Taza in Marokko



Taza

Im nordöstlichen Marokko, circa 100 Kilometer östlich der Stadt Fes, liegt die Stadt Taza, genau zwischen den beiden Gebirgsketten Rif und Mittlerer Atlas. Taza beherbergt etwa 145.000 Einwohner. Taza ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Vor vielen Jahren wurden zwei Städte auf einem Plateaus über einem Tal gebaut. Nach der Vereinigung dieser zwei Städte wurde die Stadt Taza genannt.

Von einer Befestigungsanlage umgeben liegt der ältere Stadtteil, die Medina, ungefähr 585 Meter über dem Meeresspiegel. Der neuere Stadtteil wurde 1920 von Franzosen erbaut und befindet sich in 445 Metern Höhe. Funde lassen darauf schließen, dass die Höhlen, die sich in diesem Gebiet befinden, bereits in der Steinzeit bewohnt wurden. Taza liegt direkt an einem Pass, der eine sehr wichtige Verbindung zwischen dem Osten und Westen Marokkos darstellt. In der Vergangenheit war diese Verbindung besonders für militärische Belange von großer Bedeutung.

Die Geschichte Tazas

Taza wurde um das Jahr 700 von den Miknasa-Berbern gegründet. Da die Stadt strategisch wichtig lag, war sie ständig umkämpft. Mit der Verbreitung des Islam veränderten sich die Machtverhältnisse aufgrund der verschiedenen Dynastien oft. Im Jahr 1074 fiel das Gebiet an die Berberdynastie der Almoraviden. 1132 ließ Abd al-Mu'min eine Festungsmauer um die Stadt errichten. Die verschiedenen Dynastien wechselten sich noch häufig ab. Nach und nach nahm der europäische Einfluss in Marokko zu. 1903 übernahm Jilani Zerhouni die Macht über Taza. Er verkaufte Erzabbaurechte an ein spanisches Unternehmen und wurde im Jahre 1908 von rivalisierenden Berbern entführt. Diese Entführung löste den sogenannten Rifkrieg aus. Taza wurde am 10. Mai 1914 ein französisches Protektorat und blieb bis zur Unabhängigkeit Marokkos unter französischen Einfluss.

Sehenswürdigkeiten


Die Hauptstraße der Altstadt führt zu einem alten Getreidemarkt und dem kommerziellen Handelszentrum. Verschiedene Stände preisen ihre Waren an und warten auf kauffreudige Touristen. Die unterschiedlichsten Waren und Gerüche versetzen Besucher in eine unbekannte und neue Welt. Wenn man der Straße folgt, kommt man zu einem Exerzierplatz und der Al-Andalus-Moschee. Der erhöhte Standplatz der Moschee stammt noch aus dem 12. Jahrhundert. Wenn man der Straße Bab el-Qebbour folgt, gelangt man zu einem überdachten Marktplatz und von dort aus zu der Mark-Moschee. Wie ein Ring umgibt die alte Bastion aus dem 16. Jahrhundert eine altehrwürdige Zitadelle. Der eindrucksvolle Eingang der Bastion ist das Tor der Winde.

Remo Nemitz