Nordafrika



27.06.05 – ganz kurz und an alle

hallo alle zusammen,

wir wollten uns nur ganz kurz melden.
haben leider im moment nicht die moeglichkeit einen ausfuehrlichen rundbrief zu schreiben.
nur soviel: wir haben nun unser sudan-visum, sind momentan in kenia und auf dem weg richtung aethiopien.
wir haben keine ahnung wann und wo und das naechste guenstige uns schnelle internetcafe ueber den weg laufen wird.
also unsere planung ist jetzt: nordkenia (dort treffen wir zwei freunde) und zusammen geht es nach aethiopien, sudan und aegypten und dann sind wir ja auch schon fast zu hause.
wenn alles gut geht sind wir vielleicht im november zurueck - mal sehen.

lasst es euch alles gut gehen - beim naechsten mal wieder mehr ueber schimpansen, bambina, fliehende flamingos und wer weiss was noch.

seid alle ganz liebe gegruesst von remo und wonne


30.07.05 – Aethiopien ist Scheisse!

Hi Ho Ihr lieben Daheim,

sorry, dass wir uns so lange nicht gemeldet haben und keinen ausfuehrlichen Rundbrief geliefert haben... und was sollen wir sagen, auch jetzt isses keiner:-(

Seit Kampala haben wir kein vernuenftiges Internetcafe gesehen, jetzt in Addis Abeba gibt es zwar welche, aber da hat uns die Malaria dahingerafft und morgen geht es auch schon weiter nach Nordaethiopien, wo wir mal denken, dass es keine Verbindungen gibt - sorry.

Trotzdem mal eine kurze Zusammenfassung seit dem letzten Mal:
Nach Kampala haben wir eine Rundtour durch Uganda gemacht, hatten auch Glueck mit der Regenzeit, die hat mal eine kleine Pause eingelegt.
Schimpansen haben wir gesehen, danach in Fort Portal bei den Kraterseen gechillt, einen Ausflug an die Ostgrenze zum Kongo gemacht (toller Blick ueber den Regenwald), die Sesse Islands im Lake Victoria besucht und dann nochmal eine Nacht bei Gela und Rene in Kampala verbracht (da gabs Bambina-Schoki!!!).
Die Sipifalls im Osten waren unsere letzte Station in Uganda, hier haben wir auch mal wieder Dave und Katja in ihrem blau-weissen Landrover (www.duksjouney.net) getroffen, mit ihnen wollten wir drei Wochen spaeter oestlich des Lake Turkana nach Aethiopien fahren.

In Kenia sind wir einen Tag spaeter angekommen (nach ganz mieser Bergstrecke am Mt. Elgon, aber man weiss ja: no pain, no gain...), und haben zwei Tage im Gebiet der Pokot (sehr traditionelles Volk in Kenia) noerdlich von Kitale verbracht. Haben auch das Glueck gehabt, einen Pokot-Markt zu sehen.
Danach gings in den Kakamega-Forest, das oestlichste Stueck Regenwald, das es hier noch gibt. Schoen ruhig und super zum Vogelkucken (Blueheaded Beaeater!!!)
Nach ein paar Tagen im Forest gings zum Relaxen am Lake Naivasha, mal wieder ein Touristen-Hotspot. Der Platz war aber so gross, dass man die ganzen Overland-trucks gar nicht bemerkt hat. Der See ist soooo schoen, und man raet es nicht: voll mit Voegeln und einem Moerderhippo (hat eine australische Touristin auf dem Gewissen, ist verbuergt). Das Hippo haben wir eine Nacht auch mit unseren Autoscheinwerfern gestellt, das mochte es gar nicht (war aber nicht gefaehrlich, die Hippos hier werden mit einem Elektrozaun vor den Touristen geschuetzt...).

Naja und da wir unser Sudanvisum schon seit Kampala (dank Remos tollen Schwester) in der zerschundenen Trekkinghosentasche haben, brauchten wir nicht nach Nairobi, thanks god. Wir durften also direkt weiter in die countryside nach Norden.
Beim Lake Elementaita (toller Name, hm?) sind wir zwei Tage geblieben. Wir durften in einem Chalet zum Campingpreis schlafen, weil ein Leopard sein Unwesen trieb und der Besitzer uns nicht zelten lassen wollte. Nach zwei Naechten hatten sie aber nur einen Hund in der Leopardenfalle gefangen - die moegen halt auch Fleisch:-)) Der See ist ein Sodalake und voll mit Flamingos, aber sonst fast nichts, sehr surreal.
Danach ueber Nakuru zu noch nem See: Lake Baringo. Auch hier Hippos, diesmal ohne Zaun, auf Nachfrage erfaehrt man auch, dass die Tierchen ueber Nacht auch auf die Campsite kommen... keine Experimente mit Scheinwerfern hier. Die oertlichen Nashornvoegel hatten ihren Spass mit unseren Aussenspiegel und Fenstern. Mit Sonnenaufgang konnte man die Dinger hoeren, wie sie gegen Scheiben und Spiegel hackten und dabei vor sich hinmeckerten - wir mussten die Spiegel mit Handtuechern abdecken.
Dann gings ueber Maralal und South Horr (Samburugebiet) nach Loyangalani (Gebiet der Turkana). Irre Gegend, super aussehende Leute, war echt schoen.
In Loyangalani hatten wir uns mit Dave und Katja verabredet, die hatten aber in Kampala Autoprobleme (haben wir nur dank Yvonnes tollen Bruder rausgefunden) und so sind wir allein weiter entlang des Lake Turkana.
Alles ganz rauhe vulkanische Wueste, viele Voelker (u.a. Borana, Dasanech), uebernachtet haben wir in Missionen, wo deutsche Priester uns mit offenen Armen aufnahmen.
Illeret war unsere letzte Station in Kenia (die Polizisten dort wollten uns nicht rauslassen, weil es keine Grenz-, sondern nur eine Polizeistation gibt, wir mussten uns also mit Offroadturtle aus Kenia rausschleichen). Nach 30 km Niemandsland trafen wir auf die erste Piste in Aethiopien, eingecheckt in Omorate und voila, offiziell in Aethiopien.

In der ersten Nacht wurde bei einem Bushcamp gleich mal in unser Auto eingebrochen, geklaut haben sie Kaffee und Zucker und Remos Reperaturoverall - die Miststuecke. Willkommen in Aethiopien...

In Suedwestaethiopien haben wir eine Ethnotour gemacht, hier leben ewig viele verschiedene tribes auf relativ kleinem Gebiet zusammen. Viel gesehen, aber nach ner Weile ist auch wieder gut.
Ziemlich zuegig sind wir weiter ueber Arba Minch nach Addis Abeba, wo wir am zweiten Tag beklaut wurden (oder sagen wir so, man wollte Remo beklauen, der arme Aethiopier hatte sich aber verrechnet und sitzt hoffentlich noch immer im Knast, wo ihn hoffentlich eine heftige Strafe erwartet - sorry, wir haben langsam kein Mitleid mehr mit diesen Burschen). Aethiopien ist soooo Scheisse, ganz ehrlich mal.
In Addis fing bei uns beiden auch eine Malaria an, eine recht ernsthafte, aber es gibt ja das Zaubermittel Artesunate. Und wenn man denkt es geht nicht mehr, kommen von irgendwo Dave und Katja her. Dank ihrer Betreuung und Artesunate konnten wir nach drei Tagen schon wieder lachen und nach weiteren zwei Tagen (heute) ist fast alles wieder vergessen - Schwein gehabt.

Wir machen morgen weiter Richtung Lalibella, dann Axum und Gondar und das war es dann hoffentlich mit Aethiopien. Alle freuen sich auf den Sudan (schoen warm, hier regnet es und ist saukalt).

Wir hoffen, ihr habt einen schoenen Sommer und freut euch des Lebens.
Lasst es euch gut gehen, Meinungen und Kommentare werden von uns immer gern gelesen:-)

Yvonne und Remo

21.09.2005 - von Potsdam nach Kairo ueber Cape Town


Hallo ihr alle daheim,

hat nun etwas laenger gedauert, aber hier kommt er wieder - unser Rundbrief.

Addis Abeba und Aethiopien liegen nun schon eine Weile hinter uns uns das ist auch gut so.
Wie unsere letzte Rundmail wahrscheinlich sehr eindeutig gezeigt hatte: Aethiopien konnten wir nicht leiden. Die Umstaende waren fuer uns zu schlecht, um Aethiopien wirklich moegen zu koennen: Wir haben uns staendig dies und das an Krankheiten eingefangen, Autoprobleme, es war kalt und geregnet hat es auch noch.
Und dann noch die Aethiopier... Normalerweise sind Einheimischen anstrengend aber nett aber nicht hier. Die Leute waren uns zu feindselig, aggressiv, dumm, gierig, um nur ein paar Eigenschaften zu nennen. Staendig wird man angebruellt, nach Kohle angemacht, das Auto mit Steinen beworfen.
Wir versuchen eigentlich immer, jedes Land positiv zu sehen, aber Aethiopien ist das unfreundlichste Land, durch das wir gefahren sind. Hierher zurueck kommen wir bestimmt nicht mehr.

Nach Addis Abeba sind wir in den Norden Aethiopiens gefahren und haben uns in Lalibela mal wieder mit David und Katja (den beiden Landroverfahrern) verabredet und uns dieses mal dann auch getroffen.
Lalibela war schoen - die in den Stein und Boden gehauenen Felskirchen unglaublich.
Danach ging es dann zusammen mit dem Landrover weiter Richtung Norden duch Orte wie Mekele, Adigrat entlang der eritreischen Grenze nach Axum. Hier haben wir auch den hoechsten Punkt unserer Reise ueberfahren: 3.600 Meter. Unsere Offroadturtle mochte das alles garnicht, sie hat gespuckt, geraucht und gehustet wie ein Trecker. Wir haben uns schon ernsthaft Sorgen gemacht, aber seit wir wieder im Tiefland sind, ist alles wieder toll - sie mochte einfach die Hoehen nicht.
Naja, Axum fanden wir nicht so toll, eher langweilig und wir wollten auch endlich raus aus Aethiopien und in den Sudan. Zwei Tage spaeter also in Gonder angekommen und was is: Wonne hat sich Typhus in einem der local Essensplaetze eingefangen. Das ist zum Glueck mit der richtigen Behandlung nicht gefaehrlich und nach ein paar Tagen konnten wir uns mit einer geschwaechten Wonne in den Sudan aufmachen.

Auf dem Weg in den Sudan wurde es schnell heisser, anfangs war das noch schoen, aber bei 40+ Grad haben auch wir angefangen zu schwitzen:-)
An der sudanesischen Grenze merkt man schnell, dass man hier gegenueber den Behoerden keine Rechte hat, hier werden einem Gefallen getan - und das kann dauern...
Wir fanden uns alle auf Baenken und Stuehlen wartend wieder, Stunden tickten dahin bis der letzte Stempel endlich seinen Platz im Pass gefunden hatte.
Naja, die Bullen sind echt nervig hier, an allen Strassensperren muss man warten, bis alle persoenliche Daten in ein ominoeses Buch eingetragen werden (was ein Problem ist, wenn niemand englisch spricht, oder ausser Arabisch etwas lesen kann..., leider sprechen wir kein arabisch, also auch unsere Schuld!).
Aber die Sudanesen sind die nettesten Menschen der Welt. Staendig wird man eingeladen, Tee kann man hier praktisch staendig trinken. Bei Problemen wird geholfen (Der BMW-Geschaeftsfuerer aus Khartoum ist eine Stunde mit uns durch die Stadt gefahren, um passende Schlaeuche fuer den Nissan zu finden!).
In Khartoum hat die Malaria mal wieder zugeschlagen, Remo hats erwischt. Ein paar Tage war er krank, aber nach Artesunate Behandlung quakt er wieder. gottseidank:-)
Komisch ist es schon mit der ganzen Malariageschichte. In anderthalb Jahren sind wir bis auf die Guineaepisode von Wonne ungeschoren davongekommen und jetzt passierts immer mal wieder obwohl wir eigentlich genauso wie immer auf die Mossies aufpassen. Naja, manchmal gibts halt solche Pechstrecken, wir hoffen, die ist jetzt vorbei.

Nach Khartoum ging es wieder einen Schritt weiter nach Norden. Wir haben uns die Pyramiden von Meroe angeschaut. Wesentlich kleiner als die in Aegypten, aber man ist dafuer ganz allein in der Wueste. Zwei Tage und Naechte haben wir hier verbracht, bevor wir uns durch die Wueste nach Dongola aufmachten. Wir wollten uns zwar wieder mit David und Katja treffen, das hat aber mal wieder nicht geklappt, also ging es allein los.
Das war schon spannend, deutliche Pisten existieren praktisch nicht, grundsaetzlich hiess es fuer uns Richtung Nordosten, ausserdem hatten wir fuer die ganze Strecke ja zwei GPS-Koordinaten...
Auf der Passage war auch das ganze Wuestenprogramm dabei: kilometerlange Tiefsandfahrten, drei Nilueberquerungen, Hitze bis zum Abwinken, versteinerte Baeume, Bushcamps unterm Wuestenhimmel und fuer zwei Tage einen fetten Sandsturm.
Heil in Dongola angekommen ging es am Nil entlang Richtung Wadi Halfa, Grenzstadt nach Aegypten. Hier haben wir David und Katja wiedergetroffen sowie den Schweizer Steve mit seinem Rangerover und dem Hund Benson.
Zu fuenft (plus Hund) haben wir ein Frachtschiff organisieren koennen, das uns ueber den Nasser-Stausee nach Assuan bringt. Wir waeren alle lieber gefahren, aber die Strassen nach Aegypten sind gesperrt, die Gruende kann keiner so genau sagen - geht halt nicht.
Naja, die Ueberfahrt war schoen ruhig, drei Naechte auf dem Schiff verbracht, kein Auto ist in den See gefallen und ausserdem konnte man den Tempel von Abu Simbel vom Schiff aus sehen - alle zufrieden also.

Aegypten empfaengt uns mit seiner unsaeglichen Buerokratie. Die Verantwortlichen wollen hier zwar helfen (im Gegensatz zum Sudan) aber der Papierkram ist hier ganz nah am Unertraeglichen: Es hat uns fast zwei Tage gekostet, mit den Autos durch den Zoll zu kommen, das ist fast schon eine Parodie. Aber schliesslich und endlich durfte auch der Nissan in Aegypten einreisen und hat jetzt sogar ein aegyptisches Nummenschild. Unser neues Kennzeichen ist - 12... Da hat der ganze Aufwand sich ja gelohnt.

Assuan war toll, am Nil, es gab wieder Bier (im Sudan herrscht Alkoholverbot), man kann auf Restaurantschiffen auf dem Nil abhaengen und Touris gucken.
In Aegypten kommt man ja nicht drum herum, sich Ruinen und alte Steine anzugucken, also auch wir in der Kulturtour. Aber nach den Tempeln in Edfu und Karnak und dem Tal der Koenige in Luxor ist dann auch gut. Wir entscheiden uns also wieder fuer die Wueste. Westlich von Luxor kann man ueber eine Asphaltstrecke (!!!) durch die Wueste nach Kairo fahren.
Ueber Oasen und die Weisse Wueste kommen wir ein paar Tage spaeter in unserer letzten afrikanischen Grosstadt an: Kairo.

Da sind wir nun, geniessen seit ein paar Tagen das Chaos, das sich Stadt nennt, Wonne hat Spass im hiesigen Autoverkehr (und hat erst zwei Autofahrern ihre Spiegel abgefahren, das ist wahr!!! das wird hier aber nur mit einem Achselzucken auf beiden Seiten quittiert - Remo weigert sich zu fahren) und wir machen so das uebliche Sightseeing.

Morgen geht es fuer uns weiter, wir wollen ueber den Sinai an den Strand, schnorcheln und beachen, dann mit der Faehre von Nuweiba nach Jordanien und Syrien und dann Richtung Potsdam, wird auch Zeit:-)

Wir wuenschen euch einen schoenen Herbst und eine Angiefreie Regierung. Wir freuen uns auf einen Winter mit euch in Deutschland.

Liebe Gruesse

Wonne und Remo


23.10.2005 – Out Of Africa

Hallo Ihr lieben zu Hause,

Wir haben es geschafft!!
Wir sind "out of africa" und mittlerweile auch wieder zurueck in Europa.
Vor zwei Tagen haben wir den Bosperus ueberquert und sind jetzt in Istanbul.
 
Nach einer Runde schnorcheln auf dem Sinai haben wir Aegypten Richtung Jordanien verlassen.
Jordanien und Syrien waren relativ schnell mit dem obligatorischen Touristenprogramm durchquert.
An der tuerkischen Mittelmeerkueste war noch ein wenig Baden angesagt. Das zentralanatolische Hochplateau war doch ziemlich kalt - also schnell nach Istanbul.
 
Da sind wir jetzt - geniessen die Stadt und machen uns in den naechsten Tagen Richtung Deutschland auf.
 
Tja - bis dahin.
 
Liebe Gruesse aus Istanbul


06.01.2005 – Zurück im Schnee

Hallo Ihr Lieben zusammen!

Wie versprochen bzw. angedroht kommt jetzt noch eine Abschlussmail!

Unsere Reise ist nach 2 Jahren und einem Monat, ca. 70 000 km und 41 Ländern zu Ende – Off Road Turtle steht wieder sicher und trocken in der Scheune.

Wir freuen uns jedenfalls, wieder in Deutschland und Potsdam zu sein – trotz Wintermistwetter und alltäglichem Behördenkram. Das Fernweh wird mit dem Bearbeiten unserer Dias bekämpft. In absehbarer Zeit zeigen wir die auch, genaues wissen wir aber noch nicht.




 

 

4trips