4000 km durch Mali (2003)
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Landkarte Mali |
4000 km durch Mali
© Eva Baby, Zürich
Dies war meine dritte Malireise, dieses Mal ohne Kameltrekking, sondern nur mit einem Auto. Dafür habe ich sehr viel gesehen - die Wüstenstadt Timbuktu, die andere Wüstenstadt Gao, die berühmte Moschee in Djenné mit dem berühmten Montagsmarkt und vieles mehr.
Inhalt:
- Anreise, Bamako, Koutiala
- Koutiala bis Douentza
- Reisebericht Mali 2003: Gao
- Reisebericht Mali 2003: Hombori
- Reisebericht Mali 2003: Timbuktu und Dogonland
- Reisebericht Mali 2003: Koutiala bis Bamako
18.15: Wir fliegen über Marokko. Die Leute rund um uns sind eine Gruppe fröhlicher Südländer - die Frau links hat mir Weisswein über meine Füsse geleert, nicht absichtlich, aber sie ist beschwipst. Ich stinke nach Wein, auch wenn sie sich entschuldigt und bin nicht begeistert.
18.45: Wir fliegen über Marrakech und Ouarzazate. Ich bekomme Heimweh nach diesen Orten, an die ich schöne Erinnerungen habe. Technische Angaben zum Flug: Höhe 10'668 m, 916 km/h, Aussentemperatur - 53°C, zurückgelegte Strecke seit Paris: 2124 km. Wir fliegen Richtung Agadir - rechts liegt der hohe Atlas.
Sonntag, 29.12.2002, Bamako und Koutiala:
Die Ankunft im Flughafen Bamako war ein Riesenchaos. Zwar waren drei Cousins da, um uns zu helfen, und die uns sehr schnell durch die Passkontrolle schleusten. Aber mein Gepäck kam lange nicht heraus, es war das allerletzte Stück! Die Gepäckträger manipulierten einen immer wieder vom Turntable weg, und der Zugang zum eigenen Gepäck wurde einem verwehrt! Es ist ein unglaubliches Chaos an diesem
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Meine Schwiegermutter, mein Mann und ich in Mali |
Mittags Spaziergang mit Seydou und Ismaël (Sey-dou nenne ich hier meinen Mann, Ismaël ist sein Jugendfreund) durch die Mangofelder in Koutiala. Wunderschöne Mangobäu-me, auch Baobabs, hat es hier. Wir sind weit gelaufen, es war angenehm kühl trotz Sonne. Ich habe den Frauen der Familie, meine Geschenke verteilt. Habe versucht, den verlorenen Schlaf nachzuholen, aber der Lärm war zu gross. Mittags gab's roten Reis mit interessanten Gewür-zen und Fisch "Capitaine"! Hinreissend!
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Die Moschee von Djenné |
Neue Pläne: Wir reisen morgen (Montag, 30.12.02) nach Djenné, an den Montagsmarkt und um die berühmte Moschee zu besichtigen - und am gleichen Tag wieder zurück nach Koutiala. Seydou's Bruder Alphadi und Ismaël kommen mit. Die Fahrt von Koutiala nach Djenné dauere ungefähr 3 Stunden hin und 3 zurück. Ich freute mich sehr auf Djenné. Viel Besuch kam vorbei, und endloses Palaver. Apropos Licht - was hier in Koutiala schlecht ist - es gibt kein elektrisches Licht, ab 18.30 Uhr ist es stockdunkel und man findet seine Sachen kaum - selbst eine Taschenlampe hilft nur wenig.
Montag, 30.12.2002 - Djenné
Es hat eine gute Strasse von Koutiala aus, wir sehen auf den Feldern Berge gepflückter, aufgeschichteter Baumwolle! An einem Schulgebäude sind Esel angebunden - sehr lustig. Der Ort heisst Karaba. Wieso die Esel ausgerechnet am Schulgebäude stehen? Auf der Weiterfahrt begegnen wir vielen Herden: Ziegen, Rinder, Pferde und Esel. Entlang der Strasse stehen Baobabs und Akazien. Peuls in Turbanen mit dem spitzen Peulhut über dem Turban laufen entlang der Strasse. Termitenhügel flitzen an uns vorbei. In der Gegend von San wohnen die Bobo, darunter habe es viele Christen - auch eine Kirche haben wir gesehen. Immer wieder begegnen wir Peuls (auch Fulbe oder Fulani genannt). Um in die Stadt Djenné zu gelangen, muss man mit einer Fähre den
Der Montagsmarkt von Djenné
Fluss Niger überqueren - endlose Warterei, Verkehrschaos, zwischen den Autos zwängen sich Esel, Ziegen, Schafe und Menschen. Habe bei der Fährstation zwei Djiwaras* gekauft für 35 Euro - sehr schöne Ausführung (*Djiwaras sind Antilopenfiguren, nach einer alten Legende ein Naturgott und zugleich das Nationalemblem von Mali), mit Metallbeschlag an den Schläfen. Das Weibchen hat ein Kitz auf dem Rücken.. Ich bin total begeistert! Um nach Djenné zu gelangen, braucht man ein Ticket, welches 1000 CFA kostet (dies nur der Ausländer mit Auto), die Fähre kostet CFA 1500.-je Hin- oder Rückfahrt. Wir haben den Wagen in Djenné parkiert und sind durch den Montagsmarkt gelaufen - der sehr farbenfroh ist. Auch hier gab es viele Peulnomaden in ihren typischen Spitzhüten. Habe für 30 Euro einen Peul-Ring gekauft aus Silber - welches dann doch keines war. Wir sind dann um die berühmte Moschee gelaufen, kletterten sogar auf ein Dach vis-à-vis, um sie photografieren zu können. Es war schwierig, sie ganz aufs Bild zu kriegen, weil rund herum zu viele andere Gebäude sind, dazu der Markt. Es wimmelte nur so von Menschen, auch vielen europäischen Touristen. Mein erster 36er Film ist fertig.

Informationen zu Djenné: Djenné liegt auf einer Insel im Fluss Niger. Die berühmte Moschee von Djenné wurde 1907 gebaut, also relativ spät, und zwar auf dem Fundament aus früheren Zeiten, einer alten Moschee, die mehrmals zerstört worden ist. Die vier Minarette der Moschee sind nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, 100 Säulen tragen das flache Dach. Dieses imposante Gebäude wurde zum Symbol der sudanesischen Architektur. Der Stil setzt sich im ganzen Norden von Mali fort, vor allem entlang des Niger: Kontenze, Konna, Korienzé, Kotota sind die besten Beispiele dieser Architektur. Djenne-Jeno, so heisst das alte Djenné, liegt auf dem ursprünglichen Platz, welcher 1977 bis 1981 von einem amerikanischen Archäologenpaar namens MacIntosh entdeckt und ausgegraben wurde. Es hat eine Grösse von ca. 2 qkm. Leider darf man nicht mehr in die Moschee hinein und schon gar nicht fotografieren, seit ein europäisches Fotogra-fenteam unerlaubterweise in der Moschee Modeaufnahmen ge-macht hat. Die Moschee ist ein heiliger Platz!
Abendessen wie geplant zu Hause in Koutiala. Eine Tante ist aus dem Nachbarland Niger angereist. Sie schenkte mir ein Bild, bestehend aus allen 21 Tuaregkreuzen des Niger, hinter Glas.
Und "gomme arabique" = durchsichtige leicht bernsteinfarbige Masse (sieht aus wie runde Kristalle) - ist Baumharz und kann so gegessen werden (ganz leicht süss, klebt unangenehm und intensiv an den Zähnen). Dieser "gomme arabique" wird nur von einem speziellen Baum gewonnen und sei sehr teuer! Daraus kann alles mögliche fabriziert werden - z.B. auch Hustenmedizin). Habe zwei Muster davon mitgenommen in die Schweiz, es ist ein Produkt des Landes Niger. Dass er so teuer sei, ist relativ, und von uns gesehen, nicht so teuer, wie das die Einheimischen empfinden.
Dienstag, 31.12. 2002 (Silvester in Koutiala)
Ismaël, der mit uns in Djenné war, hat sich als netter Freund entpuppt. Ich habe mit ihm sehr interessante Gespräche geführt. Ich habe weitere Geschenke verteilt. Heute abend soll es ein Fest geben (es ist Silvester) bei einer Tante zu Hause, so ähnlich wie letztes Mal vor zwei Jahren. Beim Spazieren habe ich Federn gesammelt - es seien "plumes des peintats" wird mir gesagt. Es ist das Perlhuhn, da die Feder perlartige Zeichnung aufweist. Man hat ein Schaf geschlachtet und es nachher hierhergebracht und hier ausgenommen und enthäutet. Leckerbissen sind Leber und andere Innereien, welche mir angeboten wurden - als besondere Ehre. Ich esse jedoch keine Innereien. Das Schaf wird heute abend zu einem Méchoui geröstet. Ich versuche, nicht hinzusehen.
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