Trans-Afrika: Blog

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8. Mai 2009

Bestimmungsbuch: “Vögel in Afrika”

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , , , , , — Remo Nemitz @ 11:56

Die meisten Bestimmungsbücher für afrikanische Vögel gibt es in englischer Sprache, meist sind diese auch die Standardwerke für die jeweilige Region. Laut dem Fauna Verlag gab es bisher keine ornithologischen Naturführer in deutsch.
Der Rainer Christian Ertel will mit “Vögel in Afrika” diese Lücke schliessen. Der Anspruch dieses Buches ist, Birdwatchern und Urlaubern in Afrika zu ermöglichen, die meisten in Afrika vorkommenden Brutvögel und Durchzügler im Feld zu bestimmen.

Ich habe mir das Buch angeschaut und möchte im Grunde dem Geleitwort von Einhard Bezzel zustimmen, der meint, dass mit dem Buch “eine Informationsquelle zur Vertiefung […] von Eindrücken angeboten” wird.

Insgesamt werden 1.300 von den gut 2.000 afrikanischen Vogelarten auf Fotografien abgebildet. Dass nicht alle gezeigt werden, liegt zum Teil daran, dass es nun mal zahlreiche Arten gibt, die sich nur durch minimal unterscheiden und viele Vögel so heimlich leben, dass Fotos nur schwer zu beschaffen sind. Und hier liegt meiner Meinung nach auch ein Manko des Buches “Vögel in Afrika”: ich habe einfach Schwierigkeiten, kleine graue Vögel mit einem einzigen Foto, das in einer bestimmten Situation mit speziellen Lichtverhältnissen aufgenommen wurde, zu bestimmen.

Da gefällt mir der englische Vogelführer “Birds of Africa” von Sinclair und Ryan wesentlich besser. Hier werden tatsächlich alle Vogelarten (allerdings nur im Afrika südlich der Sahara) abgebildet, in Form von Zeichnugen, wo eben Männchen, Weibchen, Jungvogel, Besonderheiten usw. dagestellt werden können. Ich nutze diese Buch seitdem es erstmals herausgeben wurde.
Die Maximalzahl der behandelten Arten beträgt in “Birds of Africa” pro Seite liegt bei acht, in “Vögel in Afrika” werden immer 10 Vogelarten vorgestellt. Das schränkt natürlich den beschreibenden Text ein, was eine Bestimmung auch nicht eben leichter macht.

In “Vögel in Afrika” habe ich für viele Arten zum ersten Mal den deutschen Namen gelesen, das war schon interessant, leider sind die deutschen Namen meiner Meinung nach nicht relevant, der Tenor wird nun mal einfach von der “fanatischen” ;-) englischsprachigen Birdingsszene bestimmt.

Was ich nicht verstanden habe, ist, dass bei kleinen Verbreitungsgebieten immer die gesamte Afrikakarte genutzt wird. Der Leser wird darauf hingewiesen, dass in diesen Fällen eine maßstabsgerechte Darstellung nicht möglich ist und das Vorkommensgebiet daher zu gross dargestellt wird. ???
Die Verbreitungsgebiete weden damit ungenau/falsch wiedergegebn. Einem ernsthaften Birder braucht man so etwas ehrlich gesagt nicht erzählen… Warum werden keine Kartenausschnitte verwendet? In “Birds of Africa” klappt das.
Für Zugvögel werden überhaupt keine Verbreitungskarten angezeigt, diese werden durch einen Afrika überfliegenden Vogel dargestellt…

Format und Gewicht von “Vögel in Afrika” sind durch diese Kompaktheit noch gut für die Jackentasche geeignet, “Birds of Africa” ist da wesentlich unhandlicher (die neue Ausgabe hat einen Schutzumschlag, dass es auch rauhere Umstände verkraftet, meine alte Ausgabe sieht leider langsam so aus, als wenn es ein paar mal überfahren und/oder vergraben wurde…).

Der Fauna Verlag meint, dass seine neue Publikation eine Empfehlung für jeden ernsthaften Birdwatcher, Fotograf und Safariteilnehmer sei. Dem kann ich leider nicht zustimmen. Der Führer bietet einfach zu wenig Informationen und Bestimmungshilfen, kleine Verbreitungsgebiete sind ungenau dargestellt. Mir kommt es ein wenig wie ein Spagat vor: eine gewisse Kompaktheit sollte erhalten werden, aber es sollten eben auch soviel Vögel wie möglich abgebildet werden. Wer wirklich ernsthaft in den Bush geht, um Vögel zu beobachten, kommt um die regionalen (meist englischen) Standardwerke nicht herum.

Nichtsdestotrotz finde ich “Vögel in Afrika” ganz schön, des Bucht zeigt sehr schön die überwältigende Artenvielfalt der afrikanischen Vögel. Das Buch hätte sich meiner Meinung nach eher darauf konzentrieren sollen, dann hätte man tatsächlich auch auf die Grössenbeschränkung verzichten können.

Details: VÖGEL IN AFRIKA, von Rainer Christian Ertel, 400 Seiten, über 1.330 Farbfotos,über 1.250 Verbreitungskarten, 750 gr, 21×15 cm - Fadenheftung, Flexeinband, Lesebändchen, ISBN 978-3-935980-18-0, Preis: 49,00 € (incl. MwSt. / incl. VAT).

8. Oktober 2007

Safari in Brandenburg

Abgelegt unter: Allgemein, Brandenburg — Tags:, , , , — Remo Nemitz @ 11:42

Gestern war es mal wieder Zeit für eine Safari. Leider nicht in einem Nationalpark in Kenia oder Ähnlichem, sondern ganz in der Nähe Potsdams:

Das 700-Seelen-Dörfchen Linum im Havelland (Brandenburg) ist der größte binnenländische Kranich-Rastplatz in Mitteleuropa. In jedem Herbst und Frühling rasten riesige Scharen von Wildgänsen und zum Teil mehr als 70.000 Kraniche im Linumer Teichland. Momentan sind zwar “erst” ungefähr 7.000 Kraniche vor Ort, trotzdem ist es ein großartiges Erlebnis, den Truppen von Kranichen, Saat- und Bläßgänsen beim Anflug auf ihre Übernachtungsplätze zuzuschauen und -zuhören…

Safaris Afrika

Führungen zu den Schlafplätzen der Vögel finden um ab 17.00 Uhr jeden Freitag, Samstag und Sonntag bis zum 11. November statt.

Wichtig sind dunkle Kleidung und festes Schuhwerk.
Telefonische Anmeldung ist unbedingt erforderlich unter (03 39 22) 5 05 00.
Preis: 5 Euro, NABU-Mitglieder: 3 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei.

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