Larache in Marokko



Larache

Larache ist eine im Nordwesten Marokkos gelegene Hafenstadt am Atlantik. 2005 lebten ungefähr 201.000 Einwohner in der Stadt. Larache ist der Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz. In der Stadt befindet sich ein beeindruckendes Konservatorium, wie auch ein Fischereihafen mit einer Fischkonservenfabrik. Die Haupteinnahmequellen der Stadt sind vor allem Ausfuhr von Kork, Wolle, Bohnen und Zitrusfrüchte. In Larache befindet sich eine alte spanische Festung, die vor allem von Touristen sehr gerne besucht wird.

Die Geschichte der marokkanischen Stadt
Die Stadt Larache an der Mündung des Flusses Oued Loukos wurde vom Stamm der Beni Arus gegründet, nahe der antiken Stadt Lixus. Zwischen 1610 und 1689 gehörte Laache zu Spanien. Ende des siebzehnten Jahrhunderts wurde die spanische Kolonialherrschaft durch den Ouattasiden-Sultan Mohammed es-Said esch-Scheikh beendet. In den darauf folgenden Jahrhunderten wurde Larache als Stützpunkt von den Korsaren genutzt. Ein zweiter spanischer Besatzungsversuch wurde von Moulay Ismail unterbunden. Da die Korsaren-Angriffe für europäische Handelsmächte unerträgliche Ausmaße annahmen, wurde die Stadt 1765 von den Österreichern angegriffen, hundert Jahre später von den Franzosen. Ab dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts bis zur Unabhängigkeit Marokkos 1956/57 gehörte Larache zum Protektorat Spanisch-Marokko.
Im neunzehnten Jahrhundert spielte Larache eine bedeutende Rolle als Ausfuhrhafen für Meknes und Fes. Die Stadt gehört zu den größten Hafenstädte der Region, ausserdem ist Larache ein bedeutender Marktort.

Der Place de la Liberation ist das Verbindungsstück zwischen der Neu- und der Altstadt von Larache. Nahe des belebten Platzes liegt das ockergelbe Bab el-Khamis, das sogenannte Donnerstagstor. Das Tor ist der Eingang zu einer von Stadtmauern umgebenen Medina. Geht man durch das Tor erreicht man den Socco de la Alcaiceria, dem Markt der Stoffhändler.
Am Ende des berühmten Platzes beginnt das Burgviertel, oder wie die Einheimischen sagen, das Bab el-kashbah. Direkt vorbei an der aus dem fünfzehnten Jahrhundert stammenden Moschee Souika, alten Häusern und Fondouks erreicht man die antike Festungsanlage Moulay el-Medhi.
Sehenswert ist auch das Castillo de las Ciguenas, die sogenannte Storchenburg, welche damals von den Spaniern errichtet worden war. Die Burg ist ein Vorzeigebeispiel für die Festungsarchitektur des siebzehnten Jahrhunderts. In der Burg ist ein kleines Museum für Archäologie untergebracht. Hier kann man einige Exponate aus dem römischen Lixus bestaunen.
 
In Larache kann man wundervolle Spaziergänge direkt am Meer unternehmen.
Remo Nemitz