Das Banna-Volk



Von Konso aus geht es eine zeitlang bergab und die Piste ist ziemlich schlecht. Erst in der Ebene wird sie etwas besser. Schließlich gelangen wir zum Weytofluss, über den eine solide Betonbrücke führt. Rund herum eine eindrucksvolle Hügelkette, sonst nichts. Wir machen eine ausgedehnte Rast und nehmen ein erfrischendes Bad im Fluss.

Fluss Äthiopien

Die Flussufer sind von dichtem Busch umgeben. Wir kämpfen uns eine Weile durch das dichte Unterholz. Auf einer Lichtung versuchen wir uns so weit es geht auszubreiten, damit wir Platz für die Zelte erhalten. Bald erreichen wir den Ort Key Afer in den Banna-Bergen, den Hauptort des Bannastammes.

Äthiopien Dorf

Häuser Äthiopien

Auch hier haben wir Glück, dass Markttag ist. Außerhalb des Dorfes auf einem großen Platz bieten die Bewohner aus der näheren und weiteren Umgebung ihre Waren an.

Markt Äthiopien

Markt Menschen Äthiopien

Es handelt sich hauptsächlich um Stammesangehörige der Banna, Hamer und Ari, vereinzelt auch der Karo und Mursi. Alle diese Stämme haben sich im und um den Mago-Nationalpark herum angesiedelt.

Äthiopien Frauen

Bier Äthiopien

Es ist für Laien natürlich schwer, die Menschen hier den einzelnen Völkern zuzuordnen, aber wir erfahren, dass es sich vorwiegend um Banna handelt.

Banna Frau

Frau Banna

Ich mische mich wie schon in Konso allein unter die Menschen, die hier ihre Waren anbieten. Ich finde schnell Kontakt zu den freundlichen Frauen und Kindern, die in kleinen Gruppen zusammen sitzen. Ich setze mich zu ihnen und die Scheu hat sich bald in fröhliche Stimmung gewandelt.

Mädchen Banna

Markt Key Afer

Die etwa 40.000 Banna sind Ackerbauern, die sich nur selten innerhalb des Parks bewegen. Sie sind verwandt mit dem Hamerstamm, der südlich von ihnen angesiedelt ist und die gleiche Sprache spricht. Auch sie sind Ackerbauern (Gemüse, Tabak, Baumwolle).

Frauen Key Afer

Die Banna sind sehr friedliche und freundliche Menschen. Sie sind bekannt für ihre Freude an Tänzen und Ritualen. Der Tanz, Iwangadi genannt, wird von den jungen Männern und Frauen des Dorfes durchgeführt und dient der Brautwerbung. Er dauert oft mehrere Stunden.

Key Afer Frauen

Leider müssen wir auch hier bald Abschied nehmen, doch die schönen Erlebnisse werden in Erinnerung bleiben. Nach dem Ort Kako erreichen wir bald Jinka, das Tor zum Mago Nationalpark. Auf der schönen Campsite des "Hotel Orit" bleiben wir über Nacht.

Äthiopien Hotel

Truck Äthiopien

Auf dem Dorfplatz grasen Kühe und plötzlich kommt dort Aktion auf. Alle Kühe werden von der Wiese getrieben und auch für Menschen ist der Platz gesperrt. Plötzlich hört man das Geräusch eines Kleinflugzeugs, das zu Landung auf der Dorfwiese ansetzt. Ein Mensch mit Uniform kommt nach der Landung mit einem Treppengestell näher und stellt es an die Ausstiegstür. Ein paar Touristen steigen aus, die Leiter wird entfernt, das Flugzeug startet wieder und allmählich füllt sich der Platz wieder mit Leben (Tier und Mensch). Im Ort bemühen wir uns, für den Besuch des Mursi- und Karo Stammes, einen ortskundigen Führer zu finden, der auch als Dolmetscher dienen kann. So treffen wir einen jungen Burschen namens "Oneworld", der einen freundlichen und gewandten Eindruck macht und wir engagieren ihn bis zur Keniagrenze bei Omorate. Auf der Weiterfahrt zum Mago-Nationalpark müssen wir einen sehr steilen Bergpass überwinden. Selbst im ersten Allradgang und Untersetzung wird einem Angst und Bange beim Blick auf die Piste. Zwischendurch steigen wir sogar vom LKW herunter und bewaffnen uns mit Steinbrocken, um im Falle eines Falles, falls der LKW zurückrollt, diese unter die Reifen legen zu können. Aber wir schaffen es mit Müh und Not, immer bemüht, nicht anhalten zu müssen.

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