Pygmäen



Pygmäe ist ein traditioneller und gängiger, aber ethnologisch unbrauchbarer Sammelbegriff, der eine Vielzahl kulturell unterschiedlicher Gesellschaften wie Batwa Akka, Bakango, Batschwa, Efe, Mbuti/Bambuti, Binga, Bongo, Bagielli, Ba-Benjelle, Twa in West- und Zentralafrika bezeichnet.

Gemeinsames Merkmal der Pygmäen ist die relativ geringe Körpergröße. Der deutsche Name leitet sich von dem altgriechischen Wort pygmaios ab, was soviel wie "eine Faust kurz" bedeutet.

In vielen Gebieten sind sie als die ursprünglichen Bewohner anerkannt.
Obwohl die Pygmäen-Völker verschiedene Bantusprachen sprechen, die meistens den Sprachen der benachbarten Nicht-Pygmäenvölker ähnlich sind, gibt es einige Wörter, die in allen Pygmäen-Sprachen identisch sind, was darauf hinweist, dass die Pygmäen einst eine gemeinsame Sprache hatten. "Jengi" z.B. bedeutet volksübergreifend "Geist des Waldes".

Pygmäen AfrikaDie Pygmäen sind Regenwald-Bewohner, die mit dem Wald, seinen Pflanzen und Tieren eng vertraut sind. Sie leben davon, Tiere wie Antilopen, Schweine und Affen zu jagen. Außerdem fischen sie, sammeln Honig, wilde Süßkartoffeln , Beeren und andere Pflanzen. Der Regenwald stellt für Pygmäen einen freundlichen Gott dar, der für alle lebensnotwendigen Dinge sorgt.

Alle Pygmäen-Gruppen haben engen Kontakt mit benachbarten Bauern, arbeiten für sie oder tauschen mit ihnen Waldprodukte für Feldfrüchte und andere Güter. Im Idealfall verlaufen solche Tauschgeschäfte fair, doch es kann schnell zur Ausbeutung kommen, vor allem da, wo die Pygmäen die Kontrolle über den Wald und seine Rohstoffe verloren haben.

Probleme

Pygmäen-Völker sind vor allem von der Abholzung des Regenwaldes und der Vertreibung aus ihrem Lebensraum durch Siedler betroffen. Aus manchen Gebieten wurden sie bereits vertrieben und ihr Land wurde zum Nationalpark ernannt. Da diese Waldvölker von vielen Landesregierungen nicht als gleichwertige Staatsbürger anerkannt werden, werden ihre Menschenrechte oft missbraucht.
Die Lebensweise der Bagyeli in Kamerun ist von einer von der Weltbank finanzierten Öl-Pipeline bedroht, die durch ihr Land gebaut werden soll.
Die Waldgebiete der Batwa im östlichen Kongo, Ruanda, Burundi und Uganda sind bereits fast ganz zerstört und sie können dort nur noch als Arbeiter oder Bettler überleben.

 

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Remo Nemitz