Reisebericht Mali 2003: Hombori
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Hombouri-Berge (auf diesem leeren Gehöft schliefen wir). Das Foto entstand am frühen Morgen - auch hier war alles dunstig, deshalb unklar |
Wir haben keinen Platz in der einzigen Herberge gefunden. Der schwarze Chef dort, den Seydou kennt, nimmt nur Weisse! (Seydou sagt, er mache das jedes Mal, wenn er hierherkäme, "il n'aime pas les noirs" - ich kann es nicht glauben, denn er ist ja selber schwarz!! Gibt es so etwas?? Ich verstehe das nicht!). Wir überlegten, was wir tun sollten (weiterfahren, im Auto schlafen, oder was?), als Seydou einen Bekannten traf, der in dieser Herberge arbeitet. Er schlug ihm vor, ein Haus zu benützen, welches momentan leer stehe und einem Freund von ihm gehöre. Wir waren natürlich sehr glücklich über diese Lösung und fuhren ein Stück in die Nacht hinaus nach den Angaben dieses Bekannten. Wir kamen zu einem leeren Gehöft, direkt unter den Bergen von Hombouri. Diese erhoben sich gleich doppelt vor mir, und sind nicht die "Main de Fatouma", sondern andere Gipfel der Monts de Hombouri mit ähnlichem Aussehen. Ich mache eine Skizze der beiden Erhebungen, und nehme mein Mephaquine gegen Malaria.
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Unterwegs angetroffen |
Ich schreibe im Auto, wir fahren auf einer geteerten, aber holprigen Strasse. Die berühmte "Main de Fatouma" besteht also nicht nur aus diesen 5 Zacken (d.h. eigentlich doch), es gibt aber eine ganze Bergkette (die Monts de Hombouri), die sich in fast gleicher Form dahinziehen, mal zur rechten, mal zur linken Seite der Strasse und zwar von Douentza bis Gao.. Zuerst ist man total verwirrt, weil man glaubt, die Main de Fatouma doppelt zu sehen. Wir hoffen, in Douentza einen Transport nach Timbuktu zu finden und den kleinen Toyota dort einstellen zu können. Immer wieder begegnen wir Viehherden mit Hirten, manchmal wie Tuareg aussehend. Es sind dies Rinder, Ziegen, Schafe, und Esel, seltener Kamele. Manchmal treffen wir auch Velofahrer und "afrikanische Lastwagen" mit "Hunderten" von Menschen oben auf der Ladefläche und an den Seiten hängend. Dann sehen wir viele Menschen, die der Strasse entlang gehen, sie tragen grosse Körbe und Kalebassen auf dem Kopf, oft sitzen auch ganze Familien auf Eselskarren. Sie gehen zu einem Markt, wird mir erklärt. Um 09.40 Uhr kommen wir in Douentza an.
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Ein Mädchen namens Aisha vor einer typischen Tür in Mali |
Wir machen einen Halt und trinken heissen Kaffee. Wir versuchen, einen 4x4 Wagen zu mieten, aber alle seien bereits weg, da ausserhalb von Timbuktu jenes Tuaregfestival stattfindet, wie wir mehrmals gehört haben. Wir beschliessen deshalb, mit unserem rotem Starlet bis Bambara Maoundé zu fahren und dort wieder nach einem 4x4 Wagen zu suchen. Bambara Maoundé liegt wesenlich näher zu Timbuktu und die eigentliche Piste beginnt dort. Malerische Frauen mit Kindern auf dem Rücken kreuzen uns. Dazu Peuls, aber auch Tuaregmänner. Wir haben Glück und finden in Douentza nun doch noch einen 4x4 Wagen, allerdings müssen wir den Chauffeur dazu mieten und der Wagen ist sehr klein. Wir haben keine Wahl und lassen den roten Starlet im Garten des Hotels.
Bambara-Maoundé, 13.30 Uhr
Wir sind in Bambara-Maoundé angekommen, nach Fahrt über holprige Piste. Es ist Markttag, ein höchst malerischer, farbenfroher. Ich habe zwei Photos gemacht. Der Chauffeur heisst Salif und ist relativ jung und unerfahren, hat es aber recht gut geschafft.. Peul- und Tuaregnomaden in herrlichen violetten Boubous stehen herum.
Fähre vor Timbuktu, 19.00 Uhr (5.1.2003)
Wir warten vor Timbuktu auf die Fähre - das übliche Chaos bei den Fähren. Eigentlich wären wir schon längst an der Reihe gewesen, aber der Gouverneur und seine Gefolgschaft kamen und hatten Vorrang, d.h. sie fuhren an uns vorbei, und wir, die wir schon 2 Stunden gewartet hatten, müssen auf die Rückkehr der Fähre warten und hoffen, dass wir es heute überhaupt noch auf die andere Seite schaffen!!! Die Fahrt ab Bambara-Maoundé war ein einziger Schüttelbecher auf sandiger Piste gewesen. Ich sass vorne neben dem Chauffeur Salif und hatte keinen Sicherheitsgurten. So flog ich manchmal bis zum Dach des Autos und erinnerte mich an Iduna's Rat, den Rücken möglichst krumm gebogen zu halten und alle Muskeln locker und die Bewegungen einfach geschehen zu lassen. Während des Wartens auf die Fähre haben wir spanische Nüssli (bereits aus der Schale genommen in einem Plastiksäckchen) und "letzte Qualität"-Datteln gegessen, welche Kinder verkauften. Das tat gut, und ich fühle mich wieder besser, obwohl ich noch immer diesen Schleim aushusten muss. Doch die schlechten Datteln enthalten auch viel Fruchtzucker und haben mir offenbar Energie zurückgegeben.
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In Mali |
17.30 Uhr - Die Fähre ist da und wir samt dem Auto drauf, endlich, fast unglaublich. Aber man wartet ab, ob noch andere Autos kommen, da die Fähre nur halbvoll ist. Falls wir das einzige Auto bleiben (die anderen Passagiere sind mit Velo, zu Fuss und mit Tieren), erhöht sich der Fahrpreis drastisch - was ich unverschämt finde, da wir ja nichts dafür können, dass man uns "ausgeladen" hat wegen dem Gouverneurswagen! Seydou macht sich grosse Sorgen wegen des eventuell hohen Fährpreises. Ein leichter Nebel liegt über dem Niger und zu meiner Linken sinkt die Sonne in den Fluss - eine unglaublich romantische Stimmung. Seydou hat sich am Nigerufer Gesicht, Hände und Füsse gewaschen - und die Haare, und betet. Als wir endlich am anderen Niger-Ufer ankommen, ist es dunkel - und wir können die geplanten Photos nicht mehr machen, dh. wir versuchen es, aber sie kommen schlecht heraus.
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