Turkana See – Sudan Grenze – Kapoeta



Der Turkana-See liegt hinter uns und über Lodwar fahren wir weiter in nordwestlicher Richtung. Die Piste führt zwischen den Loima-Hills (2.286m) und der Pelekech-Range (1.585m) hindurch. Wir erreichen den Ort Karuma, wo sich ein riesiges Flüchtlingslager der UN befindet. Hier sind über eine Million Flüchtlinge aus ganz Afrika in primitivsten Hütten untergebracht. Außerhalb des Ortes können wir in der Ferne die Hütten erkennen. Wir durchqueren einige Trockenflüsse und nähern uns kurz vor dem Ort Lokichoggio den Sogot-Mountains (1.754m).

Kenia Fluss

Links der Strasse liegt ein Canyon, in dem der Anam-Fluss entspringt, der über viele Felsen und Klippen zu Tal plätschert. Bei einer kleinen Wanderung im Rahmen unserer Mittagsrast kraxeln wir durch die bizarren Felsen im Bereich der Quelle. Von hier oben hat man einen tollen Blick auf die weite, fast baumlose Steppenlandschaft.

Kenia Wasser

Nach kurzer Fahrt erreichen wir Lokichoggio, den letzten größeren Ort vor der Sudan-Grenze. Wir übernachten in einem Camp der GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit), die im Auftrag der UN für den Straßenbau in der Region zuständig ist. Das Camp ist bis auf einen Wächter menschenleer, da alle Arbeiter über Weihnachten und Neujahr in Urlaub sind. Es gibt Hütten und Großzelte zum Übernachten. Heute ist Heiligabend und ein Baum auf dem Gelände wird als Christbaum umfunktioniert. Als Lametta dienen schmale Streifen aus silberfarbenem Textilklebeband, die wir auf die Blätter des Baumes pappen.

Savanne

Kenia Touristen

In Lokichoggio erfolgt die Grenzabfertigung für Kenia und den Sudan. Die Formalitäten dauern etwa 1 ½ Stunden. Wir setzen die Fahrt im Sudan auf guter Piste in Richtung Kapoeta fort. Hin und wieder fahren wir durch kleinere Dörfer, wie Narus, Nagpotpot und Buna. Wir sind bereits mitten im Gebiet des Topossa-Stammes, dessen Dörfer wir später besuchen wollen. Kurz vor Kapoeta haben wir wieder eine Reifenpanne. Ein weiterer Reifenwechsel in glühender Mittagshitze ist angesagt und wir müssen das schwere Ersatzrad mit fünf Leuten von der Ladefläche herunter wuchten. Zum Glück können wir auf der Schattenseite des Lkws arbeiten. In Kapoeta, Hauptort des Topossastammes, biegen wir von der Hauptpiste ab und gelangen zu einem weiteren GTZ-Camp, in einem schönen Wald gelegen. Wegen der angespannten Sicherheitslage im gesamten Südsudan kommt uns diese Möglichkeit des Campierens sehr entgegen, da Buschcamps möglicherweise mit Risiken verbunden sein könnten. Hier wollen wir zwei Nächte bleiben. Wir haben einen einheimischen Führer angeheuert, der uns zu einem großen Topossa-Dorf in der weiteren Umgebung von Kapoeta bringen wird.

Nach längerer Fahrt durch Buschsavanne stoßen wir endlich auf ein großes Dorf. Ein erster Höhepunkt der Reise liegt vor uns. Wir wollen in aller Ruhe das Dorf und seine Bewohner besuchen. Auch hier bewährt sich wieder der Einsatz einer Polaroid-Kamera, um den Dorfbewohnern zunächst die Scheu vor dem Fotografieren zu nehmen. Auch hier tut das seine Wirkung.

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