Segou Mopti Timbuktu
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Montag, 31.1.05 Ségou – Mopti
Frühstück um 07.45 im Restaurant, welches sich 2 Strassen weiter als die Zimmer befindet.. Sehr schönes Hotel, warmes Wasser und gutes WC verfügbar, sehr sauber. Bin um 6.00 Uhr aufgestanden und habe meine Tasche frisch gepackt. Das Hotel ist wie ein Motel gebaut, dh. jedes Zimmer hat direkt eine Türe ins Freie, in eine Art Hof, wo die Autos geparkt werden können. Als ich aus der Zimmertüre ins Freie trat, sah ich die Hotel-angestellten noch tief schlafen (im Hof am Boden auf Decken oder Campingliegen).
07.20 Uhr: Ich sitze im Hof des Hotels, es hat in der Mitte einen befestigten Tisch und zwei Hocker und ist noch nicht ganz hell. Man hört überall die Laute der Natur (vor allem Vögel und Ziegen). Die Naturerde ist auch hier rotbraun, auch die Steine. Es ist relativ kühl und der Wind weht stark, als käme ein Regen. Abfahrt nach einem feinen Frühstück um 09.00 Uhr - und es hat tatsächlich kurz geregnet! Fahrt via "Cinzana", wo wir einen kleinen Halt machten und Bauern an einem Ziehbrunnen fotografierten! Habe der Mama der Familie ein Armband aus Malachit geschenkt.
Dann Weiterfahrt via Tonah - Brücke über den Fluss Bani. Ortsname: Pont Bani. Viele Kinder kamen zur Brücke - immer mehr - am Schluss ca. 20. Bin mit ihnen und Andrea über die Brücke gelaufen. Sie bekamen von uns diverse kleine Geschenke. Kalebassen liegen als grüne Kugeln in den Feldern. Der Inhalt der Kalebassenfrucht könne nicht gegessen werden, man benützt nur ihre Schale als Gefäss. Die Farbe der reifen Kalebassenfrucht ist hellgrün (sieht aus wie bei uns die Gurken INNEN).
Fahrt nach "Bla", ein relativ grosser Ort, den ich von früheren Malireisen mit Seydou noch kenne. Emsiges Leben in den Strassen, überall tiefrote Erde, viele Motorräder zu sehen (ohrenbetäubender Lärm), Stände an den Strassenseiten, übliche Lehmbauten, Dreck auf den Seiten der Strassen. Bei Yangasso sahen wir schöne Kokospalmen. Fahrt via die Orte Terekounga, Somo, Ouan (wo wir Hirsespeicher aus Lehm sahen - ähnlich wie die Speicher im Dogonland.
Wir reden über Kamele im Auto. Das Reitkamel wird mit 3-4 Jahren trainiert, es dauert ca. ein Jahr, bis es soweit ist. Weibliche Kamele werden nur zur Zucht verwendet, nicht zum Reiten, weil sie sonst keine Jungen bekommen (durch die Anstrengung). Folglich sind alle Reitkamele Hengste, resp. Wallache. Skorpione gibt es überall, wird mir gesagt. Ein Stich sei wie ein Wespenstich, vergeht wieder (offenbar ist er nicht tödlich), tue aber sehr weh und es gäbe ein Geschwulst. Farbe der Skorpione hier sei hellbeige. Vorsichtsmassnahme: Immer die Schuhe zuerst ausschütteln, bevor man sie anzieht! Manchmal kriechen die Viecher auch unter die Matratze, also Vorsicht!
Nächster Ort: Sofara, den ich auch von meiner früheren Reise mit Seydou her kenne. Wir erreichen Mopti, resp. Sévaré, wo wir im Hotel Ambedjele um 15.30 Uhr eintreffen. Es besteht aus einem grossen Garten mit lauter kleinen, einzelnen Häuschen (sie sind im Stil von Dogonspeichern gebaut), aus Lehm. Sie sind innen klimatisiert und ich bin begeistert!
Nach einer schnellen Dusche fahren wir um 16 Uhr nach Mopti rüber (Sévaré ist ein Teil von Mopti, aber durch den Fluss, respekt. einen Damm getrennt. In Sévaré befinden sich praktisch alle Hotels, während Mopti den alten Stadtkern mit der Moschee und dem Hafen hat).
Wir parkieren das Auto und gehen durch die Strassen zur Moschee von Mopti. Menschen,
Strassen, Moschee fotografiert, danach zum Hafen, der seinen eigenen Charme hat, wunderschöne, bemalte Pirogen sind zu sehen. Sehr viele Menschen, Peulfrauen mit tätowierten Lippen und den speziellen grossen, goldenen Ohr-ringen, Tuareghändler mit farbigen Turbanen, "Schigele" getroffen (Tuareg aus Timbuktu, den Kira kennt, er habe drei Frauen, davon eine Amerikanerin). Danach retour zum Hotel über die Dammstrasse, wunderschön mit Bäumen gesäumt, leicht erhöht, rote Erde. Links und rechts ausgedörrtes Gras und grüne Büsche.
Abendessen im Hotel Ambedjele: Brochette von Filet de Boeuf, sehr fein. Riesiges Bienenviech mit langem Hinterkörper kam beim Essen geflogen, flog mir auf den Hals. Ich hattte einen Schock und schrie auf. Es sei aber völlig harmlos, wurde mir versichert. Im Hotel (resp. in meinem Häuschen) schlief ich unter einem Moskitonetz
Dienstag, 1.2.2005 (Mopti - Timbuktu)
Um 05.00 aufgewacht, Duschen und Packen. Draussen war es noch dunkel, fast unheimlich, obwohl vor jedem Häuschen und im Garten Lichter brannten (Kerzen in Tongefässen mit Löchern, sah sehr romantisch aus!). Die Häuschen (Zimmer) liegen teilweise aneinander gebaut, haben Dächer aus Stroh und innen grobe Holzbalken. Jedes Häuschen hat eine geschnitzte Dogontüre, wunderschön. Die
Türschlösser sind ebenfalls im Dogonstil, d.h. geschnitzte Holzfiguren und sogar die Aufhängehaken im Innern. Ich hatte zwei Betten, Klima-Anlage, Moskitonetz. Die Häuschen stehen in einem grünen Garten. Allerdings habe ich wegen der mangelhaften Beleuchtung mein Häuschen fast nicht gefunden nachts beim Zurückgehen. Die Lämpchen im Zimmer sind aus bemaltem Stoff, selbst der Schlüssel-Anhänger hat die Form eines Dogon-Speichers und ist aus Holz. Ich wollte nach dem Aufstehen draussen ein paar Fotos machen, aber es war noch stockdunkel!
Nach einem Superfrühstück mit Fruchtsalat ging es weiter. Fahrt über holprige Piste, alles voll Sand im Auto, Aba und Peter liessen
die Fenster offen, so flog der Sand herein und nach hinten. In Douentza machten wir einen Halt: Trinken, Einkauf von Vorräten, Bewundern der Landschaft und Fotos! Mohamed präsentierte uns eine Heuschrecke mit der Hand - was für ein Motiv! Herrliche Berglandschaft in Douentza! Weiterfahrt ca. 13.25 Uhr bis Bambara-Maoundé. Sehr heiss. Füsse vertrampt, ein Fanta getrunken (hier gibt es ein Restaurant), Sonnenbrille (die ich im Auto getragen habe) war total versandet und praktisch undurchsichtig! Die Land-schaft um und nach Bambara-Maoundé ist sahelartig, dh. Sand mit niedrigen Büschen, Koloquinten, die Piste wurde befestigt, dh. die Ränder sind sichtbar (besser als früher!). Schon wieder ist ein Pneu "creusé" (Platten!). Schigele und andere Tuareg, die wir hier wieder trafen, halfen beim Radwechsel. Dann Weiterfahrt.
