Reisebericht Sahara: Agadez – Tahoua
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Wieder frühes Wecken. Die rasche Fahrt auf schnurgradem Asphalt ging nach Südwesten in Richtung TAHOUA. Die gut 400 km waren an diesem Tag nicht zu schaffen. Die ersten Stunden Sahel-Landschaft beidseits der Straße mit Dornenbüschen und Schirmakazien. Auf dem Boden breitete sich immer dichter das ockerfarbene, berüchtigte GRAM-GRAM-Gras aus, dessen Widerhaken sich überall anklammern. Am späten Vormittag kam es zu einem sehr starken Seitenwind, der die ganze Landschaft in einen feinen Nebel aus staubförmigem Sand hüllte. Teils fürchteten, teils hofften wir, es könnte ein Sandsturm daraus werden. Dieses Erlebnis hatten wir bisher noch nicht gehabt. Der Wind beruhigte sich wieder und wir machten Mittagspause in der Nähe einer Tuaregfamilie. Sie schauten uns stumm beim Essen zu, ließen sich anschließend beschenken und fotografieren.


Im nächsten Dorf eine kalte Cola, anschließend rechts ab in den weichen Sand zum nächsten Camp. Der Lkw fand ohne Einsanden zurück zur Teerstraße und zügig ging es in Richtung TAHOUA, dass es uns hinten fast die Hemden auszog. Trotz Brillen und einiger Erfahrung mit dem heftigen Fahrtwind war dies auf die Dauer doch eine arge Strapaze, schon allein durch das Dröhnen in den Ohren, das noch nach dem Anhalten fortbestand. Plötzlich sahen wir in einiger Entfernung eine große Ansammlung von Menschen und Tieren, die sich um einen Ziehbrunnen scharte.


Die dichte Staubwolke gab der Szene in der untergehenden Sonne etwas Unwirkliches. Die Nomaden waren dabei, mit riesigen Lederbeuteln, die über Seile an den Kamelen befestigt waren, Wasser aus einem Brunnen herauf zu holen. Das Wasser wurde in Tröge gegossen und stand den Tieren zum Saufen zur Verfügung. Das Kreischen der ungeölten hölzernen Rolle der Seilwinde gab der Stimmung ein besonderes Gepräge.



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