Dengue-Fieber



 
Die folgenden Informationen wurden freundlicherweise vom Berliner Centrum Reise- und Tropenmedizin zur Verfügung gestellt:
 
Dengue-Fieber ist eine Arbovirusinfektion, die wie auch Gelbfieber, von Aedes-Mücken übertragen wird. Die weibliche Mücke sticht vorwiegend in den frühen Morgenstunden und in den späten Nachmittagsstunden unmittelbar vor Sonnenuntergang, ist jedoch auch während der restlichen Tag- und Nachtstunden aktiv. Der Stich ist schmerzlos aber im Gegensatz zum Stich der Malariamücke (Anopheles) oft juckend.
 
Es gibt vier Serotypen des Dengue-Virus: Dengue 1, 2, 3 und 4, die alle dasselbe klinische Bild hervorrufen. Das Virus gehört zur Gruppe der Flaviviren. Es steht in enger Verwandtschaft zum Gelbfiebervirus und dem Japanischen Enzephalitisvirus. Das Dengue-Virus ruft Dengue-Fieber und hämorrhagisches Dengue-Fieber (DHF) hervor. Die Entstehung von DHF ist nicht vollständig geklärt. Neben einer gewissen Häufung von Serotyp 2 scheint vor allem der Prozess des "Immune Enhancement" eine Rolle zu spielen. Hierbei verläuft die Erstinfektion mit einem beliebigen Serotyp zunächst unkompliziert und hinterlässt eine lebenslange, vor allem humorale Immunität. Bei einer Infektion mit einem weiteren Serotypen bilden die bereits vorhandenen IgG-Antikörper jedoch Immunkomplexe mit den neuen Viren. Dies fördert das Fortschreiten der Infektion und kann letztliich zu hämorrhagischen Komplikationen bis hin zum Debgue Schock Syndrom führen.
 
Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 8 Tage. Danach treten grippeähnliche Symptome auf, die durch ausgesprochene Muskel- und Gelenkschmerzen, Schmerzen retrobulbär und bis zu 39 - 49 °C Fieber gekennzeichnet sind. Die Schmerzen sind so charakteristisch, daß die Krankheit auch als "Break-Bone Fever" bezeichnet wird. Die Erkrankung dauert in unkomplizierten Fällen 5 bis 7 Tage.
 
Es treten verschiedene Formen eines Exanthems (akuter Hautausschlag) auf: zu Beginn eine diffuse Rötung, am 3. bis 4. Krankheitstag ein makulopapuläres oder skarlatiniformes Exanthem. Unmittelbar bevor die Temperatur lytisch fällt treten generalisiert Petechien mit sehr charakteristischen und beinahe pathognomonischen Aussparungen auf. Gleichzeitig besteht eine Thrombocytopenie. Bei Personen, die vorher schon eine Dengue-Fieber infektion durchgemacht haben, kann es in dieser Phase zu hämorrhagischen Komplikationen kommen.
 
Die Behandlung ist symptomatisch. Acetylsalicylsäure ist sowohl wegen des Risikos von Blutungen als auch dem der Entwicklung eines Reye Syndroms kontraindiziert. Durch die Infektion wird eine lebnslange Immunität nur für den jeweiligen Serotyp aufgebaut. Es besteht keine Kreuzimmunität.
 
Schutz
Bei Aufenthalt in endemischen Dengue-Fieber Gebieten in den frühen Morgenstunden sowie am späten Nachmittag die anwendung von Mückenmitteln zu empfehlen, unabhängig davon, ob es auf dem Land oder in der Stadt ist. Das einzige Erregerreservoir ist der Mensch.
 
Reisenden, die früher Dengue-Fieber durchgemacht haben, muß nicht notwendigerweise von einer erneuten Reise in Gebiete mit Dengue-Fieber abgeraten werden. Es sollte aber aussdrücklich auf einen besonders intensiven Mückenschutz hingewiesen werden: Imprägnierung der Bekleidung mit Permethrin, zusätzliche Benutzung von Mückenbalsam und Vermeidung der Exposition in der Dämmerung.
 

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Die Angaben sind

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Die Informationen können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Remo Nemitz