Reiseinformation und Reisewarnung Simbabwe
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Auswärtiges Amt, letzte Änderung 02.052008
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Aktueller Hinweis
Am 29. März 2008 fanden in Simbabwe allgemeine Wahlen (Präsidentschafts-, Parlaments-, Senats- und Kommunalwahlen) statt.
Die Situation ist derzeit angespannt. Zwar konnte die Opposition die Parlamentswahlen für sich entscheiden, das Ergebnis der Präsidentenwahl ist aber immer noch nicht verkündet worden. Es sieht derzeit alles nach einer Stichwahl aus, die voraussichtlich gegen Ende Mai stattfinden würde.
Es kann örtlich überraschend zu Demonstrationen und/oder Ausschreitungen kommen. Die Situation in den Städten ist bisher ruhig. Allerdings ist es in den ländlichen Gebieten bereits zu zahlreichen Fällen gewaltsamer Übergriffe gekommen. Jeder geplante Aufenthalt in Simbabwe sollte derzeit wohl überlegt sein. In jedem Fall ist besondere Aufmerksamkeit im Hinblick auf mögliche politische Auseinandersetzungen geboten.
Ausländer sollten die unmittelbare Umgebung der Demonstration sofort verlassen und nicht fotografieren. Ausländer dürfen ohne staatliche Akkreditierung nicht über die aktuellen Entwicklungen im Land berichten. Das schließt auch das allgemeine Sammeln von Informationen, Gespräche mit der Bevölkerung oder Schnappschussfotografien mit der Handykamera ein, da dies als illegale journalistische Tätigkeit ausgelegt werden kann. Sollte sich ein geplanter Aufenthalt nicht verschieben lassen, halten Sie bitte unbedingt Kontakt mit der Botschaft.
Innenpolitische Situation
Die wirtschaftliche und soziale Lage ist seit Jahren schwierig und nimmt mittlerweile dramatische Formen an. Der Versuch, durch staatlich verordnete Preiskontrollen Engpässe bei der Versorgung mit Grundnahrungsmitteln zu überwinden, hat das Gegenteil erreicht: Mehl, Brot, Fleisch, Speiseöl u.a. sind in den Geschäften gar nicht mehr verfügbar oder nur zu stark überhöhten Preisen auf dem (illegalen) Schwarzmarkt vorhanden. Preise werden täglich angepasst. Dies gekoppelt mit einer chronischen Knappheit an Bargeld in lokaler Währung führt zu einem rasanten Anstieg der Preise auch in ausländischer Währung. Die Versorgungslage mit elektrischem Strom und Trinkwasser ist nicht mehr gesichert. Zum Teil tagelange Stromausfälle führen zu einem Kollaps der Kommunikation. Festnetztelefonverbindungen und Mobilfunknetzwerke funktionieren nur sporadisch.
Auch wegen der wirtschaftlich desolaten Lage kann es örtlich überraschend zu Demonstrationen und/oder Ausschreitungen kommen. Ausländer sollten die unmittelbare Umgebung der Demonstration sofort verlassen und nicht fotografieren.
Im Nachgang zu den Wahlen am 29. März können zudem angesichts der politischen Kräfteverhältnisse gewaltsame Auseinandersetzungen nicht ausgeschlossen werden. Es empfiehlt sich daher, bei Bewegungen im Lande direkt nach den Wahlen die Kontaktaufnahme mit der Botschaft.
Insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit sollten Townships (sog. „high density suburbs“) und Stadtzentren, in denen die Regierung durch starke Polizeipräsenz eine de-facto-Ausgangssperre eingerichtet hat, gemieden werden. Eine plötzliche Verschlechterung der Lage kann nicht ausgeschlossen werden. Von den Sicherheitskräften ist oft nur beschränkte Hilfe zu erwarten.
Kriminalität
Bei Reisen nach Simbabwe muss berücksichtigt werden, dass die ausgesprochen schwierige politische, wirtschaftliche und soziale Lage der Bevölkerung zu einem deutlichen Anstieg der Kriminalität geführt hat. Vor allem in den Innenstädten von Harare und Bulawayo, aber auch in den kleineren Städten, sind verstärkt Taschendiebstähle und „smash and grab“-Überfälle zu verzeichnen.
Im Auto sollten daher die Fenster immer geschlossen und die Türen von innen verriegelt sein. Handtaschen, Fotoapparate usw. sollten nicht sichtbar im Auto liegen, Spaziergänge sollten nach Einbruch der Dunkelheit nicht unternommen werden. Nachts besteht ein erhöhtes Überfallrisiko, besonders in den Städten, an roten Ampeln und unbeleuchteten Kreuzungen.
In jüngster Zeit werden vermehrt Einbruchdiebstähle und bewaffnete Raubüberfälle in den wohlhabenderen Wohngebieten aller Städte gemeldet. Auch die Anwendung von Gewalt sowie der Einsatz von Schusswaffen, ein in Simbabwe bisher unübliches Phänomen, nimmt zu.
Reisen über Land / Straßenverkehr
Den ehemaligen Charme eines angenehmen Touristen- und Reiselandes mit guter Infrastruktur hat Simbabwe fast vollständig eingebüßt. Bei Reisen mit dem eigenen PKW oder Mietwagen sollten die Hauptstraßen nicht verlassen werden. Wegen erhöhter Unfallgefahr sollte nach Einbruch der Dunkelheit auf Fahrten "über Land" verzichtet werden.
Der Zustand der Mietwagen ist nicht mit dem in europäischen Ländern zu vergleichen. Wer im Mietwagen unterwegs ist, sollte wissen, dass vor allem in Harare einige Fälle bekannt geworden sind, bei denen Diebe Autoreifen angestochen haben um, während der Fahrer den Reifen wechselt, Taschen aus dem Auto zu entwenden. Äußerste Achtsamkeit ist geboten. Am besten lässt man den Reifenwechsel bei einer Tankstelle durchführen. Es empfiehlt sich auch, bei Anmietung eine möglichst gute Versicherung abzuschließen, da man sonst, auch bei Fremdverschulden, für die Schäden am Mietwagen haften muss.
Planen Sie mit dem eigenen oder einem Mietwagen durch das Land zu fahren, sollten Sie sich unbedingt vorher über die Versorgungslage mit Treibstoff informieren. Simbabwe leidet unter erheblichem Treibstoffmangel. Diesel und Benzin sind, wenn überhaupt, nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Sogenannte Treibstoffcoupons werden zu täglich steigenden Preisen illegal gehandelt.
Vor Überlandfahrten mit öffentlichen Bussen wird gewarnt. Diese sind wegen fehlender Ersatzteile und mangelhafter Wartung oftmals in schlechtem technischen Zustand.
Taxen gibt es vor allem von den großen Hotels aus. Man kann aber auch per Telefon ein Taxi rufen. Grundsätzlich sind die Fahrzeuge mit Taxametern ausgestattet, die aber in den meisten Fällen nicht funktionieren. Man sollte einen pauschalen Preis aushandeln. Dies empfiehlt sich insbesondere bei einer längeren Fahrt.
Fotografieren
Das Fotografieren und Filmen von Militäranlagen und -fahrzeugen, Soldaten, Polizisten, VIPs und sicherheitsrelevanten Gebäuden (z. B. der Amtssitz des Präsidenten "Zimbabwe House" oder auch "State House" auf der Borrowdale Road in Harare) ist verboten. Darauf sollte unbedingt geachtet werden!
Besondere Zollvorschriften
Bei Ausfuhr einer größeren Menge an Kunsthandwerk und Shona-Skulpturen, die zum Verkauf bestimmt sind, muss eine Genehmigung der Zollbehörde vorgelegt werden. Die Vorschriften können sich ständig ändern, daher empfiehlt es sich, direkt beim Zoll in Harare nachzufragen.
Die Einfuhr von persönlichen Jagdwaffen (Gewehren) für eine Jagdsafari mit dazugehörender Munition ist erlaubt. Für die Einfuhr ist eine befristete Erlaubnis ( "Temporary Import Permit") notwendig, die man an jedem internationalen Flughafen Simbabwes erhalten kann. Die Einfuhr von automatischen Langwaffen sowie von Faustfeuerwaffen ist nicht gestattet.
Besondere strafrechtliche Vorschriften
Das Fotografieren und Filmen von Militäranlagen und -fahrzeugen, Soldaten, Polizisten, VIPs und sicherheitsrelevanten Gebäuden (z. B. der Amtssitz des Präsidenten "Zimbabwe House" oder auch "State House" auf der Borrowdale Road in Harare) ist verboten.
Homosexuelle Handlungen sind mit Strafe bedroht (Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Haft), werden von der derzeitigen Regierung öffentlich verurteilt und, wie in vielen anderen afrikanischen Ländern, auch traditionell als unmoralisch empfunden.
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