Grenze Mauretanien - Senegal



Die folgenden Informationen wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Hans-Peter Hauschild, www.dbfg.de
 
 
Der mauretanisch-senegalesiche Grenzübergang bei Rosso ist seit Jahren einer der unangenehmsten in ganz Westafrika, wohl auch deshalb, weil er kaum zu umgehen ist für alle, die mit einem Fahrzeug über Marokko, Mauretanien, Senegal nach Westafrika reisen. (einzige Alternative: Grenzposten am Senegalstaudamm bei Diama etwa 95 km westlich von Rosso - die Piste dorthin beginnt beim Lkw Parkplatz am nördlichen Ortseingang Rossos ca. 100 Meter vor der ersten Tankstelle rechts auf eine Piste einbiegen, diese führt zum Flussdeich und folgt diesem - in der Regenzeit z. T. nicht befahrbar.)
 
Lassen Sie sich in Rosso nicht von den aufdringlichen "Helfern" nervös machen, bleiben Sie ruhig, verlassen Sie das Fahrzeug nicht und geben Sie Ihre Papiere nicht vor der Abfertigungsstelle aus der Hand. Tanken Sie wenn es irgend geht vor der Stadt.
 
Mauretanische Seite
 
1. Tipp: Wenn Sie diesen Übergang nutzen wollen/müssen und noch keine Westafrikanischen Franc (FCFA) haben, dann wechseln Sie in Rosso/Mauretanien mehrere Hundert Euro in Francs CFA ein, Geldwechsler warten dort. 1000,- FCFA = 300 UM = 1,50 € - vertrauen Sie sich unbedingt einem der dort wartenden "Helfer" an, sie vermeiden damit Belästigung durch die anderen und vereinfachen sich den Grenzübertritt, ein "Geschenk" im Wert von € 5,- sollte drin sein - beim Geldwechsel in Rosso-Senegal verloren viele Reisende schon ein Vielfaches davon und im Senegal werden diverse Kosten auf Sie zukommen, die möglicherweise nicht in Euro bezahlt werden können.
Besser: Geldwechsel schon in Nouakchott tätigen, ebenso Kopien aller Fahrzeugpapiere in mehrfacher Ausführung mitführen, in Rosso-Senegal könnten Kopien verlangt werden und wenn Sie keine haben ist ein aufwendiger Gang zum Kopierladen nötig, mit Begleitung einer nervenden Truppe aufdringlicher Helfer und wenn dann der Kopierer streikt …
 
2. Bei geöffnetem Tor in den Abfertigungsplatz am Fluss einfahren, sonst bis Toröffnung warten. Fahren Sie rechts an dem zentralen Gebäude vorbei und halten Sie nach Aufforderung am rechten Platzrand. Ausreisestempel bei der Polizei holen (500 UM), Polizei stellt einen kleinen Zettel aus, der bei Auffahrt auf die Fähre von anderem Polizist wieder eingesammelt wird. Tipp: Auf die Frage: Où est notre cadeau? vorbereitet sein.
 
3. Ticket kaufen, Pkw u. ä. 1200 UM = 6,- €, Lkw 3 000 UM also € 15,- Preise scheinen etwas willkürlich, (Angaben von 2000)
 
 
 
4. Zoll (zweistöckiges Gebäude rechts der Einfahrt) - Ausfuhr des Fahrzeuges im Pass bestätigen lassen, hier auf Verlangen "Engagement sur Honneur" und Devisenerklärung abgeben (Forderung: 1.000 UM Gebühr)
Tipp: Halten Sie Wechselbestätigungen und Restdevisen abgezählt bereit, auch auf eine Fahrzeugdurchsuchung sollte man vorbereitet sein
 
5. Bisher wird keine Gebühr für den Parkplatz oder zum Auffahren auf die Fähre verlangt. Fahren Sie nach Aufforderung und halten Sie den kleinen Zettel der Polizei bereit. Gelegentlichwird eine Taxe Communale erhoben: 800 UM
Zahlen sie nichts an herumlungernde Jugendliche, die Ihnen mit allen möglichen Forderungen und Versprechungen Geld aus der Tasche ziehen wollen. Die Reihenfolge des Auffahrens auf die Fähre bestimmt das Fährpersonal auf der Fähre! Die Fähre fährt mehrmals am Tag und ist mauretanisches Hoheitsgebiet, lassen sie sich nicht von "Cadeau" - Fragen Mitreisender oder des Fährpersonals nervös machen.
 
Senegalesische Seite
Sollten Sie in Mauretanien ein Fahrzeug verkauft haben, dann heben Sie auf jeden Fall die offizielle Verkaufsbestätigung (Quitus) auf, geben Sie diese nicht auf der mauretanischen Seite ab. In Rosso/Senegal ist leicht aus Ihrem Pass zu ersehen, dass Sie ein Auto hatten und man wird Ihnen hier große Schwierigkeiten machen, bis hin zu Polizeiarrest und der Drohung Sie nach Mauretanien zurückzuschicken, wenn Sie nicht eine hohe Summe "Lösegeld" zahlen.
Vorsicht! Auf der Fähre bereits dringen unangenehme junge Leute auf den Touristen ein und wollen die Papiere annehmen, fragen nach Carnet, Geld wechseln, behaupten, Einreise ohne Carnet sei nur bei Zahlung von Bestechungsgeld in Höhe von mehreren Hundert Francs möglich - lassen Sie sich nicht helfen und Geben Sie Ihre Papiere nicht aus der Hand!
Anführer der oft angetrunkenen Schlepper ist der große, dicke zunächst freundliche Leiter des später meist unumgänglichen Kfz-Versicherungsbüros, der sich gern auf Abfertigungsparkplatz aufhält. Er kann am Ende sehr unangenehm werden - gehen Sie möglichst nicht auf ihn ein! - Sie können alles allein regeln. Einer der oben genannten Helfer fährt gern mit hinüber oder erklärt die Formalitäten vor Ort - ein kleines Geschenk (mauretanisches Restgeld oder ca. € 5,-) vorher ausmachen.
 
1. Polizist (!) sammelt Pass, Kfz-Schein (carte grise), Führerschein (permis), Impfschein (gelber internationaler Impfpass) noch auf der Fähre ein.
 
2. Fahren Sie von der Fähre hinunter und halten sich rechts der Gebäude, dort ist der unbefestigte Parkplatz, den Sie erst nach der Abfertigung und Bezahlen der Parkgebühr verlassen dürfen. (Bei der Ausfahrt ca. 1000 FCFA)
 
3. Am Polizeischalter außen am Gebäude bekommt man nach Aufruf Pass mit Einreisestempel und Impfpass wieder. Sollte die Polizei eine Gebühr (1000 FCFA) verlangen, empfiehlt es sich, diese zu bezahlen, man braucht evtl. später die Hilfe der Polizisten gegen die aufdringlichen Schlepper!! Im Büro im Inneren des Gebäudes holt man den Führerschein wieder ab.
Tipp: Achten Sie darauf, dass die Schlepper nicht für Sie den Pass abholen und sich die Hilfe dann hoch bezahlen lassen.
 
4. Beim Zoll (Extragebäude) erhält man Kfz-Schein nach Aufnahme der Daten wieder, hier lässt man auch das Carnet stempeln oder bekommt ein "Passavant" zur Einreise, gültig für mindestens 4 Tage (bis zu 10 Tage möglich) zweimalige Verlängerung (je 15 Tage) in St. Louis und Dakar möglich, eine Gebühr von 2500 oder 5000 FCFA wird fällig.
Achtung: Verwenden Sie im Senegal keinesfalls ein gefälschtes so genanntes "Schwarzes Carnet", eine Verhaftung mit Einzug des Fahrzeugs könnte die Folge sein!
 
5. Kfz-Versicherung: gehen Sie zu Fuß in den Ort, ca. 100 Meter außerhalb des Abfertigungsgeländes befindet sich auf der rechten Seite das Versicherungsbüro. Es gibt hier keine CEDEAO/ECOWAS Versicherung, nur eine für Senegal und auf Verlangen Gambia. Ein Monat kostet bei 10 CV (Umrechnung der deutschen PS/KW in franz. CV nötig - war auch schon bei Abschluss der mauretanischen Versicherung nötig) rund € 30,-
 
6. Bezahlen Sie die kommunale Parkplatzgebühr (Pkw 500, Lkw 1000 FCFA) und fahren Sie ab.
Tipp: Bei dauernder Belästigung durch die Schlepper beschweren Sie sich ruhig bei der Grenzpolizei - es hilft ein wenig.
Am Ortsausgang weitere Zoll-/Polizeikontrolle, prüft Papiere incl. Versicherung und könnte auch das Fahrzeug auf technische Defekte kontrollieren, um Strafe zu kassieren. Strecke bis zur Straße Richard Toll - St. Louis in sehr schlechtem Zustand.
 
 
Grenzübergang am Senegalstauwerk bei Maka-Diama
 
Mauretanische Seite
 
Die Alternative zu Rosso führt dennoch über Rosso, wenn man die Teerstraße von Nouakchott nach Süden nutzen möchte und nicht über Pisten direkt zum Stauwerk fährt. Man sollte in Rosso oder besser schon in Nouakchott gleichwohl Geld wechseln und tanken, denn am Stauwerk ist beides nicht möglich. - Allerdings sind die anfallenden Kosten in Diama auf beiden Seiten der Grenze auch in Euro (Wechselkurs: 1 Euro = 650 FCFA) zu begleichen.
Die 95 km lange Piste von Rosso zum Stauwerk beginnt am Ortsanfang, nahe dem LKW-Parkplatz (nach dem Tanken, falls man das durchsteht, zurückfahren) und folgt dem Senegalfluss nach Westen, mal neben dem Damm, mal auch obendrauf. Am Stadtrand und unterwegs gibt es einige Kontrollposten. In der einsamen Gegend kann man oft Echsen, Warzenschweine und etliche Vögel beobachten, denn die Strecke folgt der Grenze des südlich gelegenen Djoudj Nationalparks. Nach ca. 80 km erreicht man eine Kreuzung, hier biegt man nach links (Süden) ab und sieht nach weiteren 15 km die Abfertigungsgebäude am rechten Straßenrand vor sich. Es sind Kfz.Vers., Zoll, Gemeindesteuerkassierer und Polizei.
Mit der mauretanischen Kfz-Versicherung haben Sie nichts mehr zu tun, zeigen sie aber auf Verlangen Ihren Versicherungsvertrag vor - haben sie keinen oder ist er inzwischen ungültig geworden, dann ist hier eine Nachzahlung fällig.
Beim Zoll werden die Devisenerklärung und das "Engagement sur Honneur" eingezogen, das Fahrzeug im Pass gelöscht oder das Carnet abgestempelt und die Bearbeitungsgebühr kassiert (Euro willkommen aber auch Rest-Ouguiya angenehm), Quittung wird ausgestellt. (1000 Ouguiya = 3,- €) Gemeindesteuer der Gemeinde N'Diago ist zu zahlen. (VW Bus: 500 Ouguiya).
Polizei stempelt die Ausreise in den Pass und kassiert ebenfalls - Quittung nicht vergessen! (1500 UM = 7,50 Euro = 5000 FCFA)
 
Senegalesische Seite
 
Dann wird endlich die Kette heruntergelassen und das Senegalstauwerk kann überquert werden, womit sogleich die Überquerungsgebühr fällig wird.
Der Kassierer macht sich vor dem senegalesischen Kontrollposten bemerkbar, geht aber auf Verhandlungen ein. (Wir bezahlten für einen VW Bus 4000 FCFA = 6,- Euro, 2002 wurden 10,- Euro verlangt.)
 
Im Senegal stempelt die Polizei im Gebäude rechts der Straße die Pässe und zieht dafür 5000 FCFA (2002: 20 Euro = 13.500 FCFA verlangt!) ein. (Quittungsblock nicht anwesend, Jeansübergabe angenehm)
Im Zollgebäude links der Straße erfolgt die Carnetabstempelung oder die Ausstellung des "Passavant" für ebenfalls 5000 FCFA. Bei kurzer Gültigkeit des Passeavant (4 Tage) muss es in Dakar im Bahnhofszollamt verlängert werden, verhandeln Sie lieber hier.
In der Bierbar hinter dem Zollbüro besteht die Möglichkeit eine Kfz. Versicherung abzuschließen.
Die CEDEAO/ECOWAS Versicherung (Carte Brune) - Gültigkeit: 3 Monate - unbedingt verlangen, wenn die Reise in weitere westafrikanische Länder über Senegal und Gambia hinaus gehen soll - kostete für einen VW Bus T3, 70 PS, 1600 ccm in 2000 FCFA 38.093 für Senegal plus FCFA 15.000 für die Carte Brune - also FCFA 53.000. ( Mercedes 207: FCFA 60.000) Das sind etwa 80,- Euro. (2002 Carte Brune für 10 Tage: 19 500 FCFA = 30,- Euro).
 
Somit kostet der Grenzübertritt einschließlich Kfz-Versicherung knapp 120,- Euro, die der Reisende zweckmäßig in kleinen Scheinen bereithält.
Die Abfertigung erfolgt zügig, ca. 2 - 3 Stunden, keine Schlepper, Kinderhorden oder Bevölkerung vorhanden, damit sind dann aber auch für lange Zeit die Formalitäten erledigt.
Weiterfahrt auf neuer Teerstraße ca. 20 km bis zur Einmündung auf die Teerstraße von Rosso nach St. Louis, kurz nach der Grenze Abzweig zum Djoudj Nationalpark nach links beachten.
 
 

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Remo Nemitz