Trans-Afrika: Blog

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12. November 2007

Reisen im Sudan

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — Remo Nemitz @ 16:49

Die Welt berichtet heute über Reisemöglichkeiten im Nord-Sudan, speziell zu den Pyramidenfeldern von Meroe, der Hauptstadt des Reiches Kusch (etwa 300 v.Chr. bis 400 n. Chr.).

Im Gegensatz zur Bürgerkriegsregion Darfur und auch dem südlichen Regionen des Sudan ist Reisen im Norden Sudans gefahrlos möglich, selbst das Auswärtige Amt warnt nicht vor Reisen im Nordsudan. Etwas großspurig wird angekündigt, dass der Reporter Fabian von Poser eine der ersten Besucher im Nordsudan ist - dies ist natürlich Unsinn. Reisenden auf dem Weg zwischen Ägypten und Ostafrika blieb nie etwas anderes übrig, als durch den Sudan zu reisen, gefährlich war die Transsitstrecke zwischen Wadi Halfa und Khartoum nie - aber mit diesem Zusatz wirkt es etwas abenteuerlicher;-)

31. Oktober 2007

Hilfsorganisation entführt Kinder im Tschad

Abgelegt unter: Allgemein, Politik — Tags:, , , , , , — Remo Nemitz @ 12:07

Ich war ein paar Tage nicht online, daher erst jetzt kurz ein paar Gedanken zur “Rettung” von 103 Kindern aus Dafur.

Alle beteiligten Seiten triefen ja geradezu vor Heuchelei:

Heuchelei 1: Da ist die “Hilfsorganisation” L’Arche de Zoé (während der Tsunami-Katastrophe in Südostasien gegründet, später wurde die Tätigkeit nach Afrika verlagert), die angeblich Waisen aus Dafur (Sudan) rettet und in das sichere Frankreich bringt, dabei aber laut ihrem Anwalt etwas anarchisch vorgeht. Dadurch scheinen die Waisen keine Waisen und versehentlicherweise nicht aus dem Bürgerkriegsgebiet im Sudan sondern aus dem Tschad zu stammen. Die Hilfsorganistaton versuchte, per Krankenflug, die Kinder ausser Landes zu schaffen, nur wiesen sie keine Verletzungen auf.

Die Kinder sollten für 2.800 bis 6.000 Euro von französischen Familien gekauft aufgenommen werden.Das gute alte Kolonialverhalten: wir wissen, was gut für die Schwarzen ist und wenn sie es nicht verstehen, dann muss das eben hinter ihrem Rücken durchgezogen werden.

Sehr interessant sind die enormen Geldströme im globalen Hilfsbusiness (ein verbreiteter Glaube ist ja, dass der Zweck von Hilfsorganisationen”Hilfe” ist, bis auf wenige Ausnahmen ist es allerdings “Geld verdienen”, wenn etwas Zeit dafür ist, werde ich darüber ausführlich schreiben).

Die französische Regierung geht immerhin auf Distanz.

Heuchelei 2: Der Präsident des Tschad, Idriss Déby, fährt dann auch gleich ganz große Geschütze auf und spricht von Organhandel und Verkauf an Pädophile. Ausserdem besucht er die Kinder und sorgt sich um ihr Wohlergehen. Lächerlicher geht es kaum, in der Vergangenheit hat sich Debý keinen Deut in irgendeiner Form um die Bürger des Tschad gesorgt, hier winkt natürlich große Publicity und wohl auch ein weißes, europäisches Pfand in seiner Hand, Libyen hatte bulgarische Krankenschwestern (Gaddafi schaltet sich auch in diesem Fall wieder ein).

Heuchelei 3: Dann sind da noch die Medien: Afrika ist kein Thema in den Nachrichten, aber hier kommt man nicht vorbei: weiße Abenteurer im dunklen Herzen Afrikas (ob gut oder böse ist erstmal egal), schwarze Diktatoren (immer böse), der sterbende afrikanische Kontinent (Dafur, sehr gruselig), große Kinderaugen, die in die Kamera blicken (immer süß) = Quotengarant…

13. Oktober 2007

Regierungskrise im Sudan

Abgelegt unter: Politik — Tags:, , , , — Remo Nemitz @ 18:20

Die Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) hat sich wegen Meinungsverschiedenheiten bei der Umsetzung des Friedensabkommens aus dem Jahr 2005 vorläufig aus der nationalen Einheitsregierung zurückgezogen.

Ein SPLA-Vertreter meinte, dass die Regierungsbeteiligung solange ausgesetzt ist, bis wir eine Lösung für die Meinungsverschiedenheiten gefunden wurden. Danach sei die SPLA bereit, mit neuen Ministern in die Regierung zurückzukehren. Laut SPLA sind die aktuellen Streitthemen die Demokratisierung des Sudan, eine genaue Grenzziehung zwischen Nord- und Südsudan, der Rückzug der Regierungstruppen aus dem südlichen Landesteil sowie ein Erdölgebiet, das vom Norden und Süden beansprucht wird.

Rebellengruppen im Südsudan (die SPLA seit 1983) führten von 1955 bis 1972 sowie von 1983 bis 2005 einen Unabhängigkeitskrieg gegen die Zentralregierung in Khartoum. Ausgelöst wurde der jahrzehntelange Bürgerkrieg unter anderem durch wirtschaftliche Interessen an Bodenschätzen im Südsudan, ethnische und religiöse Konflikte zwischen dem muslimisch geprägten Norden und dem christlich-animistischen Süden sowie durch verwehrten politischen Einfluss des Südens auf die Zentralregierung.

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