Reisebericht Saharadurchquerung: Tunis – Ghardimaou – Souk Arras - Tebessa
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Der tunesische Zöllner war zwar nett, fahndete aber dennoch nach Drogen. Die Grenzpolizei hatte andere Sorgen, denn einer von uns konnte seinen Abrisszettel von der Gelddeklaration nicht finden. Fünf Minuten lang drohte die Rückkehr nach Tunis, dann ließ sich auch dieser Schaden afrikanisch, d.h. mit Dollars, beheben.
Dann ging es die Berge hoch, durch Eukalyptuswälder, bis zum algerischen Zoll. Der vorgeschaltete Polizeiposten ist ausgesprochen freundlich, guckte kurz in die Pässe und deutete uns an, dass wir zwar noch auf tunesischem Gebiet seien, aber erst in zwei Kilometern Entfernung "das gelobte Land" vorfänden. Dort ist eine ausgewachsene Zollstation, die sachlich-nüchtern an die Arbeit geht. Aufgrund schlechter Organisation dauerte diese jedoch wiederum etwas länger. Als der Wagen wieder rollt, war die Sonne fast untergegangen. Nach wenigen Kurven erklärten wir eine Wiese voller Schafskot zum örtlichen Campingplatz.


Das Equipment hat Premiere, wir stellten uns alle nicht dumm an, das Essen schmeckte hervorragend, aber es ist draußen teuflisch kalt. Zwischen 8 und 9 Uhr lagen alle im "Bett", d.h. in mehr oder weniger dicken Schlafsäcken mit mehr oder weniger dicken Socken und Schlafanzügen, auf Isoliermatten und Aludecken.
Nach zehn Stunden Schlaf war es wieder Tag, mit wenigen Regentropfen, Minimaltoilette und einfachem Frühstück. Am Ende fehlten einige Teller, verursacht durch unsere Besucher im Camp. Die Fahrt ging weiter durch die Ausläufer des Tell-Atlas.
Die Berge waren stellenweise bewaldet mit Büschen und Eukalyptusbäumen, meist bedeckt von einer dünnen Schicht mit spärlichem Gras . Die Straße war gut und wand sich in vielen Kurven auf und ab allmählich hinunter nach SOUK-ARRAS, einer sehr lebendigen Marktstadt.
Die Täler wurden breiter, die Berge niedriger, die Farbe des Landes wechselte allmählich von Grün zu Ocker, kein Zweifel - ganz allmählich beginnt die Wüste. Entlang der tunesisch-algerischen Grenze sahen wir, wie Eisenerz im Tagebau abgebaut wird. Bei TEBESSA, einer hässlichen Provinzstadt, campierten wir. Erstmals brannte ein Lagerfeuer, in Windeseile wurden zwei große Töpfe mit Gemüseeintopf vorbereitet. Nach dem Essen verschwanden alle im Zelt. Die Nacht war klamm, aber nicht allzu kalt. Der Regen hatte aufgehört, das Licht war phantastisch. Heute war mein Geburtstag und wir versammelten uns vor dem Lkw für einige Fotos zu diesem Anlass.


Nach dem Abendessen gab es aus unserer "Schatzkiste" einige Dosen Pils, Rum aus Jamaica (Captain Morgan), satte 73%. So konnte die Fete beginnen und das tat sie auch ganz heftig. Ich wurde immer wieder hinauf auf den Lkw geschickt, um Getränkenachschub herunter zu holen. Bei einem Manöver rutschte ich an der Eisenleiter ab und schlug mit der Brust gegen eine Stufe - Verdacht auf Rippenbruch. Der Rest der Fete war eine Katastrophe, aber schön! Friedhelm schlief im Führerhaus mit dem Kopf auf dem Kühlschrank, ich auf dem Boden der Ladefläche, einer im Freien und der Rest im Zelt.

Trotz allem, oder vielleicht gerade deshalb, war diese Nacht die bisher wärmste. Katerfrühstück mit Ölsardinen. Der Frühstückstee schmeckte immer noch nach Rum.