Aksum



Aksum (auch Axum, in der lokalen Sprache 'Tigrinya' Akhsum, ältere Form Akhwsem) ist die frühere Hauptstadt des Königreichs von Aksum. Heute liegt sie im Norden Äthiopiens, circa 50 Kilometer von der Grenze zu Eritrea entfernt mit einer Einwohnerzahl von 41.256 (Stand 1. Januar 2005) in der Provinz Tigray. Aksum gilt in der äthiopisch-orthodoxen Kirche als heilige Stadt, in der Kirche der Heiligen Maria von Zion wird angeblich die Bundeslade aufbewahrt.

Im Jahr 1980 wurden die Ruinen in Aksum von der UNESCO in das Weltkulturerbe aufgenommen.

Lage

Aksum liegt am ca. 1 km breiten Ausgang des Tal zwischen den beiden bis zu 2200 m hoch gelegenen Hügeln Beta Giyorgis und Mai Qoho, zwischen den jahreszeitlich bedingt fließenden Bächen Mai Lahlaha und Mai Hejja. Das heutige Aksum nimmt ca. 1,5 qkm Fläche ein, die Ausdehnung der antiken Stadt ist unbekannt, die erhaltenen Reste nehmen aber eine ähnliche Fläche ein.

Geschichte

Die Gründung von Aksum lässt sich nicht sicher datieren, die ältesten archäologischen Funde datieren in das erste nachchristliche Jahrhundert. In den Schriftquellen findet sich Aksum erstmals im Periplus Maris Erythraei und in der Geographikè Hyphégesis des Claudius Ptolemäus. Beide Quellen bezeichnen Aksum als Residenz des Königs des ebenfalls erst zu dieser Zeit erwähnten Aksumitischen Reiches, das bereits damals neben dem äthiopischen Hochland auch die Hafenstadt Adulis kontrollierte. Nach dem Übertritt König Ezanas zum Christentum wurde Aksum eine der ersten christlichen Hauptstädte.

Das Zentrum des antiken Aksum befand sich im Westen der modernen Stadt, auf beiden Seiten des Mai Lahlaha. Dort wurden die Reste einiger größerer ,repräsentativer Gebäude, die offenbar der Oberschicht gehörten, gefunden. Von den Wohngebäuden der Bevölkerung sind hingegen bislang keine Reste entdeckt worden, auch von Befestigungen finden sich keine Spuren, vermutlich waren solche Anlagen durch den natürlichen Schutz der Stadt durch das umliegende Gebirge unnötig. Weiter im Osten, im Bereich der Kathedrale Maryam Tseyon, befand sich ein weiteres größeres Gebäude, vielleicht ein vorchristlicher Tempel, in dessen unmittelbarer Nähe sich die Reste von steinernen Thronen befinden, die vielleicht ähnlich dem Monumentum Adulitanum einmal Inschriften trugen. Ähnliche Bauwerke finden sich auch am Fuß des Mai Qoho, westlich des südöstlichen Stelenfeldes, bei dessen namengebenden Monumentalstelen es sich um Grabdenkmäler vornehmer Personen handelt. Ähnliche Stelenfelder stehen auch im Norden und Südwesten. Die höchste, 33 Meter hohe, Stele (517 Tonnen schwer) zerbrach vermutlich schon bei ihrer Errichtung. Die zweithöchste, 25 m hohe Stele wurde während der italienischen Besatzung 1937 entwendet, in Rom aufgebaut und trotz äthiopischer Proteste erst im April 2005 wieder zurückgegeben - sie steht kurz vor Ihrer Wiederaufrichtung. Kleinere Exemplare haben bis heute aufrecht der Zeit getrotzt.

Die Stadt litt ab circa 600 unter dem Zusammenbruch des Reiches und war zwischenzeitlich verlassen, erhielt später jedoch wieder Bedeutung unter anderem als religiöses Zentrum. Aksum blieb Ort von Krönungen äthiopischer Könige bis zur Zeit des letzten Kaisers Haile Sellasie im 20. Jahrhundert.

Aksum ist heute die wichtigste Pilgerstätte der äthiopisch-orthodoxen Christen. Im Glauben der äthiopisch-orthodoxen Kirche befindet sich die israelitische Bundeslade in Aksum. Diese soll, einer äthiopischen Schrift aus dem 13. Jahrhundert nach, von Menelik, dem Sohn König Salomons und der Königin von Saba ins Land geholt worden sein. Ein Mönch ist noch heute mit der Bewachung der Bundeslade als lebenslangem Amt beauftragt. Diese Aufgabe wird vor seinem Tode einem Nachfolger weitergegeben.

Politisch ist Aksum heute eine kleine Distrikthauptstadt.

Das Königreich von Aksum

Das Königreich bestand vermutlich schon im 1. Jahrhundert. Es gilt als einer der ersten afrikanischen Staaten (nach Ägypten und den angrenzenden nubischen Staaten, s. auch Meroe). Stadtentwicklungen gab es auf dem Gebiet seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. Kulturell (Architektur, Sprache, Schrift und Religion) war das Gebiet mit Saba (Jemen) verbunden. König Ezana führte um 350 einen Feldzug in den heutigen Sudan, bei dem er möglicherweise die Stadt Meroë erreichte und die Reste des meroitischen Königreiches zerstörte. Zwischen 522 und 574 kontrollierte Aksum auch Teile des Jemen auf der gegenüberliegenden Seite des Roten Meeres, wo es zu Kämpfen mit den persischen Sassaniden kam. Ostrom pflegte gute Kontakte nach Aksum, auch um so die Perser als Zwischenhändler nach Indien und Ceylon auszuschalten, was aber nicht gelang.

Im Jahr des Elefanten zogen Aksumiten von dem Gebiet des Jemen aus mit Kriegselefanten bis nach Mekka. Aksum war zu der Zeit ein bedeutendes Reich mit einem Zugang zum Roten Meer durch den Hafen Adulis. Geographisch günstig gelegen, war es für seine Brückenfunktion im Handel zwischen dem Römischen Reich, Asien und dem inneren Afrika berühmt.

Die dominierende Hof-Sprache des aksumitischen Königreiches war Ge'ez, eine semitische Sprache, welche als heilige Sprache noch Bestand in der Kirchenliteratur und in der Liturgie hat (ähnlich wie früher Latein in der katholischen Kirche).

Die aufkommende Ausbreitung des Islams führte im siebten Jahrhundert zum Niedergang des Königreiches, als Gebiete an der Küste vom christlichen Königreich abgetrennt wurden und die alten Handelswege so behindert waren. Nun stärker abgeschlossen von der Außenwelt, konnten sich Teile der aksumitischen Kultur besonders in Äthiopien bewahren. Dass das Christentum nicht stärker bekämpft wurde und so überlebte, wird durch die Haltung des aksumitischen Königs während der Hidschra erklärt, als dieser die Anhänger Mohammeds beschützt hatte. Nach dem Rückzug ins äthiopische Hochland entstand im 12. Jahrhundert das Königreich Äthiopien um Lalibela herum. Quelle: Wikipedia

 

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