Trans-Afrika: Blog

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30. März 2009

Mayotte - Entscheidung für Frankreich

Abgelegt unter: Politik — Tags:, , , , , — Remo Nemitz @ 12:17

Am Sonntag entschieden sich 95,2 % der Bevölkerung von Mayotte für einen Zugehörigkeit zu Frankreich. Bestimmend für die Entscheidung war zum grössten Teil die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen auf der Insel. Der Ausgang des Referendums wurde vom Präsidenten Frankreichs, Nicolas Sarkozy als “historischer Moment für Mayotte” kommentiert.

Für den Volksentscheid waren ca. 72.000 Menschen wahlberechtigt, von denen jedoch weniger als erwartet teilnahmen (etwa 61 %). Nur ein geringer Teil der Bevölkerung stimmte gegen die Änderung des Status von Mayotte, nachdem die Insel nun 101 Département und fünften Übersee-Deépartement von Frankreich wird.

Die klare Entscheidung für Frankreich wurde weitgehend erwartet: mit dem Status als französisches Département gibt es für die Bewohner von Mayotte Anspruch auf höhere Sozialleistungen durch Frankreich, die Insel gehört mit Inkrafttreten des neuen Status im Jahr 2011 auch zur Europäischen Union (EU).

Zwar ist das grösstenteils muslimische Mayotte schon seit 1841 französisch, seit 1974 gibt es Diskussionen um den Status Übersee-Département. In diesem Jahr entschied sich die Bevölkerung der ehemaligen Kolonie für Frankreich, während die benachbarten Komoren Ansprüche auf Mayotte erhoben. Bis heute wird frankreich von den Komoren beschuldigt, Mayotte widerrechtlich besetzt zu halten. Die Afrikanische Union (AU) lehnte die Volksabstimmung ebenfalls ab.

Zu den grössten Gegenern gegen den Status als französisches Département gehören muslimische Geistliche, die befürchten, dass ihr Einfluss in einer Verwestlichung verlorengeht.

2. Februar 2008

Rebellenangriff auf Präsidentenpalast im Tschad

Abgelegt unter: Politik — Tags:, , , , , , — Remo Nemitz @ 14:10

Das französische Militär im Tschad sowie das deutsche Auswärtige Amt berichten von einer Rebellenarmee, die in die Hauptstadt, des Tschad, N’Djamena, eingetrungen ist. Frankreich und die USA bereiten ihre Staatsbürger im Tschad auf eine Ausreise vor.

“Seit Tagen marschieren sie in Richtung N’Djamena - heute sind die Rebellen nach Berichten des französischen Militärs in die tschadische Hauptstadt vorgedrungen. Ein Sprecher der französischen Armee erklärte, es sei in der Hauptstadt zu Zusammenstößen zwischen Rebellen und Regierungstruppen des Tschad gekommen. Etwa 1.000 bis 1.500 Aufständische hätten N’Djamena erreicht und zögen auf den Präsidentenpalast zu.

Zuvor hatte der Radiosender RFI berichtet, Augenzeugen hätten die Milizen im Osten und Süden der Stadt sowie am Parlamentssitz gesehen. Den Berichten zufolge waren Schüsse aus automatischen Waffen zu hören gewesen. Präsident Idriss Déby halte sich weiterhin in N’Djamena auf. “Die Rebellen sind am gewinnen”, schrieb eine ausländische Augenzeugin Berichten zufolge in einer einer E-Mail, die sie vom Gebäude einer westlichen Botschaft aus verschickte. Die Rebellen wollen nach eigener Aussage über eine Regierungsbeteiligung reden.”

Mehr im Spiegel

31. Oktober 2007

Hilfsorganisation entführt Kinder im Tschad

Abgelegt unter: Allgemein, Politik — Tags:, , , , , , — Remo Nemitz @ 12:07

Ich war ein paar Tage nicht online, daher erst jetzt kurz ein paar Gedanken zur “Rettung” von 103 Kindern aus Dafur.

Alle beteiligten Seiten triefen ja geradezu vor Heuchelei:

Heuchelei 1: Da ist die “Hilfsorganisation” L’Arche de Zoé (während der Tsunami-Katastrophe in Südostasien gegründet, später wurde die Tätigkeit nach Afrika verlagert), die angeblich Waisen aus Dafur (Sudan) rettet und in das sichere Frankreich bringt, dabei aber laut ihrem Anwalt etwas anarchisch vorgeht. Dadurch scheinen die Waisen keine Waisen und versehentlicherweise nicht aus dem Bürgerkriegsgebiet im Sudan sondern aus dem Tschad zu stammen. Die Hilfsorganistaton versuchte, per Krankenflug, die Kinder ausser Landes zu schaffen, nur wiesen sie keine Verletzungen auf.

Die Kinder sollten für 2.800 bis 6.000 Euro von französischen Familien gekauft aufgenommen werden.Das gute alte Kolonialverhalten: wir wissen, was gut für die Schwarzen ist und wenn sie es nicht verstehen, dann muss das eben hinter ihrem Rücken durchgezogen werden.

Sehr interessant sind die enormen Geldströme im globalen Hilfsbusiness (ein verbreiteter Glaube ist ja, dass der Zweck von Hilfsorganisationen”Hilfe” ist, bis auf wenige Ausnahmen ist es allerdings “Geld verdienen”, wenn etwas Zeit dafür ist, werde ich darüber ausführlich schreiben).

Die französische Regierung geht immerhin auf Distanz.

Heuchelei 2: Der Präsident des Tschad, Idriss Déby, fährt dann auch gleich ganz große Geschütze auf und spricht von Organhandel und Verkauf an Pädophile. Ausserdem besucht er die Kinder und sorgt sich um ihr Wohlergehen. Lächerlicher geht es kaum, in der Vergangenheit hat sich Debý keinen Deut in irgendeiner Form um die Bürger des Tschad gesorgt, hier winkt natürlich große Publicity und wohl auch ein weißes, europäisches Pfand in seiner Hand, Libyen hatte bulgarische Krankenschwestern (Gaddafi schaltet sich auch in diesem Fall wieder ein).

Heuchelei 3: Dann sind da noch die Medien: Afrika ist kein Thema in den Nachrichten, aber hier kommt man nicht vorbei: weiße Abenteurer im dunklen Herzen Afrikas (ob gut oder böse ist erstmal egal), schwarze Diktatoren (immer böse), der sterbende afrikanische Kontinent (Dafur, sehr gruselig), große Kinderaugen, die in die Kamera blicken (immer süß) = Quotengarant…

17. Oktober 2007

Bob Denard - berüchtigster Söldner Frankreichs gestorben

Abgelegt unter: Politik — Tags:, , , — Remo Nemitz @ 19:34

Bob Denard, der berüchtigte Leiter von zahlreichen Militärinterventionen und Umstürzen in Afrika, ist gestorben. Er wurde über lange Zeit als bewaffneter Arm der französischen Geheimdienste eingesetzt.

Denard war Soldat im französischen Krieg gegen Indochina und Algerien und Kolonialpolizist in Marokko. In den 60er Jahren machte sich Denard als Söldner selbständig. Sein Haupteinsatzgebiet waren die Schauplätze des Kalten Krieges. Er war an zahlreichen Putschversuchen und Bürgerkriegen vor allem in Afrika beteiligt (u.a. Biafra, Gabun, Angola, Zaire, Simbabwe, Benin). Für den französischen Geheimdienst waren die Einsätze von Denard eine gute Möglichkeit, ohne völkerrechtliche Verwicklungen auf ehemalige Kolonien einzuwirken.

Auf den Komoren war Denard an vier von 19 Putschversuchen beteiligt. 1975 entmachtete er in einem Putsch den Präsidenten Ahmed Abdallah und brachte ihn 1978 durch einen weiteren Putsch mit ganzen 50 Söldnern wieder an die Macht. 30 der beteiligten Söldner bildeten mit Denard die Präsidentengarde des Präsidenten Ahmed Abdallah. Denard nahm die komorische Staatsbürgerschaft an, kontrollierte die Wirtschaft der Komoren und wurde als inoffizieller König der Komoren angesehen. 90 Prozent der Staatseinnahmen gingen an Denard und seine Leute.

1991 verlor Denard die Unterstützung des französischen Geheimdienstes, 1993 wurde er wegen seiner Beteiligung am Putsch des Jahres 1977 zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

1995 unternahm er noch einen weiteren Putschversuch auf den Komoren, scheiterte jedoch, wurde erneut festgenommen und 2007 zu 4 Jahren Haft (drei davon auf Bewährung) verurteilt.

Am 13. Oktober 2007 starb Denard in Südfrankreich an Alzheimer.

Quelle: wikipedia

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