Reisebericht Sahara: Assekrem



Nach einer letzten Polizeikontrolle auf dieser Strecke bogen wir in Richtung ASSEKREM ab und suchten uns alsbald ein Camp. Unter mächtigem Arbeitseinsatz versuchten Friedhelm, Livi und ich die Blattfeder vorne zu wechseln, was aber aus verschiedenen technischen Gründen nicht gelang. Wir bemerkten dies erst, als die alte Feder unter größten Mühen so weit zu bewegen war, dass wir sie fast, aber eben nur fast, herausnehmen konnten. So blieb uns nichts Anderes übrig, als im Schein der Taschenlampen bis spät in die Nacht den Status von vorher wieder herzustellen und die bandagierte alte Feder wieder einzubauen. Geplant war, den Austausch der linken vorderen Feder auf dem ASSEKREM, während wir den Gipfel besteigen und besichtigen wollten, vorzunehmen. Die rechte gebrochene Feder musste dann wohl mit Hilfe einer Werkstatt in TAMANRASSET ersetzt werden. Nach dem Frühstück ging es mit Behutsamkeit hoch zum ASSEKREM. Die angeschlagene Feder, die sich etwa beim jedem zehnten Schlagloch wieder in die alte Position zurückbewegte, musste geschont werden.

Die Gegend war eindrucksvoll. Viele verschiedene Ge­steinsformationen ragen wie Zinnen in den Himmel.

Assekrem

Assekrem Sahara

Etwa auf der halben Strecke und dann noch kurz vor Erreichen des Endziels gab es jeweils einen extrem steilen Anstieg , eine mächtige Beanspruchung des LKW, der sich mühsam hoch quälte. Hier hatten Fahrzeuge ohne Allrad nur geringe Chancen.

Gegen Mittag erreichten wir das Plateau unterhalb des ASSEKREM, die Endstation für uns. Es handelt sich um einen Sattel, auf dem es irrsinnig pfiff. Man musste sich die Mütze auf dem Kopf festhalten, man konnte die Kamera mit Teleobjektiv nicht ruhig halten.

Bild Sahara

Das Terrain war mit einer Steinmauer umgeben und be­herbergte drei bis vier Flachbauten. Wir "mieteten" einen Raum für sechs Personen. Friedhelm und ich schliefen auf dem Wagen. Bis es aber soweit war, mussten Friedhelm, Livi und ich härteste Arbeit verrichten. Wir hatten uns vorgenommen, auf diesem Hochplateau die linke vordere Feder auszutauschen, während die anderen zum ASSEKREM-Gipfel hoch stiegen, zur Eremitage des PERE DU FOUCAULD (2.700m), die dieser dort vor fast hundert Jahren errichtet hatte, um seinem Schöpfer nah zu sein. Der Blick, den er in immer neuen Worten beschrieb, war ein Blick auf die berühmte Ansicht der Hoggarberge, den TRIDENT und die dahinter gestaffelten, in immer neuen Grautönen sich abzeichnenden Berge, die bis zum Horizont aus dem Grau herauswuchsen.

Gebirge Sahara

Sahara Gebirge

Leider hatten wir ausgesprochen schlechtes Wetter erwischt, der Himmel war grau und bewölkt. Bei heftigstem Wind umrundeten die anderen oben das Plateau. Als sie wieder hinunterstiegen zur Pass-Station, waren wir, die "Blattfederabteilung", noch immer massiv beschäftigt. Bei starkem kaltem Wind, der immer wieder den Staub unter das Fahrzeug wehte und uns in die Augen flog, leisteten wir Schwerstarbeit und schafften es gerade zum Abendessen, als das Feuer im Kamin prasselte. Kurz vor Sonnenaufgang kletterte auch ich zusammen mit ein paar Anderen auf den ASSEKREM, um wenigstens den Sonnenaufgang mitzubekommen.

Sahara Berge

Berge Algerien

Leider war auch dieser nicht von der Sorte, die den ASSEKREM berühmt gemacht hat. Die Sonne ging hinter dichten Wolken auf und erreichte somit, sobald sie den Wolkensaum überschritt, schon eine hohe Leuchtkraft, die uns "nur" eine herrliche Morgenstimmung bescherte.

Sonnenaufgang Sahara

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