Südafrika und Swasiland auf dem Motorrad, 2006



Der folgende Reisebericht wurde freundlicherweise von Rita und Christian zur Verfügung gestellt. Ihre ausführliche Berichte finden Sie unter http://www.rci-ontour.de

05.10.06 Einreise

Diese ging auch wieder recht flott. Wir bekamen eine Aufenthaltsgenehmigung für 3 Monate, ohne Kosten. Das Carnet wurde abgestempelt und auch für das Moped mussten wir nichts zahlen. Endlich auf südafrikanischem Boden! Wir steuerten gleich die erste Tankstelle an, denn unser Tank war nun doch recht leer. Hm, welch Wohltat! Man konnte einfach so Geld abheben und man konnte einfach so tanken, das auch noch zu einem guten Preis. Wir fuhren dann in die erste Stadt, Musina, auf den Campingplatz. Den Abend verbrachten wir ratschend mit dem Südafrikaner bei einem Bier. Er hatte auch einiges zu erzählen!

06. - 10.10.06 Fahrt nach Pietersburg und Aufenthalt dort

Wir liessen uns am Morgen Zeit mit dem Frühstück, und fuhren an diesem Freitag bis Pietersburg. Auf dem Weg hielten wir an einer Tankstelle an, die einen Fast Food Laden dabei hatte und assen jeder einen Veggieburger! Man, war das lecker! So klein werden die kulinarischen Freuden auf so einer Tour. ;-) Pietersburg ist eine typische südafrikanische Stadt, es ist nicht viel los, aber es gibt grosse Einkaufszentren und um 18h00 werden die Bürgersteige hochgeklappt. Wir wollten uns heute etwas gutes tun, und buchten uns in einem Bed & Breakfast ein. Wir nahmen eine schöne Dusche, tranken einen Tee und fuhren dann nochmal in die Stadt zum einkaufen. Während der Fahrt hörten wir auf einmal ein komisches Geräusch, als wenn der Reifen irgendwo am Motorrad schabt. Zu sehen war aber nichts, und wir dachten es könnte evtl. der inzwischen ziemlich abgefahrene Hinterreifen sein. Den Abend verbrachten wir fernsehend auf dem Bett und schliefen dann wirklich gut.

Das Frühstück am Samstag liess auch nichts zu wünschen übrig (ausser gutem deutschen Grau- oder Schwarzbrot). Wir schlugen unsere Mägen voll, packten und rollten los. Leider war das komische Geräusch immer noch da, und wir beschlossen, zu einem Mopedhändler zu fahren. BMW gab es nicht, somit musste es Honda auch tun. Da Samstag war, waren leider keine Mechaniker da, sondern nur ein Verkäufer. Dieser schaute und hörte sich das Ganze an, und meinte, es sei nicht der Reifen. sondern irgendetwas im Getriebe oder Endantrieb. Na wunderbar! Er meinte, es sei bei wohl besser bis Montag zu warten und einen Mechaniker zu fragen. Da konnten wir nur zustimmen. Somit suchten wir uns wieder eine neue Bleibe, und waren recht schnell fündig: eine Apartmentanlage, wo man kleine Wohnungen mieten konnte. So richtig mit Schlaf- und Wohnraum, Küche, Bad und kleinem Garten. Gerade das Richtige für uns! Wir gingen dann noch schnell gute Sachen einkaufen, denn nun konnten wir ja mal wieder richtig kochen. Und Käse und Bier in einen Kühlschrank stellen, und und und... Wenn die Sorge um die Kuh nicht gewesen wäre, hätte es eine richtig gute Zeit sein können. Aber auch so haben wir es genossen. Auch am Sonntag passierte nicht viel, ausser lange schlafen, faulenzen, Wäsche waschen und essen. Genau wie daheim!

Am Montag wurde es dann interessant, wir sollten um 07h30 bei Honda sein. Auf dem Weg dahin war das Geräusch natürlich nicht mehr da. So ein Mist. Pünktlich wie immer standen wir dann bei Honda auf der Matte, und der Laden machte gerade erst auf. ;-) Wir wurden dennoch recht schnell zum Werkstattmeister geführt. Diese schaute sich das Endantriebs- sowie das Getriebeöl an, und sagte alles sei ok. Zu Hören war auch nichts mehr. Hm, einerseits gefiel uns das nicht wirklich, andererseits waren wir froh, dass nichts gefunden wurde. Wir bestellten aber einen neuen Hinterreifen, der am nächsten Morgen abzuholen war. Den Rest des Tages verbrachten wir noch in "unserer" Wohnung, kochten noch einmal lecker und tanken einen guten Wein.

Dienstag - Chri fuhr zum Laden, und holte den neuen Reifen ab. Auch heute war vom Geräusch nichts zu hören. Der Reifen wurde gleich montiert, und mit neuem Profil konnten wir nun unsere Reise fortsetzen. Wir fuhren bei starkem Wind in Richtung Krüger Nationalpark bzw. Blyde River Canyon. Der Wind wehte so stark, dass er uns einmal fast umgeworfen hätte. Da haben wir uns ganz schön erschrocken. Die Landschaft war recht schön, viele Kurven und grüne Bäume. Keine verbrannte Erde mehr - das tat gut. Den Krüger Nationalpark wollten wir übrigens nicht besuchen, da ziemlich viele Teerstrassen und alles mega organisiert. Da würde kein richtiges Safari Feeling aufkommen. Ausserdem war uns gerade nicht danach, ein Auto zu mieten. Da der Wind viele dunkle Wolken mitbrachte, fuhren wir nur bis Hödespruit - auch so ein verschlafenes Nest. Wir nahmen uns ein Zimmer in einem Guesthouse - gute Entscheidung, denn es fing dann ziemlich an zu regnen. Auch die Nacht hörte es nicht wirklich auf, und wir konnten gut in unseren Betten schlafen. Richtige Betten sind manchmal sehr wichtig für uns, denn nach 4 Monaten im Zelt und auf inzwischen luftverlierenden Isomatten tut einem schon öfters mal das Kreuz weh.

11. - 12.10.06 Blyde River Canyon und Fahrt Richtung Swaziland

Diese zwei Tage waren richtig schön: tolle und grüne Landschaften, kurvenreiche Strecken und einiges zum Anschauen. Von Hödespruit fuhren wir eine Panoramastrasse am Canyon entlang. Zuerst zu einer Felsformation, den 3 "Rundhütten", dann weiter zum "Gottes Fenster" und den Strudellöchern. Auch dazwischen gab es viel schöne Landschaft zu bewundern. In Graskop machten wir einen kleinen Stop, und gingen zum Chinesen etwas essen. Hmhm! Dann rollten wir auf kleiner Strasse bis Pilgrims Rest, wo wir auf dem Camingplatz übernachteten.

Am nächsten Tag ging die Tour dann weiter, immer durch schöne, hügelige Landschaften. Sogar Nadelwälder wurden passiert, fast wie daheim. Die Luft war einfach Klasse, es machte Spass bei offenem Visir zu fahren. Und mitten im Nadelwald dann ein Schild: Achtung Flusspferde! Lustig! Wir düsten dann via Nelspruit bis Malelane - hier suchten wir einen Camping, fanden aber keinen. Somit musste es wieder ein B&B sein, ein Zimmer mit Frühstück. Ich (Rita) könnte das ja noch öfter haben, aber leider sprengt das komplett unser Budget. Denn diese Zimmer kosten nicht mehr wie noch vor 4 Jahren um die 100-150 Rand (1 Rand = 10 Euro), sondern ab 380 Rand aufwärts. Schade, schade... :-)

SWASILAND

13. + 14.10.06

Hier waren wir nur 2 Tage, und sind eigentlich auch nur durchgefahren. Es ist die schönere Alternative um Richtung Süden zu fahren. Ausserdem waren wir natürlich neugierig auf dieses Ländchen. In einem ADAC Prospekt wurde es noch als richtig ursprüngliches Afrika beschrieben. Nun, für uns sah es so aus wie in Südafrika selbst. Was aber nicht schlimm war, denn auf das immer erwähnte ursprüngliche Afrika konnten wir inzwischen verzichten. Denn leider ist nichts mehr ursprünglich... Aber dazu irgendwann einmal mehr, evtl. am Ende unserer Reise.

Die Einreise ging ruckzuck, keine grossartigen Formalitäten mussten erledigt werden. Am heutigen Tage fuhren wir bis Ezulwini, und konnten auf dem Gelände eine Lodge unser Zelt aufschlagen. Am nachsten Tag fuhren wir dann Richtung Süden, und waren bald wieder in Südafrika. Auch die Ausreise verlief so schnell wie die Einreise. Der kleine Abstecher war ok, um sich ein Bild zu machen. Man kann Swasiland aber auch getrost weglassen.

14. - 16.10.06 Fahrt Richtung Botswana und Ausreise aus Südafrika

Diese Tage waren ganz dem Kilometerschrubben verschrieben. Wir fuhren in Richtung Westen, an Pretoria vorbei zur botswanischen Grenze. Am ersten Tag ging es bis Ermelo, einem noch verschlafenerem Städtchen. Wir kamen nach 17h00 an, und da es Samstag war, hatten doch tatsächlich alle Läden schon zu! Sogar die grossen Supermärkte! Daran müssen wir und hier erst wieder gewöhnen. Somit gab es zum Abendessen nur eine Tütensuppe, geschlafen wurde auf einem privaten Campingplatz. Der zweite Tag brachte uns bis hinter Pretoria, zu einem Staudamm. Dort konnten wir auch übernachten. Die Landschaft hier ist nicht der Hit, alles recht flach und eintönig.

Am Montag fuhren wir dann die letzten Kilometer bis zur Grenze. Auf dem Weg dorthin sind wir den 30-tausendsten Kilometer unserer Tour gefahren. Wahnsinn! Wer jetzt denkt, die müssen doch schon Hornhaut an den Popos haben, liegt leider sehr falsch! Denn mit jedem Mehrkilometer wird es eigentlich schlimmer. Inzwischen fangen die Hintern, Knie und Rücken schon nach 50-100km Fahrt an zu schmerzen. Aber damit müssen wir nun wohl leben.

Ausserdem war auf einmal wieder das komische Geräusch zu hören, jedoch nur kurz, dann war es wieder verschwunden. Das dies dann doch noch böse ausgehen sollte, könnt Ihr unter dem Botswana Bericht nachlesen. Wir fuhren gemütlich über die Grenze. Botswana, Namibia und Südafrika bilden eine Zollunion, daher ist es richtig einfach, über die Grenzen zu kommen. Weder Motorrad noch Carnet werden angeschaut. Sehr schön!

Diese Tage in Südafrikas Nord-Osten waren eine Erholung für uns. Es ist z.T. wie bei uns, aber dann doch wieder anders. Auf jeden Fall ist alles einfacher zu bewältigen - und genau das hatten wir vor allem nach Simbabwe gebraucht. Nun geht es uns wieder richtig gut, und die letzten Länder können mit neuem Schwung in Angriff genommen werden.



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