Reisebericht Tansania: Lake Natron

 

 

 

Der Weg geht immer weiter bergab durch Urwald, vorbei an moosbewachsenen Riesenbäumen, tropischen Gewächsen, Sträuchern und undurchdringlichem Gewirr von Pflanzen. Im Lake-Manyara-Hotel legen wir nach der langen Fahrt eine Pause ein und sehen uns in der Gegend um. Das Hotel liegt direkt oberhalb des Grabenabbruchs in einer landschaftlich reizvollen Umgebung mit Blick auf den See.
 
Lodge Lake Manyara
Hotel Tansania
 
Bald fahren wir weiter und erreichen den Ort Mto Wa Mbu. In der Nähe des Marktplatzes halten wir an und kaufen Verpflegung für die nächsten Tage ein. Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Lake Natron, wird es sicher keine Einkaufsmöglichkeit mehr geben. Nach Einkaufen und Tanken fahren wir weiter. Wir biegen von der Hauptroute ab und nehmen Kurs nach Norden in Richtung Natron-See. Die nun folgende Staubpiste ist erbarmungslos und die Sonne brennt. Kiloweise roter, brauner und gelber Sand strömt in den LKW. Alles ist mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Stunde um Stunde ändert sich nichts. Nase, Mund, Ohren, Augen und Klamotten sind voll von Sand und Staub. Sogar unseren LKW hat der Staub geschafft. Eine Zwangspause, da auch die Filter zu sitzen.
 
LKW Tansania
Touristen Tansania
 
Auf dieser sandigen Piste gelangen wir in eine eindrucksvolle, wilde Vulkanlandschaft. Die Tiere sind auch hier sehr scheu. Wir sehen einige Gazellen, Büffel, Zebras, usw. Die bizarre Landschaft mit vielen Kegelbergen und Kratern kommt immer näher. Der sandige Boden ist fester und dunkler geworden und geht über in schwarze, mit grünem Gras bewachsene Lavaerde. Die Kraterwände werden immer höher, schroffer und wilder. Wir fahren am Abbruch des Ostafrikanischen Grabens entlang. Während der ganzen Fahrt haben wir einen eindrucksvollen Blick auf den Ol Doniyo Lengai (2.880m), ein noch tätiger Vulkan, der die weiten Ebenen überragt.
 
Vulkan Tansania
 
Dieser Berg mit seinen schroffen, vegetationslosen Flanken, gilt für die Masai als der Berg ihrer Götter. Der Gipfel ist meistens in Wolken gehüllt, die im Laufe des Tages immer tiefer an den Bergwänden herunter gleiten, eine gewaltige Erscheinung. Nach einem langen Fahrtag finden wir am späten Nachmittag einen romantischen Lagerplatz.
 
Tansania Camp
Rift Valley Tansania
 
Der Platz ist genauso ungewöhnlich wie die Gegend - an einem Krater, dessen Rand auf gleichem Niveau liegt, wie die ihn umgebende Landschaft. Man könnte sich so einen Meteoritenkrater oder Bombentrichter vorstellen. Erst aus geringer Entfernung konnten wir dieses riesige Loch ausmachen. Die Luft ist hier sehr heiß und trocken. Heute Morgen noch vor dem Frühstück sind alle unterwegs. Neugierig klettern wir im Innern des Kraters umher.
 
Krater Tansania
Tansania Berge
 
Angesichts des schlechten Zugangs über steil abfallende Wände ist das kein einfaches Unterfangen - man sieht die Wanderer nur als kleine Punkte und hört ihre Rufe von unten. Der Rest der Gruppe wandert am Kraterrand entlang, bewundert die Landschaft, filmt und fotografiert. Bald bekommen wir Besuch von den ersten Masai. Es sind zuerst junge Krieger, dann Frauen und Kinder. Sie beobachten unsere Bekleidung, Haare, Zelte, Küchengeschirr, Auto - wir deren Schmuck, Speere, Kleider, Haartrachten und Gegenstände.

Wir fahren weiter in Richtung Natronsee. An einem Fluss campieren wir. Kurzentschlossen brechen wir zu einer ausgedehnten Flusswanderung auf, um so evtl. den Natronsee zu Fuß zu erreichen.
 
Fluss Tansania
Tansania Fluss
 
Das Flussbett ist von Gewächsen, Sträuchern und Bäumen teilweise völlig überwuchert. Wir gehen mit der Strömung. Der dicht zugewachsene Fluss wird noch undurchdringlicher, die Durchgänge immer enger.
 
Wandern Tansania
Fluss Wandern afrika
 
Schließlich kriechen wir auf allen Vieren vorwärts, bis der Fluss ganz versickert ist. Auf einmal gibt es keinen Fluss mehr, obwohl er eben noch so viel Wasser mit sich führte. Wir versuchen, dem Flussbett entlang zu marschieren und suchen so den Weg zum Natronsee.
Plötzlich hören wir seltsame Laute im Gebüsch - Stimmen, menschliche Silhouetten huschen schnell vorbei. Wir treffen einige junge Masaikrieger. Nach der Begrüßung versuchen wir ihnen zu erklären, dass wir zum "großen Wasser" wollen. Sie sprechen kein Englisch. Unsere Suaheli-Kenntnisse sind miserabel. Maji - Maji heißt Wasser. Das ist das Einzige, was wir sagen können und die jungen Krieger führen uns wieder zum Fluss. Sie haben nicht verstanden, dass wir zum See gehen wollen.
 
Massai Tansania
 
Auf einmal bleiben sie stehen. Sie spähen auf eine bestimmte Stelle, reden aufgeregt aufeinander ein und zeigen auf etwas im Gestrüpp. Wir verstehen sie nicht. Sie haben eine schwarze Mamba auf einem Baum entdeckt. Der Kampf gegen die Schlange fängt an. Sie versuchen zu viert, das Reptil aus seinem Versteck in der Spitze eines Busches zu vertreiben.

Keulen werden geworfen und die Lage aufs Neue besprochen. Jetzt kommen die Macheten und Speere an die Reihe.
 
Masai Tansania
 
Sie werfen mit dem kurzen Schwert solange nach der Schlange, bis sie treffen und sie halb durchtrennt am Boden liegt. Jetzt können wir sie aus der Nähe betrachten. Wir verabschieden uns von den Masaikriegern und gehen den Fluss entlang zurück zu unserem Camp.
 
Schlange Afrika
 
Noch heute wird ein großer Waschnachmittag eingelegt. Die Sträucher in der Umgebung des Camps sind als Wäschetrockner sehr gefragt; alles ist belegt mit frisch gewaschenen Sachen. Danach nehmen wir den LKW, um doch noch zum Natronsee, 610m hoch gelegen, zu gelangen. Das gegenüber liegende nördliche Ufer bildet bereits die Grenze zwischen Tansania und Kenia.
 
Lake Natron Tansania
 
Die Hitze ist trotz des späten Nachmittags erbarmungslos. Die Luft flimmert vor Hitze, das brackige Wasser stinkt nach Soda und Kot der Flamingos. Hier an diesem See bauen alle Flamingos Ostafrikas ihre Nester. Die Kleinvögel können hier in Ruhe, weit ab von gefährlichen Tieren und Raubvögeln, aufwachsen. Hier fühlen sie sich vor Feinden sicher. Noch abends im Camp stöhnen wir über die hohen Temperaturen.
Kurz nach Sonnenaufgang marschieren wir unter Führung eines Masai zu einem Wasserfall in der Umgebung. Nach den Erzählungen der Einheimischen soll dieser besonders schön sein. Zuerst wandern wir durch ebenes Gelände, entlang eines Flusses. Immer wieder können wir den in Wolken gehüllten "Heiligen Berg" der Masai sehen. Heute Morgen ist der Himmel etwas bewölkt und das ist gut so, denn eine längere Wanderung unter glühender Sonne wäre hier fast unmöglich. Wir müssen einen Fluss überqueren und kommen immer tiefer in die Berge. Der Weg wird steiniger und enger.
 
Wanderung Tansania
 
Den Wasserfall erreichen wir nach ca. zwei Marschstunden. Die schwierige Wanderung hat sich gelohnt. Wir bewundern das Naturschauspiel. Das Wasser stürzt mehrere Meter in die Tiefe. Die steilen Felswände sind mit Moos und tropischen Pflanzen, wilden Bananen und Palmen bewachsen. Ein Urwald mitten in der Wüste. Jetzt haben wir Gelegenheit, uns unter dem Wasserfall zu erfrischen. Es ist sehr weiches, frisches Wasser und etwas sodahaltig. Langsam treten wir den Rückweg an.
 
Wasserfall Tansania
 
Nach dem Frühstück bauen wir das Camp ab. Wir müssen heute noch weiter Richtung Arusha fahren. Der Weg ist nicht weit, aber die Piste unmöglich. Riesenlöcher, die durch den Regen oft mit Schlamm bedeckt sind und eine Unmenge ausgetrockneter Flussbetten gilt es zu bewältigen.
 
Tansania Piste
Tansania Fahrzeug
Tansania Touristen
 
Dies müssen wir in Kauf nehmen, denn die Strecke zurück zur Hauptstraße von Mto Wa Mbu nach Arusha würde sicher ein bis zwei Tage dauern. Arusha ist erreicht und im "Safari Grill" können wir nun ausgiebig frühstücken. Wir haben hier etwas Zeit, um die Stadt zu sehen, Post zu erledigen, einzukaufen, Geld zu wechseln usw. Unsere Köche kaufen Verpflegung für die nächsten Tage ein.
 
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