Anubis
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Nach der Osiris-Legende ist Anubis ein Sohn des Osiris, den dieser ungewollt und illegal mit Nephthys zeugte. "Isis erfuhr, daß Osiris ohne ihr wissen ihrer Schwester Nephthys in Liebe beigewohnt hatte, als ob sie es selbst sei. Da suchte sie das Kind. Von Hunden geführt fand sie es und zog es auf. Es ehielt den Namen Anubis und soll für die Götter wachen wie die Hunde für die Menschen" (Plutarch).
In alten Zeiten war er bereits der Totengott, lange bevor Osiris dieses Amt übernahm. Geblieben ist er "der Balsamierer des Leichnams" und deshlab "der mit der Mumienbinde", der "Herr der Totenstadt" und "der von der Gotteshalle" (der Platz für die Mumifizierung), der also den LEichnam für den Eintritt in das Westland Amentet so vorbereitet, daß er schicklich vor den richtenden Osiris treten kann, während seine Lebenstaten von Horus und ihm, Anubis, ausgewogen werden.
Üblicherweise bewacht er als schwarzer Hund, der auf einer Mastaba liegt, die Türen der Felsgräber, sonst wird er dargestellt in Menschengestalt mit schwarzer Hautfarbe, aber schakalköpfig (nicht hundeköpfig, wie die Griechen meinten), "der auf dem schwarzen Gebirge", wie er sich tief über die Mumie neigt, die er gleich in das ewige Leben aufnehmen wird.
Nach Plutarch opferte man ihm einen weißen oder gelben Hahn. Sein Hauptheiligtum lag in Kynopolis (Hundestadt, Mittelägypten), Darstellungen findet man besonders in vielen Felsengräbern, Anubis-Kapellen in Der el-Bahri und im Grabe des Senodjem in Der el-Medina.