Reisebericht Kongo: Virunga Park – Edwardsee
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Das heutige Camp stellen wir auf einer größeren Lichtung des Waldes, weit genug entfernt von Dörfern und Einheimischen, auf. Es ist trotzdem nicht weit genug und neugierige Besucher, angelockt durch das Lkw-Geräuch, finden sich schnell ein und umlagern unsere Küche.
Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir Beni. Wir möchten heute noch im Hotel Itala in Kanyabayonga ankommen. Nach über einer Stunde hören wir ein seltsames Zischen im hinteren linken Reifen. Ausgerechnet heute, auf einer langen Fahrstrecke, platzt ein Reifen. Am Straßenrand halten wir an. Die starken Männer sind gefragt: Wagenheber ansetzen, Radschrauben abmontieren, Reifen auswechseln, Schrauben anziehen, Wagen runterlassen.

Alles fertig, wir können weiter. Nach einer Stunde harter Arbeit in praller Sonne sind wir froh, weiterfahren zu können. Kaum eine Stunde ist vergangen und wir hören wieder das bekannte Zischen. Keiner von uns will es glauben - der zweite Reifen ist soeben geplatzt, diesmal hinten rechts. Es ist Mittagszeit, unbeschreiblich heiß und keinerlei Schatten. Diesmal funktionieren die Arbeiten viel glatter und schneller, dafür müssen wir nun den Mantel von der Felge abmontieren und einen neuen Schlauch einlegen. Dann muss er wieder montiert werden. Nach einem kleinen Imbiss am Straßenrand fahren wir weiter nach Butembo. Hier kaufen wir für 800 USD zwei neue Reifen. Da wir unser Tagesziel Hotel Itala heute nicht mehr erreichen werden, entscheiden wir uns für ein Camp unmittelbar am Äquator.
Am nächsten Morgen geht's weiter, quer durch die Berge und dann immer tiefer hinunter in die Ebene des Virunga-Parks. Es wird zusehends wärmer. Wir genießen die herrlichen Ausblicke auf den unten liegenden Park.
In der Rwindi-Lodge erledigen wir die Formalitäten (Parkeintritt, Campsitegebühren usw.) für den Park. Nicht weit von der Lodge entfernt schlagen wir im Busch die Zelte auf. Heute Nacht hören wir die Stimmen vieler Tiere.

Der Virunga-Park umfasst den Nordwesten Ruandas und den Osten des Kongo. Die Grenzlinie zwischen Uganda, Ruanda und dem Kongo verläuft über die Gipfel der Vulkankette. Im Virungapark, zwischen Kivu- und Eduardsee, befinden sich noch tätige Vulkane: u.a. Karisimbi, Nyiragongo, Bisoke, Mikeno. Sie sind zwischen 3.000 und 4.500 m hoch.
Hier in der Ebene wollen wir im Park herumfahren: viele Flüsse, steile Ufer, bergige Landschaft im Hintergrund, viel Grün, Hippos , Löwen, Antilopen.

Die Hippos aalen sich in der Sonne. Bis zu den Nasenlöchern mit Schlamm bedeckt, verharren sie fast regungslos stundenlang nebeneinander und aufeinander im Schlamm. Ein kleine Gruppe Löwen marschiert seelenruhig an uns vorbei.

Auf einer guten Sandpiste fahren wir schliesslich weiter zum Edward-See. Der See erstreckt sich auf der Grenze zwischen dem Kongo und Uganda. Zusammen mit dem Albert-, Kivu-, Tanganjika- und Malawi-See ist der Eduardsee Bestandteil des Zentralafrikanischen Grabens. Der ca. 1.500km lange Grabenbruch im östlichen Zentralafrika fängt schon am oberen Nil (Albertnil) an. Die Grabenränder fallen von Norden (3.300m) nach Süden (1.500m) ab.


Es ist sehr schön am See. Wir fahren durch das sehr saubere und lebendige Dorf am Seeufer entlang, zu einer "Badestelle". Da auch im See sehr viele Hippos sind, bleiben unsere Aktivitäten im Wasser recht eingeschränkt. Wir genießen es trotzdem. Am frühen Nachmittag kommen langsam die ersten Hippos aus dem Wasser. Sie grasen in aller Ruhe auf den Wiesen, wälzen sich im Schlamm und legen längere Schlafpausen an Land ein. Wir sonnen uns in sicherem Abstand. Zu Mittag gibt es Fisch: frisch gefangen, gegrillt, gut gewürzt, mit selbst gemachten Fritten und "Pili pili". Die Marabus belagern unsere Lauben erwartungsvoll, sie wissen, dass auch für sie etwas von dem Mahl übrig bleiben wird.


Es gibt hier viele Marabus, Ibisse und Pelikane. Wenn die Fischerboote am Ufer anlegen, empfängt sie jedes mal eine Ehrengarde - links eine Reihe Marabus, rechts eine Reihe Pelikane. Wir schauen den Fischern zu beim Leeren der Boote und Überprüfen der Fischnetze, den Frauen beim Waschen und den Kindern beim Spielen. Alles erweckt den Eindruck einer ruhigen, zufriedenen Dorfidylle.
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