La Palma - Geographie und Landkarte



La Palma

Die Insel La Palma zählt zu einer der sieben großen im Atlantischen Ozean gelegenen Kanarischen Inseln, die eine der siebzehn Autonomen Gemeinschaften im Königreich Spanien bilden. La Palma liegt etwa 400 Kilometer vor der Küste Marokkos und rund 1.500 Kilometer von Spanien entfernt. Die Entfernung zur nächstgelegenen Insel Teneriffa beträgt 60 Kilometer.

Die Gesamtfläche von La Palma beträgt 708 Quadratkilometer; sie ist die fünftgrößte Insel des Kanarischen Archipels. Ihre Ausdehnung von Norden nach Süden beläuft sich auf rund 42 Kilometer, die Breite von La Palma beträgt 28 Kilometer. Santa Cruz de la Palma ist die auf der Ostseite der Insel gelegene Hauptstadt. Das Erscheinungsbild der Insel wird von völlig unterschiedlichen Landschaftsformen geprägt. Zwar ist La Palma ebenso wie die anderen Kanarischen Inseln durch vulkanische Tätigkeiten entstanden, doch zeigt sich diese Herkunft nirgendwo deutlicher als im Zentrum der Insel. So bildet die etwa vor drei Millionen Jahren bei einem Vulkanausbruch aus dem Meer gehobene Caldera de Taburiente einen der größten Erosionskessel weltweit. Aus den neun Kilometer weiten und bis zu 2.425 Metern aufragenden schroffen Flanken der Caldera entspringt eine Vielzahl von Süßwasserquellen, die die üppig gedeihende Vegetation auf der Insel erst ermöglichen. Die Sohle des Kessels ist von Kastanienbäumen, Lorbeer und Schilf bedenkt, an den Hängen wachsen Kiefern.

Der Norden der Caldera senkt sich in tiefen Schluchten zur Küste ab, die von Gebirgsbächen im Laufe der Jahrtausende in das Vulkangestein eingegraben wurden. Zwischen den Schluchten ragen breite Bergrücken empor. Diese Region der Insel ist überwiegend mit dichtem Lorbeer bewachsen. Die Caldera läuft im Süden in einen zweigeteilten Gebirgszug aus. Die Cumbre Nueva ist trotz ihres Namens das ältere Gebirge und auch wesentlich niedriger als die sich anschließende Cumbre Vieja, aus der über 100 Vulkankegel ragen. Dieser Teil von La Palma wurde in den letzten 500 Jahren von gewaltigen Vulkanausbrüchen heimgesucht. Zuletzt flossen im Jahr 1971 riesige heiße Lavaströme gen Meer und hinterließen die „Malpais“, die schlechte Erde, auf der nichts gedeiht. Gräbt man hier nur einige Zentimeter unter dem Lavagestein, ist die Erde glühend heiß.

Zu beiden Seiten der Cumbre erstrecken sich weite Täler, die zur Küste hin wie eine Rampe abfallen. Der regenreiche Osten von La Palma ist auch entsprechend fruchtbar und wird wegen seiner Wiesen und Felder der „Garten von La Palma“ genannt. Im Westen wird die Landschaft von der Sonne und damit von Trockenheit geprägt. Hier dominiert das Valle de Ariadne die Region, in der überwiegend Bananenplantagen anzutreffen sind. Auf den steilen Feldern an den Gebirgsflanken gedeihen auch Mandelbäume.

La Palma ist ringsum von Steilküsten eingerahmt. Doch gibt es auch hier kleine Strände und Buchten, die mit schwarzem Sand, Kies oder groben Steinen bedeckt sind. La Palma ist die einzige Insel der Kanaren mit ganzjährig fließenden natürlichen Gewässern.

Remo Nemitz