Reisebericht Sahara: Tamanrasset – Gara Ekar
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Zoll fand nicht mehr statt, er wurde offensichtlich an die Grenze zum Niger ausgelagert. Nach etwa 60, 70 Kilometern endete der Asphalt und die berühmte Südpiste begann. Sie verlief zunächst durch ein breites, durch Hügel natürlich begrenztes Tal mit etlichen Bäumen und einzelnen Sträuchern.
Bald fand man die ersten Autowracks am Wege, ausschließlich Pkws und der Horizont wurde immer weiter und mündete in eine endlose, ebene Sandfläche, hier und da ein Markierungspunkt irgendwo auf der Piste.

Zahllose ineinander verschlungene und parallel laufende Fahrzeugspuren wiesen den Weg und zu allem Überfluss fehlte die Sonne am bedeckten Himmel und schließlich fiel auch etwas Regen. Am Nachmittag verließen wir die Piste, um zu Füßen eines Hügels das Camp aufzuschlagen. Bei der Suche nach dem passenden Standplatz für den LKW setzte dieser im weichen Sand mit beiden Tanks und dem Differential auf und musste mit vereinten Kräften freigeschaufelt werden.


Nach dem Frühstück kamen wir aus unserem Sandloch erstaunlich gut weg auf die Piste. Es ging zuerst in flotter Fahrt voran nach Süden, vorbei an vielen Autowracks. Die unregelmäßig auftauchenden Markierungspfosten nach IN GUEZZAM haben mahnenden Charakter, ihr Ausbleiben wird oft lange nicht bemerkt.Das Absonderlichste der Etappe war aber ein Japaner, der sich mit dem Fahrrad unterwegs befand und mit einer halbleeren Wasserflasche uns zuwinkte. Er bat darum, seine Literflasche aufzufüllen, um seinen mutigen Ritt durch die Wüste fortsetzen zu können.

Als mitten auf der Piste einige Baumaschinen standen und hinter ihnen ein Sandfeld sich ausbreitete, das es zu umgehen galt, wählten wir die linke Seite, gerieten auf eine schöne Piste, die uns unmerklich ins Abseits führte. Nach 69 km machten wir Mittagspause und stellten zu unserem maßlosen Erstaunen fest, dass seither keine Markierungspfosten mehr zu sehen und dass wir von der Piste abgekommen waren. Von einem Hügel aus suchten wir mit dem Fernglas die Umgebung ab und sahen einen Armeeposten südlich voraus, der sehr bald Aktivitäten entwickelte und uns mit einem Unimog und etwa neun Mann Besatzung entgegenkam. Der Anführer geleitete uns mit seinem Unimog zurück zu seinem Quartier und malte uns dort eine sehr exakte Wegeskizze auf, mit deren Hilfe wir die Hauptpiste nach etwa 55 km wiederfanden. Am Markierungspfahl "92 IN GUEZZAM" auf der Wüstenautobahn gab es aus diesem Anlass Bier aus den Vorräten.

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