Reisebericht Kongo: Beni – Mutsora – Ruwenzori Basiscamp
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Es regnet seit abends fast ohne Pause. Wir packen die nassen Zelte ein und frühstücken eilig unter einem Strohdach. Der Regen hört nun auf und wir fahren weiter Richtung Mutsora, dem Ruwenzori-Basiscamp. Am Mittag erreichen wir den mächtigen Semliki-Fluss, die Grenze zwischen dem Kongo und Uganda.

Die Brücke, die über den Fluss führt, wird als "strategisch wichtiges Objekt" durch Militär bewacht. Hier machen wir eine Pause. Nachdem sich einige der Soldaten besonders für unseren LKW, die Ausrüstung, Seile usw. interessieren und natürlich alles brauchen können, verlassen wir schnell den Platz.Die durch den ständigen Regen aufgeweichte Piste ist glitschig. Das Vorwärtskommen wird immer schwieriger, bis wir in einer LKW-Kolonne stecken bleiben - nichts geht mehr. Neugierig verlassen wir unseren LKW und suchen nach dem Grund des Staus. In einigen Metern Entfernung sehen wir die "Bescherung".

Ein LKW mit Anhänger ist der schlammigen Straße zum Opfer gefallen. Der Anhänger steht quer, so dass niemand mehr vorbei kommt. Die Fahrer mühen sich anscheinend schon seit Stunden ab, um die "Karre" aus dem Dreck zu ziehen. Kaum einer hilft, dafür gibt es aber sehr viele Zuschauer. Wir packen an. Nach einiger Zeit ist die Strecke wieder frei, die Kolonne löst sich auf.

Um 18 Uhr erreichen wir das Basislager in Mutsora, den Eingang zum Ruwenzori Nationalpark. Im Vergleich zu den letzten Camps sieht es hier wie im Paradies aus. Alles ist sehr gepflegt, viele Bäume, ein kühler Gebirgsbach und Platz für die Zelte.

Das Wetter bessert sich zusehends. Wir sind glücklich, hier sein zu können. Wir waschen, baden, räumen auf, sitzen stundenlang vor dem Zelt oder am Fluss, sortieren das gesamte Gepäck und holen die Ausrüstung für die Berge heraus - alles wird kontrolliert. Man tauscht Erfahrungen über die richtige Bergausrüstung aus und berät sich, was mitzunehmen ist. Das ganze Camp steht im Zeichen der morgigen Bergbesteigung.


Der Ruwenzori
"Berge des Mondes", "Land des Nebels", "Regenmacher" - das sind einige von vielen Namen für diese legenderen Berge, deren Schnee die Seen - Quellen des Nils - speisen. Die Bergkette hat eine Länge von 120 km und befindet sich nördlich vom Äquator, auf der Grenze zwischen Uganda und dem Kongo, im Zentralafrikanischen Graben zwischen Eduard- und Albertsee.

Dieses Felsmassiv ist nicht vulkanischen Ursprungs, sondern durch Bewegungen der Erdkruste vor ca. 10 Millionen Jahren entstanden, in der Zeit der Bildung des Rift-Valleys. Das Tiefengestein besteht hauptsächlich aus Quarzen und Gneis. In diesem Gebiet erheben sich die Berge bis zu einer Höhe von 5.000 m, von tiefen Tälern mit dichter Vegetation durchsetzt, mit vielfältiger Pflanzenwelt und großen Gebieten von Sümpfen und Wäldern. Die permanente Schneegrenze liegt hier bei ca. 4.500 m. Innerhalb der Bergkette gibt es sechs eisbedeckte Gipfel mit ausgedehnten Gletscherfeldern: Mt. Stanley (mit Margherita Peak) 5.109 m, Mt. Speke 4.889 m, Mt. Baker 4.843 m, Mt. Gessi 4.797 m, Mt. Emin 4.791 m und Mt. Luigi di Savoia 4.626 m. Alle diese Gipfel tragen die Namen von berühmten Abenteurern und Entdeckern aus der Zeit zwischen 1888 und 1906. Während einer Expedition unter der Schirmherrschaft des Herzogs von Abruzzen, Prinz Luigi von Savoyen, wurden die meisten Gipfel bestiegen, viele Informationen nieder geschrieben und die ersten, historisch wichtigen Fotos vom Ruwenzori von Vittorio Sella gemacht.
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