Reisebericht Mali 2003: Timbuktu und Dogonland
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Djingarey-ber (la grande Mosquée) von Timbuktu |
Timbuktu, Montag, 6.1. 2003, 06.00 Uhr
Ich habe seit gestern nacht um 22 Uhr geschlafen wie ein Sack! Das Haus der Verwandten steht mitten in Timbuktu im Sankoré-Quartier, ist leicht erhöht und hat keinen Sandboden wie bei Mohamed in Abaradjou. Es war herrlich warm im Zimmer (wir schlafen auf Matratzen am Boden des Wohnzimmers) und - es hat elektrisches Licht!!! Bei unserer Ankunft in Timbuktu haben wir Photos gemacht mit dem Namensschild "Ville de Tombouctou" - allerdings war es stockdunkel, und die Scheinwerfer des Autos waren dafür nicht ausreichend. Zum Abendessen gab es Reis mit Innereien (Ich ass nur den Reis). Es scheint viele Touristen in der Stadt zu haben, wegen des Tuaregfestivals. Heute nacht werden wir woanders schlafen - im selben Haus - aber "oben", wo man inzwischen ein Zimmer für uns hergerichtet hat. Dies hier ist der Familienraum (le salon), mit Fernseher und elektrischem Licht. Dies ist herrlich, man kann schon um 6 Uhr morgens Licht machen und sieht etwas! Ich bin stark erkältet und huste viel. Aber wir sind in Timbuktu angekommen und freuen uns sehr! Vive la ville mystérieuse!! Es ist sehr kalt draussen, aber im Haus drin ist es warm. Seit Koutiala habe ich erstmals nachts nicht mehr gefroren und viel geschlafen! .
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In einem Boot auf dem Fluss Niger |
Inzwischen ist es 7 Uhr morgens geworden, habe ein frisches T-Shirt angezogen und mich gekämmt. Man ist im Haus erwacht, ich warte auf meinen Morgenkaffee, resp. heisses Wasser (das auf Holzkohle gemacht wird). Ich habe einen Brotofen photografiert und zwei, drei Frauen, die Brot buken (kleine Fladen). Ebenfalls photografierte ich die Eingangstüre zum Haus- es ist eine dieser wunderschönen, metall-beschlagenen typischen Türen. Es ist noch früh, Seydou hat inzwischen Kaffee gemacht, dazu ein Fladenbrot (praktisch ohne Salz, aber köstlich!)! Heute gehen wir in die Stadt. Ein Auto, das angeblich Boujouma gehört, ist vorbeigefahren. Boujouma soll inzwischen "reich" sein und ein eigenes Auto haben (was immer das heisst). "Laleisha" heisst eines der Mädchen hier im Haus. Der Vater des Hauses heisst Abdou. Der Cousin heisst "Larou", seine Frau "La Murcha" . Der Stadtheilige von Timbuktu heisst "El Faruk" (manchmal auch "El Farouche" gesprochen, und ist ein weisser Djinn (guter Geist), der in den Dämmerungsstunden "herumgeht". Er beschützt die Stadt und die Marabouts können ihn "sehen" oder zumindest spüren, wenn er herumgeht! Ein weiteres Kind heisst "Zeïna" (Zeïnabou), die Mama ist eine Bella. Ich gab ihr ein paar Parfummüsterchen und das kleine Tuaregarmband, welches ich schon sehr lange habe und nie trug. Ich habe ein Photo der Kinder gemacht im Salon. Inzwischen ist "oben" gereinigt worden. Wenn jemand "wandasubo" sagt (guten Morgen in Sonrai), ist die Antwort "Nda lafia " (es geht gut). Larou erzählt mir, er sei Bauer und habe ein Reisfeld und pflanze auch Gemüse an, alles für die Familie, welche das Wichtigste für ihn sei.
Wir waren in der Apotheke und haben Hustensirup gekauft, sowie Salbe zum Einreiben, danach gingen wir zur Polizeistation, um mich anzumelden, sowie aufs Touristenbüro (ich erhielt einen Stempel in den Pass, sowie eine "Carte Touristique de Tombouctou"). Dies kostete natürlich eine Taxe, dafür hat man ein
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Nochmals die Djingarey-ber in Timbuktu |
schönes offizielles Souvenir.. Wir spazierten durch Timbuktu und machten Photos, Seydou traf viele Bekannte. Ein Tuareg sprach uns an, er habe seinerzeit Boujouma geholfen, Seydou für mich zu finden und sei dabei gewesen, als Boujouma mich angerufen habe. Ich photografierte die Sankoré-Moschee, die Djingareyber Moschee, die Koranschule Takaboundou, und diverse Motive, die sich spontan anboten. Die meiste Zeit verbrachten wir damit, alte Bekannte zu begrüssen. Vieles sieht genau gleich aus wie vor zwei Jahren, anderes hat sich verändert, manche Gebäude wurden zu meiner Freude restauriert (Sankoré). Seydouo und Ismaël sind zur Post gelaufen, um mir Postkarten und Briefmarken zu kaufen. Ich sitze vor dem Haus einer Cousine, wo wir essen werden, sie hat ein bezauberndes kleines Mädchen namens Gna-Gna. In der Strasse, wo ich sitze, hocken Schafe und wiederkauen auf dem Trottoir, ich mache ein Photo.
Später: Wir haben zu Mittag gegessen (Reis, Fisch/Fleisch, Salat). Bei der Cousine ist alles tipptopp sauber ist, ein wenig zu sauber fast. Es hat herrliche Teppiche auf dem Boden, Sofas zum Sitzen oder Liegen und ein tolles WC mit Wasserspülung wie bei uns! Sie ist hellhäutig und sehr hübsch. Ich hörte mir ein Videokonzert von Bob Marley an und geniesse es, hier auszuruhen, da europäischer Komfort und Sauberkeit. Ich habe mir auf dem WC die Hände mit Seife gewaschen und fühle mich tatsächlich einmal sauber!
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Denkmal Timbuktu |
17.00 Uhr : Zurück im Haus von Larou - habe geduscht und fühle mich wohl. Habe unser Zimmer oben besichtigt und war begeistert - bis ich mich aufs Bett setzte! Dieses ist wie ein Trampolin! Dafür haben wir eine wunderschöne Zinne. Schade, kaum hat man entdeckt, wo alles ist, reisen wir schon bald weiter.. Wir wollen in 2 Tagen - retour nach Douentza und unseren Wagen abholen und dann via Dogonland nach Koutiala zurück. Wir sitzen auf der Zinne, während die Sonne langsam untergeht. Es gibt hier abends überall Fliegen, die immer versuchen, sich einem auf die Augen zu setzen, das ist ziemlich unangenehm. Aber sonst ist es fantastisch hier oben, man hört Musik, vor allem Trommeln, Stimmen, Tierlaute. Es ist "meine" Musik Timbuktus vom letzten Mal, ich habe sie wiedergefunden! Es ist der ganz besondere "Sound". Dies sei Bambara-Musik. Um 18.00 Uhr ruft der Muezzin "Allahu Akbar", die Trommeln haben aufgehört, dafür blöken nun Schafe, Menschen rufen, überall hört man Stimmen, während die Dämmerung langsam die Stadt einnimmt. Aus der Moschee ertönt nun eine Rezitation des Korans - nehme ich an, über den Lautsprecher. Es ist Betenszeit. Um 18.15 Uhr ist es schon ziemlich dunkel. Die Musik fängt wieder an - und gleichzeitig hört man noch die Stimme aus der Moschee.
17.00 Uhr : Zurück im Haus von Larou - habe geduscht und fühle mich wohl. Habe unser Zimmer oben besichtigt und war begeistert - bis ich mich aufs Bett setzte! Dieses ist wie ein Trampolin! Dafür haben wir eine wunderschöne Zinne. Schade, kaum hat man entdeckt, wo alles ist, reisen wir schon bald weiter.. Wir wollen in 2 Tagen - retour nach Douentza und unseren Wagen abholen und dann via Dogonland nach Koutiala zurück. Wir sitzen auf der Zinne, während die Sonne langsam untergeht. Es gibt hier abends überall Fliegen, die immer versuchen, sich einem auf die Augen zu setzen, das ist ziemlich unangenehm. Aber sonst ist es fantastisch hier oben, man hört Musik, vor allem Trommeln, Stimmen, Tierlaute. Es ist "meine" Musik Timbuktus vom letzten Mal, ich habe sie wiedergefunden! Es ist der ganz besondere "Sound". Dies sei Bambara-Musik. Um 18.00 Uhr ruft der Muezzin "Allahu Akbar", die Trommeln haben aufgehört, dafür blöken nun Schafe, Menschen rufen, überall hört man Stimmen, während die Dämmerung langsam die Stadt einnimmt. Aus der Moschee ertönt nun eine Rezitation des Korans - nehme ich an, über den Lautsprecher. Es ist Betenszeit. Um 18.15 Uhr ist es schon ziemlich dunkel. Die Musik fängt wieder an - und gleichzeitig hört man noch die Stimme aus der Moschee.
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Brot backen in Timbuktus' Strassen |
Timbuktu, Dienstag - 7. Januar 2003
09.30 Uhr: Habe lang mit Larou über den Islam und die Welt diskutiert. Er sagt, der Islam wolle nicht, dass man Menschen anderen Glaubens töte. Das Gespräch war sehr interessant. Wir waren später lange spazieren und haben im Restaurant Amanar bei der Flamme de la Paix eine Cola getrunken. Es hat sich sehr verändert. Wir waren bei Boujouma und ich habe ein Photo gemacht von Seydou und Bouj zusammen. Bouj trug ein dunkelvioletter Boubou und sah sehr gut aus. Ich fragte Bouj noch, ob Mohamed Najim da sei. Die Antwort war "Ja, er ist da und er hat sich verheiratet". Ich sagte Bouj, dass Marianne und Iduna im Februar nach Timbuktu kämen, und Bouj antwortete, er habe die Neuigkeit gestern vernommen. Wir gingen dann weg und suchten Bélé vom Hotel Sahara Passion, wo ich früher gewohnt hatte. Ich stand dort im Garten und sah den Tisch, wo ich gezeichnet hatte - vor zwei Jahren. Ich gab Bélé ein Hochzeitsphoto von uns, und Seydou gab ihm etwas Geld, Bélé freute sich sehr. Seydou wollte für mich eine Kameltour organisieren von 1-2 Stunden, aber ich kann nicht gehen, weil ich ein halbkrank bin. Ich muss alle ein, zwei Stunden aufs WC. So kann ich unmöglich reiten gehen!
Das Monument "Flamme de la Paix" wurde neu erbaut aus hellgrauem Marmor (ich staune!), und ist direkt gegenüber dem Restaurant Amanar. Ebenfalls sind viele halb verbrannte Waffen dort eingemauert, als Symbol des Friedens. Sie machen den unteren Teil des Monumentes aus. Das neue Monument sieht sehr schön aus und ich habe es photografiert. Dann sind wir zu Fuss wieder retour gelaufen zur Cousine.
15.00 Uhr: Wir haben bei ihr zumittag gegessen (Reis, Fleisch, Sauce mit Gemüse und Kartoffeln), dazu eisgekühltes Coca Cola (welch ein Luxus!!), alles war sehr fein! Das Haus ist sehr kühl, sauber und angenehm. Wir schauen uns denselben Film (DVD) von gestern nochmals an. Ich fühle mich wieder besser, die Kameltour wurde abgesagt wegen Infektion, welche heute morgen akut war. Inzwischen geht es aber wieder etwas besser.
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Beim Mar Billibangu, Timbuktu |
18.00 Uhr: Ich habe mich selber, sowie meine Kleider gewaschen und diese auf der Zinne zum Trocknen aufgehängt. Nun sitz ich dort oben und geniesse den Sonnenuntergang. Seydou ist mit Ismaël ausgegangen, und will versuchen einen Mietwagen nach Douentza zu finden. Eine Tante hat mir geflochtene Armbänder, eine Kette mit einer riesigen Muschel und ein altes Tuaregkissen aus Leder geschenkt. Die Stimme des Muezzin ertönt wieder über den Dächern Timbuktus. Ich sinne über die Verwandten nach. Nun ertönen auch wieder die Trommeln Timbuktu's , wie ich sie jeden Abend gehört hatte bei meinem früheren Aufenthalt. Ich habe wieder einen Hustenanfall. Es ist 18.05 Uhr, der Mond zeigt sich bereits am Himmel, während die wenigen Wolken noch rosarot glühen! Die Dunkelheit fällt schliesslich wie ein indigofarbenes Tuch über die Stadt nieder, während die Stimme des Muezzin im Singsang erklingt, Schafe dazwischenblöken und Kinder schreien. Die Mystik der Eindämmerung. "Allahu akbar" ruft die Stimme aus der Moschee. Ich habe kein Licht, die Batterien der Taschenlampe sind leer. Dies heisst, dass ich in spätestens 15 Min. überhaupt nichts mehr sehen kann. Ich muss schnell meine Wäsche abnehmen und nach unten klettern, die Treppe ist halsbrecherisch ohne Licht. Um 18 Uhr ist es bereits stockdunkel, ich setze mich in den Salon unten auf eine Matte und schaue dem TV zu.
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Das missglückte Foto (zu spät angekommen und bereits dunkel....) Schild: "Ville de Tombouctou". Das andere mit uns beiden drauf, war noch schlimmer.. |
Inzwischen ist Mulati, die Schwester von Mulchair, aus der "Isolation" entlassen worden (40 Tage) nach der Geburt ihrer kleinen Tochter Asa. Sie trug ein schönes Kleid und goldenem Kopfschmuck,. Ihre Schwester Mulchair trug ebenfalls ein schönes gelbes Kleid mit passendem Foulard auf dem Kopf. Mir wurde ein anderes drittes Kleid gebracht, gelb und vorne violett. Ich zog es an, ein Tuch wurde mir um den Kopf gebunden - und bevor ich mich zurechtmachen konnte, machte Seydou Photos von uns als Dreiergruppe. "Mulati" war sehr glücklich, dass sie diese Isolationszeit nach der Geburt hinter sich hatte. Asa ist ein süsses Mädchen und wurde in einem Spital geboren.
Timbuktu, Mittwoch, 8. Januar 2003
Der Vater von Larou schenkte mir einen alten Tuaregsäbel! Wir wollen abfahren, alles ist gepackt, doch der Wagen kommt nicht. Ich habe von 05.15 bis 07.15 gehustet und geschneuzt und konnte nicht aufhören. Wir fahren 08.15 ab bei Larou's Haus im Sankoré-Quartier, ohne grossen Abschied (dies sei in der Familie nicht üblich). Wir fahren zur Fähre, wo wir einen Transport nach Douentza suchen. Auf dem Weg zur Fähre fahren wir an Feldern vorbei, wo landwirtschaftliche Produkte, vorwiegend Reis, angebaut werden. Es ist sogar ziemlich grün, man könnte direkt von Gärten reden! Es hat viele Reisfelder und die üblichen runden Nomadenhütten. Um 11 Uhr sitzen wir immer noch an der Fähre und haben noch keine Transportmöglichkeit gefunden! Die 4x4 Wagen seien noch alle am Tuaregfestival und würden morgen kommen, da dieses heute beendet wird. Es bleibt uns deshalb nichts anderes übrig, als wieder nach Timbuktu zurückzufahren, aufzuregen nützt überhaupt nichts..... so ist das eben in Afrika.
Etwas später: Wir sind wieder "zu Hause bei Larou", allerdings todmüde. Es ist bereits 14.45 Uhr geworden. Angeblich könnten wir für SFr. 250.-- (CFA 100'000.--) mit einem kleinen Auto mit Vierradantrieb morgen um 07.00 Uhr nach Douentza fahren, teilt uns Larou mit. In diesem Preis ist der Chauffeur inbegriffen, wir würden also nicht selber fahren müssen. Wir haben kaum eine andere Wahl und nehmen das Angebot an. Morgen, Donnerstag, 10. Januar, fahren wir also nach Douentza zurück. Meine Nase läuft, ich muss stark husten und ausspucken und fühle mich nicht so gut.
17.45 Uhr: Der Chauffeur von morgen ist eingetroffen, er holt die Hälfte des Tarifs bei uns ab, d.h.
50'000 CFA. Ich habe es bezahlt, den Rest kriegt der Chauffeur morgen. Ich hoffe, er kommt auch wirklich - ich habe nicht so ein gutes Gefühl. Er will uns um 7 Uhr morgen früh abholen.
Timbuktu, Donnerstag, 9. Januar 2003- 07.00 Uhr
Wir sind ganz schnell aufgestanden, Katzenwäsche, WC, Zähne geputzt, gekämmt, etc. Noch einen Kaffee, der Chauffeur wartete schon! Ich habe sehr viel Auswurf und eine komplett verstopfte Nase! Wie ich das hasse! Wir warten aufs heisse Wasser für den Kaffee, das zwar schnell geht, aber mit der Holzkohle doch nicht so schnell wie bei uns in der Schweiz! Der typische Lärm der Tiere ist auch schon hörbar, dazwischen Babygeschrei, Hahnengeschrei, andere Vögel die pfeifen, Ziegen, Schafe, Esel...... Die Sonne geht langsam am Horizont auf und taucht die Welt in eine vorerst milde Helligkeit. Wir fahren nach Douentza - ich freue mich sehr, dass wir dort wieder "unser" rotes Auto haben werden und unabhängig sein werden! Es ist kalt und windet stark.
Um 07.10 sind wir an der Fähre von Timbuktu, wo wir gestern so lange vergebens gewartet haben. Der Chauffeur heisst Alassane und scheint ein Tuareg zu sein. Der Wagen ist klein, ein Suzuki mit wenig Platz, aber Hauptsache ist, wir kommen nach Douentza! Bis wir am anderen Ufer der Fähre sind, wird es noch viel absetzen, denn die Schlange der wartenden Autos ist lang, und es ist wie immer ein Riesenchaos ! Alassane holt sich ein Frühstück - eine Schale mit Fleisch und Brot - während wir warten. Er sagt, er habe noch nichts gegessen heute. Er hat wunderschöne Augen mit langen, langen Wimpern.... beneidenswert! Was für eine Fahrt nach der Fähre - Staubwolken haben uns weiss gefärbt, da der Wagen überall offene Ritzen hat (ein Faltdach mit Löchern). Am meisten Staub scheint Ismaël hinten abgekriegt zu haben, er sieht aus wie Salif Keita - der Albinomusiker - mit all dem weissen Staub im Gesicht! Ich bekomme einen Lachanfall, als ich mich umdrehe und Ismaël ansehe! Die Fahrt war natürlich wieder über holprige Piste. Es war sehr sehr hart, in diesem kleinen 4x4 zusammengekrümmt bis Douentza zu fahren. Aber wir sind da - um 14.30 Uhr ! Wir bezahlen Alassane die zweite Hälfte und trinken eine Cola, dort, in dem Garten der Herberge, wo wir nicht übernachten konnten, und fahren dann weiter Richtung Bandiagara, Dogonland in unserem Toyota. Es ist inzwischen 16 Uhr - wir haben gerade im Auto Fisch gegessen, das war unser Mittagessen um 16 Uhr, und sind wieder guter Dinge.
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In der Falaise von Bandiagara |
Bandiagara, 18.10 Uhr
Wir sind in der Herberge von Bandiagara angekommen. Nun habe ich geduscht, sitze in meinem Zimmer und trinke eine Cola. Die Strasse von Mopti nach Bandiagara war geteert - bis jetzt die beste Strasse, die ich in Mali ausserhalb von Bamako gesehen habe. Wir haben elektrisches Licht im Zimmer und ein Moskitonetz. Ich habe etwas Fisch gegessen, den wir mittags unterwegs gekauft hatten. "Auberge Kansaye", Bandiagara, heisst das Hotel, und die Zimmer haben alle Namen nach Dogondörfern. Unseres heisst "Kanikombolé", ein anderes Zimmer heisst "Indé". Wie ich später erfahre, ist Ismaël's Zimmer gratis - da er als "Guide" gilt und Sido und ich als Touristen.
Bandiagara, Freitag, 10.1.2003 07.45
Wir haben gut geschlafen. Gestern abend sassen wir noch um 21.30 auf der Dachterrasse und haben Cola und Fanta getrunken - Sido, Ismaël und ich. Es gab Nudeln mit Gemüsesauce. Nun habe ich gepackt, Frühstück : Kaffee aus unseren Schweizer Sachets und feine Brötchen mit Aprikosenkonfitüre! Wir fahren nach Sangha, wo man eine Höhle und Holzschnitzereien der Dogon bewundern kann. Die Strasse nach Sangha ist nicht geteert, aber gut. Alles ist felsig. Frauen gehen in Kolonne erhobenen Hauptes der Strasse entlang und tragen Körbe auf dem Kopf..
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Die Grotte von Sangha (Dogonland, Falaise von Bandiagara) mit den singenden Kindern |
Sangha, 11.30 Uhr
Wir sind durch eine Grotte gelaufen und sitzen in den Felsen der Falaises von Bandiagara. Es sieht aus wie im Grand Canyon, nur kleiner. Im 13. Jhdt. sind die Dogon vor den Mandinge und dem Islam hierher geflüchtet. Die Bozo flüchteten auf die Inseln des Niger, die Dogon in die Felsen. Man sagt, die Bozo (Flussvolk) und die Dogon sind Cousins, die aber nicht untereinander heiraten).
Habe ein Paar wunderschöne Dogontüren gekauft, mit in Holz geschnitzten Ahnenfiguren. Sie kosteten ca. Sfr. 30.-- - sehr günstig. Die Grösse ist ca. 50 x 60 cm, hat geschnitzte Figuren, Muster, Tiere und ist aus dunkelbraunem, massiven Holz. Wir fahren über felsplattenartiges Gelände - Dogonland. Die Dogon selber machen nicht den besten Eindruck auf mich, sie wollen nicht photografiert werden, sie sind aggressiv, besonders die Kinder. Sie schreien herum, verlangen Geschenke (Cadeaux), sie fangen ungefragt an zu singen und wollen dafür bezahlt werden! Seydou regt sich auf (zurecht!), und schreit sie an. Er sagt, es sei hier normal, dass man sich gegenseitig anschreit. Dies sei Teil der Verhaltensregeln. Die Sonrai und die Dogon beleidigen sich gegenseitig. Felder mit Zwiebeln sind wunderschön smaragdgrün - eine herrliche Farbe! Wir sehen auch Eichhörnchen herumhuschen und in den Felsplatten ein Gewässer mit weissen Wasserlilien, wunderschön! Die Landschaft ist traumhaft - Felsstücke, dazwischen riesige Baobabs, Sträucher und andere Bäume, und diese smaragdfarbenen Zwiebelfelder.
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Dogonfrauen bei Sangha |
Bandiagara, 17.00 Uhr
Wir haben das Dogonland verlassen und kaufen etwas zu essen - Fleisch mit Gewürzen, Coca Cola. Wir essen an der Strasse, ich Rindfleisch, je ein "Manta" (malzhaltiges Tonic, das wir eiskalt gekauft haben), die anderen Schaffleisch. Wir haben noch eine lange Fahrt vor uns, bis Koutiala. Ich schreibe meine Notizen teilweise im Auto bei holpriger Strasse. Wir machen einen Umweg nach Sofara - es gibt dort eine englische protestantische Kirche. Die Mosquée von Sofara ist im üblichen Sudanstil, hat aber auf dem Minarett einen silbernen Halbmond mit Stern.
17.15 Wir sind irgendwo auf der Strecke bei Tafla, auf dem Weg nach Koutiala. Ich habe ein gutes eiskaltes Fanta getrunken. Wir haben ca. 3000 km zurückgelegt, inkl. Strecke Douentza-Timbuktu, welche mit dem Chauffeur gefahren wurde, sagt Seydou, er müsse es aber nochmals genau kalkulieren, es könne auch einiges mehr sein.
19.30 Uhr Wir sind glücklich in Koutiala angekommen. Zu unserem Empfang wurde eine Neon-röhre in unserem Zimmer installiert (Juhuuu!!! Allerdings nur für heute abend - da sie mit Batterie betrieben wird, ist das nur für besondere Gelegenheiten möglich). Nach der Dusche wurde mir eine grosse Platte ins Zimmer gebracht - Poulet, Salat, Pommes Frites, gebratene Gemüsebananen. Herrlich - ein richtiges Festessen! Teile des Poulets gab ich den Hunden und Katzen, da ich genug Fleisch gegessen habe. Ich sitze nun im Garten und schreibe, während die zwei Dienstmädchen abwaschen. Die Familie sitzt im Wohnzimmer am Boden und isst. Eine Freundin der Mutter hat ein Stück Bogolanstoff für mich gebracht - es ist wunderschön und ich möchte daraus eine Art Jacke machen lassen. (Bogolan = mit Lehm gefärbter Stoff, alles in natürlichen Farben der Erde und Pflanzen). Sie hat mir den Stoff einfach so geschenkt!
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