Marsa Alam



Marsa Alam (auch Mersa genannt) befindet sich an der Küste des Roten Meeres 271 km südlich von Hurghada. Lange Zeit ein unbedeutendes Küstendorf ist es in den letzten zwanzig Jahren zur Kleinstadt angewachsen. Seine Bedeutung verdank Marsa Alam dem bedeutenden Kreuzungspunkt von der durchgehenden Küstenstraße mit der Verbindungsstraße zum Niltal nach Edfu.

Ende 2001 wurde 60 km nordwestlich von Marsa Alam ein Flughafen eröffnet, das Städtchen ist so leichter zu erreichen.

In Marsa Alam leben ca. 6.000 Menschen, vor allem Fischer und Viehzüchter (Schafe, Ziegen sowie Dromedare), einige arbeiten in den Minen, Marmor- und Granitsteinbrüchen, die Arbeitslosigkeit ist hoch.
In der Region wird seit Jahrtausenden Bergbau betrieben. Schon in der Zeit der Pharaonen und dann unter den Römern war die Region für Vorkommen von Gold, Smaragden, Halbedelsteinen, Kupfer sowie Blei bekannt. Eine Verbindung nach Edfu im Niltal wurde wahrscheinlich schon unter Ptolemäus II. gebaut. Entlang dieser Straße findet man einige historische Orten, z.B. das Wadi Miya mit einem berühmten Tempel, der von Seti I. gebaut wurde und das Wadi Baramiya, wo im pharaonischen Ägypten Gruben unterhalten wurden. Das Mahlen von Quarzsteinen mit dünnen Goldadern (20 g Gold/Tonne Quarz) wurde bis in die englische Besatzungszeit betrieben, dann wurde es aber wegen Unrentabilität eingestellt. Vor einigen Jahren sind diese Minen allerdings wieder in Betrieb genommen, australische Investoren graben hier mit modernen Methoden.

Die Bewohner der Region haben ihre Wurzeln in zwei verschiedenen Stämmen: im nördlichen Bereich leben die Ababda-Beduinen, im südlichen die Bedscha-Beduinen. Die Bedscha leben seit langer Zeit in der östlichen Wüste, schon die alten Ägypter setzten sie zur Verteidigung der Grenze ein. In späterer Zeit vermischten sie sich mit Arabern und nahmen auch den Islam an. Sie leben von der Viehzucht, stellen Holzkohle her und sind gute Jäger. Ihre Häuser (Kischa) werden normalerweise auf Anhöhen gebaut, um vor möglichen Fluten nach Regenfällen geschützt zu sein. Die Häuser werden von Frauen aus Geäst errichtet und mit Palmblättern bedeckt.

In der gesamten Region gibt es zahlreiche Felszeichnungen (Petroglyphen), die ältesten stammen aus Zeiten vor den Pharaonen. Die häufigsten Motive sind damals noch hier lebende Tiere (z.B. Giraffen) sowie Rinder, aber auch Jagdszenen.

Nationalpark

Der im Mai 2005 eröffnete Wadi-al-Gamal-Nationalpark ist bei Touristen besonders beliebt. Er zählt zu den größten Nationalparks in der Ostarabischen Wüste (7.450 qkm), vor allem das Delta ist spektakulär. Für ein Wüsten-Ökosystem findet man hier eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Vor der Küste ist ein Meerstreifen mit durchschnittlichen 15 km Breite mit vier Inseln im Hamata-Archipelag und der Wadi-al-Gamal-Insel in den Nationalpark eingegliedert.
Im Park gibt es geschichtlich interessante Plätze aus der römischen und ptolemäischen Zeit. Die Pisten sollten allerdings nur mit geeigneten Fahrzeugen befahren werden, wichtig ist vor allem eine große Bodenfreiheit. Allradfahrzeuge sind nicht unbedingt erforderlich aber sicherer. Touren kann man in zahlreichen Hotels buchen.

Tauchen und Schnorcheln

In Marsa Alam gibt es viele vorgelagerte Riffe, Beispiele wären das Elphinstone Riff und das Shaab Marsa Alam (ein Riff mit einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern). Das weiter südlich gelegene Riff Shaab Samadai wird auch "Dolphinhouse" genannt, da man hier oft Spinner Delfine beobachten kann. Das Shaab Cluade bei Berenice ist ein gut betauchbares Höhlensystem, da hier jederzeit ein Durchgang zur Oberfläche führt. Die Tauchsituation in Marsa Alam kann man mit Hurghada und Sharm El Sheikh vor zwanzig Jahren vergleichen: fast unberührte Tauchplätze in oft sehr guter Qualität. Schnorcheln ist in Marsa Alam ebenfalls möglich, allerdings ist die Brandung oft stark. Ein empfehlenswerter Platz ist u.a. die Region um das Shams Alam Hotel.

Unterkünfte

Momentan gibt es in der Region Marsa Alam acht Hotels. Fünf Minuten vom Flughafen entfernt befindet sich das Iberotel. Das ehemalige Alexander the Great heißt jetzt Cataract Resort und befindet sich 15 Fahrtminuten im Süden des Flughafens. An Kunden aus dem Bereich der Surfer und Taucher richtet sich das Hermes Hotel, ein preiswertes Drei-Sterne-Hotel (20 Fahrtminuten südlich vom Flughafen). Das Shams Alam Resort liegt südlich von Marsa Alam (etwa eine Stunde Fahrzeit). Bei Berenice befindet sich das Hotel Zabargad (eine Stunde vierzig Minuten Fahrtzeit). Für Taucher interessant sein dürften die Camps von Red Sea Diving Safari.

Entwicklung

In absehbarer Zukunft wird die Grenze zum Hala'ib-Dreieck bei asch-Schalatin geöffnet. 30 km vor der Grenze zum Sudan wurde 20 bis 25 km landeinwärts der Gebel-Elba-Nationalpark eingerichtet, ein möglicher Touristenmagnet.

 
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Remo Nemitz