Mopti - Timbuktu
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Die Moschee von Mopti |
Hotel Oasis Annex: Habe schlecht geschlafen, da auch 38°C im Zimmer! Der Ventilator an der Decke drehte unaufhörlich und erinnerte mich an alte Filme, allein es half nichts, es war stickig im Zimmer. Seydou kam kurz am abend, um zu sehen, ob alles ok sei, und riss die Fenster auf! So gab es Durchzug und ich konnte wieder atmen. Trotzdem schlief ich miserabel, ich erwachte alle paar Stunden. Um 5.00 h stand ich auf und fing an zu packen. Danach nahm ich eine Dusche. Ich genoss es unter dem Wasser, kämpfte aber mit dem verstopften Abfluss. Meine am Vorabend gewaschenen Sachen waren trocken, ich fühlte mich besser, weil alles sauber roch. Draussen im Hofe war es herrlich kühl, ca. 18°C. Um
06.00 schien es, als würde eine Lampe angeknipst - die Sonne ging auf und innerhalb einer Minute war es taghell! Ich ging in den Hof hinunter und fühlte mich dort sehr wohl - im Zimmer war es noch immer 38° Grad und stickig.
Aufbruch - über Pisten durchs Dogonland mit Sicht auf die Falaise von Bandiagara, wo das Volk der Tellem Häuser in die Felsen gebaut hat . Doch wir fahren weiter, Timbuktu ruft. Die Piste ist holprig - wir fahren über Stock und Stein, leicht aufwärts. Die Bodenwellen sind für den Rücken kein Vergnügen. Die Stösse des unebenen Geländes setzen sich vom Wagen fort in den Körper. Am besten übersteht man alles, in dem man sich fallen lässt, die Muskeln entspannt und sich nicht wehrt, sondern mitgeht - mit einem runden Rücken. Allerdings kann es trotzdem passieren, dass man bei einer kräftigen Bodenwelle mit dem Kopf ans Dach fliegt und einen Stoss abkriegt oder eine Beule. Der Fahrer klemmte sich ans Steuer und war voller Konzentration mit dem Fahren beschäftigt. Alles hing von ihm ab: mit den Natur-gegebenheiten richtig umzugehen, schnell und richtig zu reagieren. Einfach war es nicht, das stellten wir schnell fest. "Wir sind in einem Schüttelbecher", sagt Kira treffend. Steine knallen von unten gegen das Chassis des Wagens und es tönte, als würde der auseinanderbrechen. Manchmal flog ein Stein aufs Autodach, geschleudert vom ungeheuren Druck, oder gegen die Scheibe. Schliesslich erreichten wir Bambara Maounde, nördlich des Douentza Elephanten-Reservates. Seydou hat unterwegs einen Passagier aufgelesen, der uns ein paar Stunden begleitete und Bambara sprach.
Wir waren halb in Savanne halb Wüste, mit Hügeln und Unebenheiten, von Strasse keine Spur. Irgendwann wechselte die Szene zu mehr Sand. Manchmal blieb der Wagen auch fast stecken - trotzdem ging es ohne Unterlegen von Sandblechen weiter! Seydou wusste genau, wann er viel Gas geben musste, und über den Sand hinwegfliegen konnte, und wann er ganz langsam fahren musste, um nicht einzusicken. Sand war nicht gleich Sand! Fast war's soweit: die Räder griffen nicht mehr, drehten sich leer, wirbelten den Sand in alle Richtungen und surrten bösartig dazu. Er versuchte mit viel Gas aus dem "Sandloch" zu kommen, und es gelang, wenn auch mit Lärm der Räder, die im Nirgendwo rotierten. Nach langer Fahrt, und durch-die-Luft-geworfen-werden, gelangten wir nach Koryoume am Niger, wo wir alles aus dem Auto auf zwei Pirogen umluden, die im seichten Wasser des Nigerufers bereitstanden. Wir mussten alles mitnehmen, da wir nicht mehr mit diesem Auto zurückfahren würden. Den Wagen schlossen wir ab und liessen ihn auf dem festen Ufer stehen. Ich war beruhigt, dass Seydou mit uns kam, ich hatte befürchtet, wir müssten ohne ihn, nur mit den zwei Piroguiers nach Timbuktu weiterreisen, welches sich hinter dem anderen Ufer befand. Unsere Reise neigte sich langsam dem Ende zu. Wir mussten zur Piroge durchs Wasser waten - bis über die Knie. Ich dachte an die Bilharziose. Doch was blieb uns übrig, zudem floss der Niger, obwohl gemächlich, er floss! - auch wenn am Ufer das Wasser stillzustehen schien. Ich strich meine Bedenken wegen Bilharziose schnell aus meinen Gedanken. Wir kletterten in die Piroge, nachdem Seydou und die Piroguiers, alle Sachen verstaut hatten. Man erzählte uns in der Piroge, dass, es Flusspferde gibt, die sehr aggressiv würden. Sie könnten sogar Menschen töten. Ich staunte.
Seydou band sich im Boot einen Turban um, die Sonne brannte heiss und verstärkte sich durch die Reflexion des Wassers. Er sah aus wie ein Tuareg - atemberaubend! Ich war nun total fasziniert- und photografierte ihn. Ich wünschte mir, die Fahrt würde ewig dauern! Er machte auf einem kleinen Stövchen Tee in der Piroge. Wir bekamen jede drei Gläser serviert: das erste, das starke. Danach das zweite, weniger starke. Und schliesslich das dritte, das süsse. Ich hörte, der grüne Tee aus der Wüste sei die "nationale Droge Malis". Die Sonne brannte unerbittlich und verlangte viel Toleranz, ich legte mir ein Halstuch über den Kopf, und steckte meine Arme in eine Jacke, da sie nach kurzer Zeit höllisch von der Sonne brannten.
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Auf dem Niger in einer Piroge |
Zwei Einheimische stachen die Piroge mit langen Stangen vorwärts. Der Niger ist dort sehr breit und hat viel Seegras auf der Oberfläche. Zeitweilig sah es aus, als wären wir nicht im Wasser, sondern auf einer grossen Wiese! Die ganze Oberfläche war grün von diesen Wasserrosen. Manchmal kämen Flusspferde, die könnten das Boot kentern. Schwimmen ist jedoch nicht die Rettung, es nützt wenig, wird man von wütenden Flusspferden angegriffen. Ich wusste nicht, dass die "Hippopotames" so aggressiv sind. Trotz dieser Gefahr, war es eine schöne, entspannte Atmosphäre und am Ufer sahen wir Gehöfte vorbeiziehen, und
Menschen, die arbeiteten, oder Esel antrieben, und hie und da kleine Moscheen. Ich hatte nach Krokodilen Ausschau gehalten, da mir die Krokodile weit gefährlicher schienen. Hätte ein solches den Kopf aus dem Wasser gehalten, ich wäre nicht überrascht gewesen!! Allein, ausser Vögeln sah ich keine Tiere. Es war, als wäre ich in einem Traum - wie ich in dieser Piroge auf dem Niger dahinglitt, die Lehmbauten am Ufer vorbeizogen. Es schien alles so unwirklich, wie ein impressionistisches Bild, verwischt, verwoben, aber zauberhaft. Das ruhig dahingleitende Wasser des Niger spiegelte den dunklen Schatten des Bootes und in den sich kräuselnden Wellen tanzten kleine Juwelen - Sonnentropfen! Das Binnendelta des Niger ist ungefähr 350 km lang und wird auf dem Höhepunkt der Regenzeit ein ca. 24.000 qkm grosser See. Von den Regenfällen im April und September hängt es ab, ob die Felder genügend Wasser haben, damit genügend Nahrung wachsen kann. Die Sonne glitzerte im grünlich schimmernden Flusslauf - ich hätte noch stundenlang so weiter dahinfloaten können - allerdings mit Hut, einer Sonnencrème und einer langärmeligen Bluse, sowie Socken! Zeitweise kam ich mir vor wie in einem Märchen, so unwirklich erschien mir alles und ich fragte mich mehrmals: "Ist es wahr - erlebe ich dies alles, oder ist es nur ein Traum?". Am anderen Ufer warteten viele Menschen mit einem Auto, um uns nach Timbuktu zu fahren. Das war von Seydou organisiert worden. Wir mussten uns reinquetschen, da so viele Leute mitfahren wollten! Es war zwar "unser" Wagen, wir haben ihn ja gemietet für uns allein und auch bezahlt, aber was soll's - so ist eben Afrika!
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