Sierra Leone - Gesundheit und Krankheiten



Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes empfiehlt Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalt über 4 Wochen auch Hepatitis B und Tollwut.

Sierra Leone ist gemäß WHO Gelbfieber-Infektionsgebiet. Im Jahr 2003 wurden 90 Fälle aus den Distrikten Tonkolili, Bombali, Kenema, Koinadugu, Porto Loko, Kambia und Kono gemeldet. Grundsätzlich ist die Impfungen für alle Reisenden empfohlen. Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird für alle Reisenden aus Infektionsgebieten bei Einreise verlangt. In der Praxis wird jedoch bei allen Ein- und Ausreisenden der Nachweis einer Impfung verlangt.

Malaria ist die Hauptursache für Erkrankungen in Sierra Leone und für über 48% der Krankenhauseinweisungen verantwortlich. Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft, insbesondere die gefährliche Malaria tropica, bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig. Ein hohes Risiko besteht ganzjährig im ganzen Land.

Eine Chemoprophylaxe wird deshalb regelmäßig empfohlen. Für die Malariachemoprophylaxe sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Malarone, Doxycyclin, Lariam) auf dem Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.

Daher wird allen Reisenden empfohlen

  • körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
  • besonders in den Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen
  • unter einem Moskitonetz zu schlafen

HIV / AIDS: Durch hetero- und homosexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV/AIDS-Infektion. Aktuelle Zahlen sind schwierig zu ermitteln.

1992 waren 2 % der Mütter in Pränatal-Ambulanzen sowie 1995 26,7 % der Prostituierten HIV-positiv. Von einer höheren Durchseuchung ist aktuell auszugehen. Kondombenutzung wird immer, insbesondere auch bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera: Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden.

Einige Grundregeln: Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes und desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen ausschließlich Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, Schälen oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen, Einmalhandtücher verwenden.

Andere Infektionskrankheiten:

Die Gefahr der Übertragung von Bilharziose (Schistosomiasis) besteht beim Baden in Süßwassergewässern im gesamten Land.

Lassa-Fieber: In Sierra Leone ist die Lassa-Fieber-Infektion endemisch, es kommt aber auch immer wieder zu kleineren Ausbrüchen. Die Erkrankung ist besonders im Osten des Landes verbreitet, sie ist dort für 30 % aller Krankenhaus-Todesfälle, 30 % der Taubheit und 70% der Spontanaborte verantwortlich. 8-52 % der Bevölkerung sind seropositiv und bei 1-20 % der Mastomys-Ratten wurde das Virus im Urin gefunden. Der Übertragungsweg auf den Menschen ist der orale oder inhalative Kontakt mit durch Rattenurin kontaminierten Lebensmitteln oder Aerosole. Besonders bei Reisen im Landesinneren unter einfachen Bedingungen ist Vorsicht geboten.

Die medizinische Versorgung im Land ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist technisch und hygienisch in hohem Maße mangelhaft. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen

Lassen Sie sich vor einer Reise nach Sierra Leone durch eine tropenmedizinische Beratungstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten.

Bitte beachten Sie neben meinem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

 

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Remo Nemitz