Reisebericht Tansania: Kilimandscharo - Aufstieg zum Gipfel
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Horombo Hütte (3.780 m)

Nach dem Frühstück marschieren wir weiter. Zuerst durch Wiesen mit Erikasträuchern, dann durch Hochwald und Hochmoore.


Die Bäume und Riesensträucher werden kleiner, je höher wir kommen. Langsam wandern wir den vorgegebenen Pfad entlang, immer höher und höher.



Nach fünf Stunden Marsch ist die Horombo-Hütte erreicht. Nachdem das Gepäck angekommen ist, verteilen wir uns auf die Hütten und ruhen uns aus. Nach dem Abendessen sitzen wir noch vor der Haupthütte zusammen und bewundern den weiten, klaren Blick auf die unter uns liegende Tiefebene und auf den Weg, der uns morgen früh weiter Richtung Gipfel führen soll.


Um sieben Uhr Frühstück. Ein Blick nach draußen beängstigt uns - dichter Nebel im Bereich der Hütte, der sich dann aber relativ rasch wieder verzieht. Als wir aufbrechen zeigt sich schon wieder die Sonne. Wir wandern zunächst durch trockene Hochmoorwiesen, vorbei an Senecien und Lobelien. Die Vegetation wird rasch karger, die Sträucher immer niedriger, bis sie ganz verschwinden - die Steinwüste beginnt.

Kibo Hütte (4.780m)
Es geht stetig höher . Stunde um Stunde bewegt sich ein langer Treck von Bergsteigern, Trägern und Führern bergan.


Wir kommen zu einem lang gestreckten Bergrücken „Mawenzisattel“, den wir überqueren müssen, um zur Kibo-Hütte zu gelangen. Der Weg sieht auf den ersten Blick recht harmlos aus. Wolken kommen auf, der Wind pfeift mächtig über die flache, vegetationslose Ebene.



Da müssen wir durch. Wir ziehen die Mützen tief ins Gesicht und die Windjacken an. Am Fuße des Mawenzi machen wir eine kurze Rast und genießen den freien Blick auf die Gipfelregion des Kilimandscharo.

Am Mittag sehen wir in der Ferne endlich die Kibo-Hütte (4.780m), unser Tagesziel. Aber noch haben wir eine zünftige Wegstrecke vor uns und die dünne Luft in dieser Höhe macht uns schon zunehmend zu schaffen.

Dann sind wir endlich an der Kibo-Hütte angekommen, müde aber zufrieden. Jetzt gibt es eine ausführliche Rast und wir genießen in aller Ruhe den gigantischen Rundblick über die Bergwelt und die letzten warmen Sonnenstrahlen. Hier oben gibt es zwei große Steinhütten, eine für die Wanderer und eine für die Träger und Führer.

Das Wetter ist gut, die Sonne scheint, es gibt kaum Wolken - ein Blick auf den Kili, der zum Greifen nah scheint. Die Stimmung in der Gruppe ist gut, alle sind wohlauf.


Zum Abendessen gibt es Suppe und Tee. Alle sortieren ihre Sachen zum endgültigen Gipfelsturm. Die Kopfschmerzen werden langsam heftiger. Um ein Uhr nachts soll es losgehen zum Gipfel. Einige bleiben wegen ihrer Beschwerden in der Hütte zurück, die Anderen marschieren ausgerüstet mit Taschenlampen, Skistöcken und warmen Bergsachen los. Eine lange Karawane von Bergsteigern mit Taschenlampen, deren Licht gespenstisch den Trampelpfad, der in Serpentinen bergan verläuft, beleuchtet, bewegt sich in der Dunkelheit über Lavasand und Geröll zum Gipfel vorwärts. Von der majestätischen Berglandschaft sieht man so gut wie nichts. Seit längerem ist starker Nebel aufgekommen, der die Sicht zusätzlich behindert. Am äußersten Kraterrand ist ein längerer Stopp am Gillmans Point (5.715m) angesagt. Die restlichen ca. 180 Meter zum Uhuru Peak (5.892m) fordern die letzten Kraftreserven. Dann kommt die große Enttäuschung - die gesamte Gipfelregion liegt im dichten Nebel und man kann die Hand kaum vor Augen sehen. Eisige Kälte, heftiger Windsturm und Schneeverwehungen machen es unmöglich, hier auf Wetterbesserung zu warten, um später den Sonnenaufgang am höchsten Punkt Afrikas genießen zu können. Schweren Herzens geht es zurück zur Kibo Hütte, die gegen 8 Uhr morgens erreicht wird. Die Enttäuschung ist allen anzusehen, auch die "Zurückgebliebenen" können das gut nachvollziehen.
Brillenträger sehen wie Taucher aus, eine totale, tiefe Erschöpfung macht sich breit. Nach einem notdürftigen Frühstück fallen alle in die Betten, die Grenze der Leistungsfähigkeit ist erreicht. Ein paar Stunden Schlaf werden die Lebensgeister sicher bald wieder wecken.

Kibo Hütte – Horombo Hütte – Marangu Gate

Später am Tag wandern wir nach und nach gemütlich zurück zur Horombo-Hütte. Nach dem frühen Abendessen gehen wir heute Abend sofort schlafen. Um neun Uhr am Morgen marschieren wir zunächst zur Mandarahütte hinunter und nach einer kurzen Pause dort direkt weiter bis zum Camp am Marangu-Gate. Nochmals Steinwüste, Hochmoor, Heidegewächse, Riesengräser, Hochwald - immer tiefer hinunter.




Gegen Mittag sind wir am Gate und verabschieden uns von den Trägern und Führern und stimmen noch einmal gemeinsam mit ihnen das Kilimandscharo-Lied an.

Marangu - Arusha - Nairobi
Der heutige Tag bedeutet für uns viel fahren. Wir möchten es bis Nairobi schaffen. Wir stehen schon um 6 Uhr auf, packen alle Sachen, frühstücken, beladen den LKW, verabschieden uns vom KILI und fahren ab Richtung Grenze. Der Grenzübergang Tanzania-Kenia in Namanga geht leichter vonstatten, als wir gedacht haben. Nur ein Stempel im Pass, Deklarationen abliefern und schon können wir weiterfahren. So ähnlich spielt es sich auf der Kenia-Seite ab. Nach einer langen Fahrt kommen wir am späten Nachmittag in Nairobi an. Letzter Stadtbummel, gemeinsames Abendessen im Steakhaus und Vorbereitungen für den Rückflug.
