Baringo - Kapedo - Napeitom – Kito Pass – Marich
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Vom Baringo-See aus, vorbei an der Bergkette der Tugen-Hills, geht es weiter in nördlicher Richtung und wir gelangen zu dem Ort Nginyang. Hier gabelt sich die Straße - eine führt weiter in nördlicher Richtung über Kapedo, Lokori, Lokichar nach Lodwar, die andere nach Nordwesten über den Kito-Pass, Tot und Sigor zum Marich-Pass. Wir entscheiden uns für die kürzere Nordroute zum Turkanasee. Zunächst erreichen wir den Ort Kapedo am Fuß des 1.525m hohen Vulkangipfels Silali. Schon weit vorher bestimmt ein herrliches Bergpanorama die Landschaft.


Hier fließt der Sugutafluss durch einen kleinen Canyon und am Ortsende von Kapedo fällt der Fluss über einen 10 m hohen Wasserfall herab. In der Nähe gibt es auch heiße Quellen, deren Wasser sich in kleinen Tümpeln sammeln.

Die eindrucksvolle Berglandschaft begleitet uns noch lange Zeit, wobei die markanten Gipfel Tiati (2.352m) und Akoret (1.525m) ins Auge fallen.

Allmählich verschlechtert sich die Piste, sie wird sehr viel enger und die Geröllabschnitte nehmen immer mehr zu. Hinzu kommen steile Serpentinen, bei denen der Lkw viel zu leisten hat. Ohne Allradantrieb wäre hier ein Fortkommen nicht möglich. Aber nun kommt eine Stelle in einer engen Kurve, die extrem steil ist. Hier hat man das Geröll entfernt, um dieses Wegstück durch einen neuen Balag für den Autoverkehr zu verbessern. Noch ist es aber mit feinem, losen Schotter belegt, so dass die Reifen trotz Allrad nicht werden greifen können. Wir gehen kein Risiko ein und entschließen uns schweren Herzens, unweit des Ortes Napeitom umzukehren. Wir fahren also die Strecke bis kurz vor vor dem Ort Nginyang wieder zurück und biegen in die nordwestliche Piste zum Marich-Pass ein.


Zunächst müssen wir bei der Weiterfahrt den Kito-Pass, der zwischen den Tugen-Hills (2.500m) und den Kamasia-Hills (2.350m) verläuft, überqueren. Die Überfahrt auf der sehr steilen und mit großen Geröllbrocken übersäten Piste ist eine Herausforderung für Mensch und Material. Trotz Allrad machen einem manche Abschnitte schwer zu schaffen. Am Scheitelpunkt des Passes genießen wir den einmaligen Blick über das Kerio-Tal auf die am Horizont liegenden Cherangani-Hills.


Der Abstieg ins Tal ist ähnlich schlecht wie der Aufstieg. Wir fahren lange Zeit durch Buschsavanne des Kerio-Tals. Am Nachmittag hält uns eine Reifenpanne auf, der geplatzte Reifen muss ausgewechselt werden. Wir erreichen den Kerio-Fluss, wo wir eine kurze Mittagsrast einlegen.

Bald darauf sind wir in dem Ort Tot. Hier beginnt das Hauptgebiet des Pokotstammes. Die Buschsavanne wechselt nun in die Waldzone und die Piste wird zunehmend schlechter, bedingt durch die noch nicht lange zurückliegende Regenzeit. Auf dem Weg zum Marich-Pass müssen wir viele Bachdurchfahrten bewältigen, die oft steinig, steil oder schlammig sind, manche Durchfahrten können nur weiträumig umfahren werden. Nach dem Ort Lomut überqueren wir den Wei-Wei-Fluss. Hinter dem Ort Sigor, kurz vor Erreichen des Tagesziels, erreichen wir eine besonders schlimme Flussdurchfahrt - ein Lkw mit gebrochener Lenkung versperrt uns den Weg. Ein Vorbeifahren ist so nicht möglich. Schließlich können wir den Fahrer des Lkws dazu bewegen, trotz schräg stehender Vorderreifen ein paar Meter zur Seite zu fahren, um uns die Durchfahrt zu ermöglichen. Eine atemberaubende Szene, aber wir haben Glück und können schließlich vorbeifahren.

Endlich, nach einem anstrengenden Tag mit einer Fahrt auf mörderischer, fast unbefahrbarer Piste, durch Bäche, Rinnsale, verschlammte Furten, vorbei an umgestürzten Bäumen und einem Reifenwechsel in glühender Sonne erreichen wir noch vor Sonnenuntergang die Einmündung auf die Hauptstraße (A 1) von Kitale nach Lodwar an der Brücke über den mit Geröll übersäten Marunfluss, unweit des Marich-Passes. Ein Stück die Hauptstraße entlang liegt die Campsite "Marich Field Study Center", inmitten von schattigen Akazienbäumen und mit Blick auf die grandiose Bergwelt mit der Gipfelregion der Cherangani Hills. Nachdem wir die Zelte aufgebaut haben, führt der erste Weg zu den Duschanlagen. Das kalte Wasser bringt die Lebensgeister zurück.


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