Meru Nationalpark - Buschcamp Samburuland
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Tagesziel heute soll eine zünftige Campsite im Samburuland, möglichst neben einem ausgetrockneten Fluss, sein, damit sich die Geländespezialisten einmal in richtigem Gelände austoben können. Jetzt bin auch ich mit der Filmkamera wieder tätig, da ich so oft wie möglich die Mopeds in Aktion einfangen will. Zum Fotografieren komme ich dadurch leider nicht. Diesmal fährt der Nissanbus vor den Mopeds her und ich mache einige Szenen durch das Heckfenster, als die Maschinen nach und nach den Bus überholen oder ich stehe am Straßenrand und lasse die Mopeds an mir vorbei rauschen.
Wir passieren wieder die Stadt Meru, wo wir vor einer Ladenzeile anhalten, um noch einige Sachen einzukaufen. Sofort sind die Mopeds und die "Fremden" von einer großen Menschentraube umringt. So etwas hatten die Leute hier wohl lange nicht mehr erlebt. Bei der Abfahrt haben wir Sorge, dass wir keinen der vielen Zuschauer "unter die Räder" kriegen.

Dann fahren entlang der nordöstlichen Ausläufer des Mt. Keniamassivs und werden von einem kurzen, aber heftigen Regenschauer erwischt. Bald kommt jedoch die Sonne wieder heraus und wir fahren steil hinunter in die Halbwüste und sofort steigen die Temperaturen sprunghaft an. Vor uns liegt der Ort Isiolo, die letzte Garnison vor der Wildnis Nordkenias. Wir machen auch hier noch einige Einkäufe und werden wie in Meru von Schaulustigen umlagert. Unter großem Hallo der Bevölkerung, die so etwas sicher nicht so oft erlebt, brechen wir auf.
In Isiolo endet die Asphaltstraße und es folgt eine sehr breite, aber extrem schlechte Wellblechpiste, die sich in diesem Zustand unverändert über Marsabit nach Moyale, der Grenzstadt zu Äthiopien, hinzieht (ca. 500 km!). Wir fahren eine Weile auf dieser Monsterpiste.

Um die Mittagszeit schlagen wir uns neben der Straße in die Büsche und verzehren die Lunchpakete, die wir von der Mulika-Lodge mitbekommen haben.

Auf der Schotterpiste geht es weiter nordwärts, vorbei am Samburu- und Shaba-Park sowie dem Dorf Archers Post. Ca. 53 km nachdem wir Isiolo verlassen haben, biegen wir am Olokwe Berg (ca.2.300 m) vom Nordkenia-Highway in nordwestlicher Richtung ab über Wamba mit dem Fernziel Maralal, der Hauptstadt der Samburu.

Wir befinden uns jetzt bereits mitten im Gebiet des Samburu-Stammes und nachdem wir den "Highway" verlassen haben, wird die Piste sehr viel schmäler und sandiger und die Mopeds fühlen sich jetzt richtig in ihrem Element. Nun muss ich meinem Job als Kameramann wieder gerecht werden und die Mopeds in die richtige Actionposition bringen. Ich verlasse jetzt den Nissanbus und setze mich mit der Filmkamera bewaffnet auf den Beifahrersitz von Tonis Maschine.
Mit dem linken Arm halte ich mich fest, mit der rechten Hand halte ich die Kamera und filme an Tonis Kopf vorbei nach vorne auf die Sandpiste. So überholen wir abwechselnd die anderen Fahrer bzw. werden von diesen überholt. Dann kommt eine andere, gefährlichere Variante dazu - ich setze mich wieder auf Tonis Beifahrersitz, diesmal aber mit dem Rücken zu Toni, so dass wir die hinter uns fahrenden Mopeds von vorne filmen können und wie sie dann einer nach dem anderen dazu ansetzen, uns zu überholen. Das ist eine heikle Situation, da ich mich mit einer Hand nur notdürftig am Sattel bzw. Tonis Rücken festhalten kann, obwohl wir mit relativ geringer Geschwindigkeit fahren. Es werden tolle Szenen... Die Landschaft, eine typische Buschsavanne, ist sehr reizvoll und wir halten schon seit einiger Zeit Ausschau nach einem geeigneten Lagerplatz in der Nähe eines möglichst großen ausgetrockneten Flussbettes, wo wir einen ganzen Tag im Gelände herumknattern können. Dann endlich haben wir die "Wunschstelle" gefunden - ein großes und breites Flussbett, das von einer soliden Eisenbrücke überquert wird.

Wir laufen etwas in der Gegend herum, inspizieren das Gelände und checken die Möglichkeiten für die geplanten Aktivitäten. Schnell finden wir in der Nähe des ausgetrockneten Flussbettes auch einen geeigneten Lagerplatz und bauen unser Camp auf. Bald brennt ein Lagerfeuer, die Zelte stehen und die Küchenarbeit ist im vollen Gange.


Es gibt ein tolles Abendessen und danach sitzen wir noch eine Weile am Feuer, aber ein langer Abend soll es nicht werden, da die Fahrt vom Meru Park bis hierher in die Wildnis den Bikern mächtig in den Knochen sitzt.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück geht es dann los und die Biker stürzen sich ins Abenteuer. Über die sandigen Böschungen fahren sie hinunter in das Flussbett und dann ständig flussauf- und flussabwärts und verlangen ihren Maschinen im teils noch nassen, matschigen und tiefsandigen Flussbett alles ab. Es ist ein ohrenbetäubendes Motorengedröhne, als die Mopeds dann mit Vollgas die Böschung hinauf und hinunter brausen. Christian bleibt dann plötzlich mitten im Matsch stecken und kann sich und die Maschine selbst nicht befreien. Friedhelm und Luggi düsen herbei und schließlich ziehen sie die Maschine mit vereinten Kräften aus dem Sandbrei heraus. Dann erwischt es Toni, dessen Maschine ausgeht und nicht wieder anspringen will. Nun muss Friedhelm wieder ran und es gibt viel zu schrauben, aber letztlich wird auch das gemeistert und der Spaß geht weiter. Schließlich haben alle genug "im Sand gespielt", sind müde geworden und wollen jetzt nur noch ins Camp zum Relaxen. Auch meine Kamera war ständig in Aktion und hat natürlich die markantesten Szenen eingefangen.

Es dauert nicht lange und wir sind von vielen Samburukriegern in ihrer typischen Stammestracht umringt, die neugierig die Eindringlinge betrachten. Unterwegs und während unserer Flussaktionen hatten wir die Samburu schon ab und zu in einiger Entfernung ausmachen können, aber der Radau der Geländemaschinen hat sie dann wohl magisch angezogen.

Die Zaungäste fühlen sich zusehends heimisch bei uns und verlieren immer mehr ihre Scheu. Sie schlendern durch das Camp und betrachten alles interessiert aus der Nähe. Besonders haben es ihnen natürlich die Mopeds angetan und sie betasten ganz vorsichtig die "Höllenmaschinen".

Hin und wieder schütteln sie vielsagend die Köpfe, als wollten sie sagen: "Was sind das denn für Verrückte". Als Herbert dann seine Maschine anlässt und aufheulen lässt, springen sie verängstigt zur Seite, aber bald sind sie wieder da.

Es gibt einen herzlichen Abschied und nach dem Abbau des Camps und dem Beladen des Nissanbusses müssen wir weiter.
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