Sakkara



Sakkara ist eine altägyptische Nekropole (vom griechischen Nekropolis - "Totenstadt") am westlichen Nilufer, etwa 35 km südlich vom Stadtzentrum von Kairo. Die archäologische Stätte befindet sich unmittelbar südlich vom Dorfes Abū Sīr und etwa 3 km südlich der Pyramiden von Abu Sir.

Geschichte

Bereits aus Zeit des Ägyptischen Alten Reiches, von der 1. Dynastie bis in die Spätzeit, ist nachgewiesen, dass Sakkara als Begräbnisstätte genutzt wurde. Am bekanntesten dürfte die Stufenpyramide des Pharao Djoser aus der 3. Dynastie des Alten Reiches um 2650 v. Chr. sein. Sie ist das Vorbilöd aller späteren Pyramiden.

In der 5. und 6. Dynastie errichteten die Könige ebenfalls hier ihre Pyramiden. Da Sakkara die Nekropole der Residenzstadt Memphis war, wurden hier im Alten Reich auch zahlreiche hohe Würdenträger bestattet. Die Grabanlagen der folgenden 1. Zwischenzeit sind vergleichsweise klein, beweisen aber eine ungebrochene Tradition vom Alten Reich. Im Mittleren Ägyptischen Reich konzentrierten sich kleinere Mastaba-Gräber (Mastaba - arabisch für Steinbank, steinerne Plattform, die Mastaba-Gräber entsprechen einem flachen rechteckigen Pyramidenstumpf) um die Pyramide von Teti und im äüßertsen südlichen Teil von Sakkara, wo in der 13. Dynastie mehrere Pyramiden (Chendjer) erbaut wurden.

Im Neuen Reich wurde die Nekropole Sakkara wieder stärker genutzt. Vor allem seit der Regierungszeit Amenophis III., der Memphis als Regierungssitz wieder stark aufwertete, wurden zahlreiche hohe Beamte hier begraben. Die Grabanlagen aus dieser Zeit wirken wie kleine Tempel mit Pylonen und Höfen (z.B. Grab des Haremhab). Jedoch sind diese Gräber oft nicht gut erhalten.

Seit dem Neuen Reich bis in die römische Zeit wird Sakkara auch als Begräbnisstätte für heilige Tiere genutzt. Die katakombenartigen Anlagen liegen im Nordwesten der Nekropole. Vor allem wurden hier heilige Apis-Stiere und ihre Mutterkühe sowie Ibisse und Paviane bestattet.

Während der 3. Zwischenzeit nur wenige Gräber zuzuordenen sind, gibt es bedeutende Grabbauten aus der Spätzeit. Zahlreiche Beamte wurden zu dieser Zeit am Boden von riesigen Grabschächten beigesetzt. Sakkara behielt seine große Bedeutung bis in ptolemäische Zeit. In dieser Zeit wurden einige große Tempelanlagen sowie Galeriegräber (mit Tierbestattungen) erbaut.

Grabformen

Fast alle ägyptischen Grabformen kann man in Sakkara finden: von Stufenpyramiden über klassische Pyramiden aus der 5. und 6. Dynastie, Schachtgräber, Galeriegräber, Tierfriedhöfe bis hin zu Mastabas aus allen altägyptischen Epochen.

Aktuelle Funde

Im März 2005 fanden Archäologen unter Zahi Hawass, dem Leiter der ägyptischen Altertümerverwaltung, in der Nähe der Pyramide von König Teti in Sakkara eine Mumie, deren Alter auf 2.300 Jahre geschätzt wird. Ihr üppig verzierter Sarkophag ist einer der schönsten, der je in Ägypten entdeckt wurde.

Besuch der Grabanlagen

Es ist möglich, die Grabanlage von Sakkara mit Minibussen und Taxis und eigenem Fahrzeug zu erreichen, die Anlage ist für Besucher von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, der Eintrittspreis beträgt 40 LE pro Person.

 
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Remo Nemitz