Trans-Afrika: Blog

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17. Februar 2008

Spiegel entdeckt Elend in Afrika

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , , , , , — Remo Nemitz @ 19:46

Der SPIEGEL nimmt sich heute der Ausbeutung in Afrika an: “Die Trümmerfrauen in Ghana”

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,535216,00.html

Im Artikel geht es um ghanaische Arbeiterinnen, die für Baustellen Granitblöcke mit einfachsten Mitteln zerkleinern.

Ehrlich gesagt bin ich über diesen Artikel ziemlich verärgert. Im Artikel soll dem Leser weisgemacht werden, dass der aus dem südafrikanischen Township Soweto stammende Fotograf Siphiwe Sibeko so ein Elend noch nie gesehen hat “obwohl er in armen Ländern wie Mosambik, Simbabwe, dem Sudan und Malawi Reportagen machte” und für die UNICEF an einem Fotobuch mitarbeitete.

HALLO? Wenn ein Fotograf sowas sagt, kann ich nur vermuten, dass er nie die Augen aufgemacht hat (was ja wohl das Schlimmste ist, was man über einen Fotografen sagen kann). Solche und ähnliche menschenunwürdige Arbeitsbedingungen hab ich in Afrika oft genug angetroffen. Die muss man nicht mal suchen.

Aber gut, sowohl Schreiber als auch Fotograf sind eigentlich Sportjournalisten, die für den Afrikacup nach Ghana gekommen und durch Zufall auf ein Sozialdrama gestossen sind. Aber warum publiziert der SPIEGEL dieses Geschwurbel: “Die Männer erkannten, dass sich neben der Welt des Fußballs ein Thema des beeindruckenden Lebensmuts anbot - und der Geschmeidigkeit, der Zähigkeit und des Gleichmuts junger Afrikanerinnen.”?

Jaja, in Afrika sind alle immer froh, egal wie schlimm es kommt…. Ausserdem sind ihre Körper so geschmeidig…

Und ganz wichtig ist auch, das sowohl im Text und Bild noch ein Kind vorkommt. Merke: mit Kindern und Tieren kannst Du nicht verlieren… 

Und was ist mit den Fotos?!? Gabs die nicht in besserer Qualität oder hat der SPIEGEL beim Komprimieren gemurkst? Die technische Qualität ist Mist und allgemein wirken die Bilder so zustandegekommen, wie im Text beschrieben: Im Vorbeigehen geknipst.

Ich lese den SPIEGEL ja noch gerne, aber die Boulevardisierung stört mich mehr und mehr. Es wird jetzt wohl spürbar, dass leitendes Personal früher mal bei BILD gearbeitet hat, viele Stories werden mir zu dünn und dumm.

4. Oktober 2007

Bushmänner / San

Abgelegt unter: Bilder, Völker — Tags:, , , , , , , , , — Remo Nemitz @ 16:54

Völker in Afrika - San/Buschmänner

Bushmen

Die San (früher oft Buschmänner genannt) sind die ersten Einwohner im südlichen Afrika. Die Zeitangaben über ihr erstes Auftreten in Afrika gehen weit auseinander und reichen von 10.000 bis 25.000 Jahren.

Sie lebten für Jahrtausende als Jäger und Sammler, bevor sie im 15. Jahrhundert von vorrückenden Bantu-Völkern und seit Mitte des 17. Jahrhunderts (Gründung von Kapstadt) von Europäern in immer lebensfeindlichere Regionen (z.B. die Kalahari) verdrängt wurden.

Gegenwärtig gibt es im südlichen Afrika (v.a. Botswana, Namibia, Südafrika und Angola) nur noch etwa 100.000 San und nur ein kleiner Bruchteil von ihnen verfolgt den traditionellen Lebensstil. Die meisten sind auf Farmen angestellt.

Obwohl das Volk kurz vor der Auslöschung steht, werden Zeichen ihrer Existenz noch lange überdauern. Über das gesamte südliche Afrika verstreut kann man ihre Felsmalereien und -gravuren finden.

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