Edfu



Edfu (auch Idfu genannt) befindet sich etwa 100 km im Süden von Luxor am Westufer des Nils. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 60.000. Im Jahr 1969 wurde in Edfu eine Brücke über den Nil gebaut.

Die bestimmende Industrie in Edfu ist die Töpferei, ausserdem ist die Stadt ein Handelzentrum mit mehreren Zuckerfabriken.

Edfu wird bereits in religiösen hieroglyphischen Inschriften als Behedet ("Behedet" ist der Beiname des Horus) oder Neset-Netjeru ("Thron der Götter") erwähnt. In Verwaltungstexten wird die Stadt dagegen eher Djeba genannt. In der Zeit der griechischen Antike ist der Name Apollonopolis Magna, nach dem Gott Horus-Apollo, der hier besonders verehrt wurde. Horus bestand der Überlieferung nach hier einen seiner schwersten Kämpfe mit Seth.

Höhepunkte in Edfu

Horus-Tempel

Der fast vollständig erhaltene Horus-Tempel in Edfu gehört zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten, die man in Ägypten finden kann.

Grundzüge des Tempels wurden ab 237 v. Chr. von Ptolemaios III. (Euergetes I.) erbaut. Das Tempelhaus wurde von Ptolemaios IV. (Philopator) im Rohbau fertiggestellt. Aufgrund von Kriegen wurde der Bau erst wieder durch Ptolemaios VI. (Philometor) 176 v. Chr. aufgenommen. 147 v. Chr. wurde der eigentliche Tempel unter Ptolemaios VII. (Euergetes II.) beendet.

Unter Ptolemaios VII. wurde bis 122 v.Chr. die große Vorhalle errichtet. Der große Pylon (Toranlage vor einem Tempel, der Weg hindurch führt zum Eingang) von etwa 70 m Breite und 32,50 m Höhe und der dahinter liegende Kolonnadenhof (49 m X 42,6 m), wurden von Ptolemaios IX. (Sotêr II.) und Ptolemaios X. (Alexander I.) gebaut.

Die Reliefs auf dem Pylon, die unter Ptolemaios XII. (Neos Dionysos) 57 v. Chr. hinzufügt wurden, stellten das Bauende des Tempels dar.

Der Tempel in Edfu war ursprünglich komplett von einer Ziegelmauer umschlossen, davon sind heute noch Reste erhalten.

Horus Edfu TempelAuf der rechten und linken Seite des Pylon befinden sich zwei große Falken aus schwarzem Granit. Hinter dem Pylon liegt der große Kolonnadenhof durch dem die Weihehalle und die Bibliothek erreicht wird.

Am Ende des Tempels befindet sich ein 25 m breiter und nahezu 14 m langer Portikus (offene Säulenhalle) mit 18 Säulen, hinter dem noch eine Halle sowie Gänge und Kammern liegen. Das Allerheiligste ist in sich abgeschlossen und bildet ein kleines eigenständiges Bauwerk.

Die hieroglyphischen Inschriften im Edfu-Tempel gehören zu den größten zusammenhängenden Sammlungen von hieroglyphischen Texten aus der Griechisch-Römischen Zeit und sind daher für die Philologie sehr bedeutsam.

Das Hathor-Heiligtum

Westlich vom Eingangstor, neben dem Tempelgebäude befindet sich ein kleines Heiligtum, das der Göttin Hathor geweiht ist. Es wird Mammisi (Geburtshaus) genannt. Es wurde unter Ptolemaios VII. errichtet.

Die antike Stadt

Neben dem Horustempel findet man Reste der antiken Stadt, die zum Teil ausgegraben wurde. Hier wurden vor allem Häuser der griechischen, römischen und byzantinischen Stadt entdeckt. Vor den stadtmauern wurden die Nekropolen (Totenstädte) der Stadt gefunden. Auffallend ist vor allem die Mastaba (Typ von Grabbauten in der altägyptischen Kultur. Der Baukörper entspricht einem flachen rechteckigen Pyramidenstumpf) des Izi aus dem Alten Reich zu nennen. Nach seinem Tod wurde Izi als Ortsheiliger verehrt.

 
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Remo Nemitz