Guelmim in Marokko



Guelmim

Bei Guelmim, auch Guelmin oder Goulimine genannt, handelt es sich um eine Stadt im südlichen Marokko.

Geografische Besonderheiten
Guelmim ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Stadt besitzt knapp 96.000 Einwohner. Guelmim liegt am Fuße des Anti-Atlas. Oft wird die marokkanische Stadt auch als Tor zur Wüste bezeichnet. Ausserdem gilt die Stadt als regionales Handelszentrum und Garnisonsstadt.
Guelmim ist in drei Bereiche eingeteilt. Der südwestliche Teil Guelmims ist das im Jahre 1715 entstandene Kasbah-Viertel Oued Oum el Achar. Charakteristisch für das Viertel sind die rechtwinkligen engen Gassen. Der nordöstliche Teil von Guelmim ist die moderne Neustadt. Das prägende Merkmal dieses Stadtteils sind die einheitlichen Wohngebäude und Kasernen. Dennoch gibt es in diesem Teil Guelmims eine moderne Infrastruktur.
Die Unterstadt ist der dritte Teil Guelmims. Die Unterstadt entstand, als die marokkanische Stadt unter der Kolonialherrschaft der Spanier stand. Bis heute noch sind viele alte Gebäude mit rötlicher Färbung erhalten geblieben.

Geschichte
Bereits seit dem elften Jahrhundert war Guelmim ein bedeutendes Handelszentrum und Ziel jeder großer Karawane, welche aus Mauretanien und Senegal durch die Sahara bis hierher zogen. Die üblichen Handelswaren der damaligen Zeit waren Sklaven, Gold, Salz, Tiere und Stoffe. Einen besonders guten Ruf erlangte der Markt der Stadt durch den Handel mit Kamelen. In Guelmim fand der größte Kamelmarkt ganz Afrikas stand. Sogar bis ins Zwanzigste Jahrhundert wurden in Guelmim wöchentlich mit fünfhundert Dromedaren gehandelt. Doch durch den Westsaharakonflikt und der immer stärker werdenden Sesshaftigkeit der Nomaden verlor der Markt Guelmims immer mehr an Bedeutung. Er blieb jedoch in Form eines normalen Wochenmarktes erhalten. Heute werden hier nur noch im regionalen Rahmen Dromedare, Schafe und Ziegen gehandelt.

Sehenswürdigkeiten

Das Grab von Sidi Al Ghazi sollte man gesehen haben. Bei Sidi Al Ghazi handelt es sich um den Schutzpatronen der Stadt, der in Guelmim bis zum Ende des achtzehnten Jahrhundert lebte. Ein weiteres Highlight ist der jeden Sonntag stattfindende Kamelmarkt. Charakteristisch für den Markt sind die in eine blaue Draa gekleideten Männer des Nomadenstammes der Reguibat.
Etwas Besonderes sind die Ende bis Anfang Juli veranstalteten Kamelrennen. Sehenswert sind vor allem die im Mai bis Juli stattfindenden religiösen Feste zu Ehren Sidi M’Hamed Ben Amars und Sidi Al Gahzis. Gerne besuchen Touristen Guelmims die in der Nähe der Stadt liegende Oase Asirir. Das Highlight der Oase sind in erster Linie die warmen Wasserquellen.
Remo Nemitz