktive Tiere leben Dikdiks von Laub und Gräsern, nehmen aber auch Früchte, Schoten und Blüten zu sich. Durch ihre geringe Größe und die Färbung sind sie in ihrem Lebensraum kaum zu erkennen. Sie sind scheu und laufen bei der kleinsten Störung in einem Zickzackkurs davon, wobei sie einen lauten Alarmruf von sich geben.

Das Kirk-Dikdik ist recht gut erforscht. Diese Antilope lebt in Paaren, die ein Leben lang zusammenbleiben. Den Männchen obliegt die Verteidigung des Territoriums, das fünf bis zwanzig Hektar groß sein kann. Jungtiere werden etwa acht Monate nach der Geburt aus dem Revier verjagt. Dikdiks werden von nahezu allen afrikanischen Raubtieren gejagt: Leoparden, Geparde, Schakale, Adler und Paviane gehören zu ihren Fressfeinden. Durch seine Wachsamkeit und die hohe Fluchtgeschwindigkeit (über 40 km/h) kann ein Dikdik seinen Verfolgern aber oft entkommen.

Dass die anderen Dikdiks vergleichbare Lebensweisen haben, wird vermutet.

Bedrohung und Schutz

Die heimische Bevölkerung hat Dikdiks oft gejagt, da ihr Fleisch und ihre Haut begehrt sind. Die Haut wird zu Leder verarbeitet, das mit der verwirrenden Bezeichnung "Gazellenleder" in den Handel kommt. Bei Großwildjägern sollen Dikdiks dagegen unbeliebt sein, da sie die anderen Tiere durch ihr stürmisches Davonlaufen warnen und ebenfalls zur Flucht bewegen.

Die IUCN führt nur das Silberdikdik als gefährdet. Es lebt ausschließlich in Somalia, wo es wegen der zerrütteten politischen Lage für den Artenschutz nicht erreichbar ist. Sein aktueller Status ist weitgehend unbekannt.

Namen

Die Bezeichnung "Dikdik" ist lautmalerisch und soll den lauten pfeifenden Alarmruf wiedergeben, den diese Antilopen auf der Flucht von sich geben. Der wissenschaftliche Name Madoqua ist dagegen von medaqqwa abgeleitet, dem amharischen Namen der Dikdiks.

Systematik

Ordnung:

Paarhufer (Artiodactyla)

Unterordnung:

Wiederkäuer (Ruminantia)

Familie:

Hornträger (Bovidae)

Unterfamilie:

Böckchen (Neotraginae)

Gattung:

Dikdiks

 
Wissenschaftlicher Name: Madoqua
 
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Remo Nemitz