Masai Mara Tagebuch 2006
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28.10.
Der Tag verläuft ruhig. Bin vom Bush-Camp und dem dortigen Gebiet wahrscheinlich zu verwöhnt… Überall regnet es – es freut mich für die Tiere und Menschen.
29.10.
Grünes, junges Gras bildet einen leichten Schimmer über der Savanne. Wir sehen wieder Löwen, ein Adler frisst Reste von einem Gnu am Boden. Wir fahren den ganzen Tag über Pirsch. Fahren den weiten Weg noch einmal zum Mara-River und haben Glück. Weit über 2.000 Gnus, Zebras und Topis versammeln sich am Rand des Mara-Flusses- Fast alle Tiere sind trächtig – sie bekommen ihre Jungen in Tansania. 1 Stunde warten wir, bis sich das erste Gnu traut, runter zu springen. Dann geht das Spektakel los. Eine riesige Staubwolke nimmt mir die Sicht. Einige Gnus brechen sich beim Sprung ins Wasser die Beine. Durch die Regenschauer ist der Fluss etwas angeschwollen und sie sehen die Felsen dort nicht mehr. Später sammelt sich eine große Zebra-Herde, um den Marafluss zu überqueren. Eine Löwin jagt Gnus, hat aber keinen Erfolg. Ihr 5 Monate altes Jungtier wartet auf einem Hügel auf sie. 1 Stunde später geht sie mit ihrem Jungtier zu einer anderen Löwin, die 4 kleine Babys hat. Sie scheinen sich zu kennen. Es sah nach einem Kampf aus, aber sie freuten sich nur über das Wiedersehen und die erfolglose Löwin durfte mit ihrem Jungtier an der Mahlzeit der erfolgreichen Löwin teilnehmen.
30.10.
Die Leopardin Bella vom Talek-Gebiet (Tagebuch der Raubkatzen von BBC) geht durch hohes Buschwerk. Keine Chance für ein Foto. Maasai-Rinder grasen im Camp. Wenn wenig Gäste (wie momentan) anwesend sind, wird es ihnen erlaubt, da manche Bäume und Büsche im Camp noch grüne Blätter tragen. Eine Elefantenmama säugt ihr Baby. Heftiger Regen fängt am Spätnachmittag wieder an. Beim Abendessen kommt endlich die Talek-Camp- Ginsterkatze zu Besuch ins Speisezelt. Endlich kann ich mal ein Foto von ihr machen. Ihr Baby vom Februar d.J. wurde von einer Wildkatze leider getötet.
31.10.
haben fast den ganzen Tag spielende Löwenkinder beobachtet und gefilmt. Sie tobten auf einem getöteten Gnu herum. 1 ca. 4 Monate altes Löwenjungtier ist besonders frech. Es läuft auf eine Herde Zebras zu und will ernsthaft versuchen, ein Zebra zu jagen und zu töten. Ich lache mich halb kaputt. Sitze um 19.15 h vor meinem Zelt, gucke in den dunklen Nachthimmel und warte, dass um 19.30 das Lagerfeuer anfängt. Eine dicke fette Kröte hüpft mir über die Füsse.
01.11.
heute Nacht waren Elefanten im Camp in der Nähe der Fahrerunterkunft. Da der Talek-River fast ausgetrocknet ist, können alle Tiere mit Leichtigkeit ins Camp… Ein Adler frisst ein Thompson-Baby, Elefantenbabys trinken wieder an der Mutterbrust. Die Talek-Löwen (2 Mütter mit 5 Welpen) sind wieder am rumtoben. Eine Löwenmutter vom Talek-Rudel macht Jagd auf eine Gnuherde. Sie beißt ein Gnu in den Hintern, das Gnu dreht sich um und jagt die Löwin!!! Schade, dass es für gute Fotos zu weit entfernt war.
02.11.
Eine fremde Löwin mit einem ca. 1 Jahr altem Jungtier tötet ein Gnu-Kalb und frisst es. Die Gepard-Brüder sind endgültig wieder im Talek-Gebiet. Einer jagt Gnus – aber wieder einmal leider ohne Erfolg- Ich traue meinen Augen nicht: Direkt neben unserem fahrenden Wagen läuft am helllichten Tag ein Serval entlang!!! Servale sind nachtaktiv und sehr scheu. Und nach vielen Jahren Maasai-Mara sehe ich e n d l i c h aus nächster Nähe und in aller Ruhe einen! 2 Stunden lang konnte ich mich von diesem herrlichen Anblick nicht losreissen. Die drei Gepardbrüder sehen wir im Scheinwerferlicht (war kurz vor 19 h) fressen. Mit Blitzlicht gelingen Fotos.
03.11.
Einer der schrecklichsten Tage für mich in Kenia. Nicht genug, dass ich morgen nach Nairobi fahren muss und dort übernachte – es fing harmlos an: 6.20 h sehen wir ein Stachelschwein, junge Schakale und eine Gepardin mit einem älteren Jungtier. In der Nähe der Keekerok-Lodge sehen wir auf Lava-Steinen 3 fast erwachsene Löwen liegen. Es ist Buschland und etwas weiter weg sitzt ein Gepard auf einem Termitenhügel, knurrt ganz laut und schreit laut – den Blick nicht von den Löwen abwendend. Die drei Löwen gehen gemächlich Richtung des Geparden. Der Gepard rennt weg, die Löwen hinterher. Peter filmt – ich schreie, weine, ducke mich, den Kopf fest auf meine Knie, damit ich nichts sehe. Ich bitte Peter, weiter zu fahren. Ich kann nicht zusehen, wie mein Liebling, ein Gepard gejagt und vielleicht sogar von den Löwen getötet wird. Es dauert Stunden, bis ich aufhöre zu weinen. Peter will mich beruhigen und sagt, dass die Löwen den Geparden sicherlich nur aus ihrem Gebiet vertreiben wollten und ihm nichts geschehen wird. Ich möchte es soooo gerne glauben… Es ist Nachmittag. Wir sehen 1 Gepardin mit 2 ca. 5 Monate alten Jungtieren. Um 15 h sehen wir noch einmal ein Gnu-Crossing mit ein paar hundert Gnus. Es regnet in Strömen. Es passt zu meiner Stimmung am heutigen Tage (Vom Ilkeliani habe ich zum Abschied zwei sehr schöne T-Shirts geschenkt bekommen.
04.11.
Eine letzte Pirschfahrt, dann Frühstück im Camp. Wir wollen losfahren, große Verabschiedung von dem Camp-Personal, da geht ein Reifen kaputt. Über drei Wochen katastrophale Wege haben die Reifen ausgehalten, jetzt gab einer seinen Geist auf. Die Ranger am Talek-Gate erzählen uns, dass Keke mit ihren 6 Welpen von einem afrikanischen Wildhund gejagt wurde. Aber sie hatte wieder einen Schutzengel – sie und ihre Babys haben keinen Schaden genommen. Ein endlos weiter Weg über drei Berge, zeitweise säuischem Weg – da knallte etwas gegen meine Seitentür und ich sehe einen Reifen im Graben landen. Die Tür kaputt, wir finden nur zwei Radmuttern. Ein Maasai-Kind hilft suchen. Drei Radmuttern hat Peter als Ersatz dabei. Hoffentlich ist der Reifen noch heil. Der Reservereifen war ja morgens angebracht worden. Nach zwei Stunden war alles ok und wir kommen bis Narok, wo der Reifen geflickt wird. Mit erheblicher Verspätung kommen wir im Fairview-Hotel in Nairobi an. Ich nehme ein langes Bad, wasche mir den ganzen Savannenstaub vom Körper, kann endlich meine Haare richtig waschen und föhnen und brauche lange, bis ich alle Eindrücke etwas geordnet habe.
05.11.
11.35 h geht der Flug nach Amsterdam. Zum Glück kam der Flieger 30 Minuten eher als geplant an und ich hatte Zeit, das weit entfernte Gate Rtg. Frankfurt aufzusuchen.
24.10 h = ich bin zu Hause…
07.11.
ich fange an, meine Aufzeichnungen in den PC zu tippen. Die Fotos habe ich gestern und heute morgen bereits sortiert.
Bitte habt Verständnis, dass ich meine besten Fotos nicht online stelle. Bitte mein Copyright beachten!!! Ich habe viel Zeit, Geduld und Geld für die Bilder investiert!