Bild des Tages: Südafrika

Südafrika
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Krombacher und der Regenwald oder Warum man wegen Krombacher den WWF nicht mehr unterstützen sollte
Biertrinken und damit etwas Gutes tun - grossartig. Krombacher hatte 2002 diese geniale Marketingidee. TV-Moderator Günter Jauch will dem mündigen Verbraucher seitdem (gefühlt wesentlich zu oft) weismachen, dass man mit dem Kauf von bestimmten Bierkisten den Regenwald (genauer den Dzanga Sangha Nationalpark, Zentralafrikanische Republik) retten kann.
Toll!
Krombacher scheut für den mündigen Verbraucher keine Kosten und Mühen, sogar Dirk Steffens, offenbar “Umweltjournalist und Moderator von Natursendungen” (Pressemitteilung Krombacher) wurde nach Zentralafrika eingeflogen um staunend auf Gorillas zu schauen (sieht aus wie Kulisse, ist aber wahrscheinlich nur schlecht gefilmt;-)) Ganz grosses Kino.
Aber es lohnt sich ja für den Regenwald: pro Kiste wird für einen Quadratmeter Regenwald gespendet. Laut WWF wurden in der Kampagne 2008 etwa 9,9 Mio Kästen verkauft, dies entspricht also 9,9 km². Mal zum Vergleich: Potsdam, mein schönes Heimatstädtchen (deren Vorzüge auch Günter Jauch zu schätzen weiss…) ist fast 19 mal grösser.
Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass dieser winzigkleine Teil Potsdams (sagen wir mal Babelsberg) mitten im zentralafrikanischen Regenwald verschwindet … hm, naja, mal abgesehen davon, dass ich immer mal wieder das Gefühl habe, Babelsberg gehört im Regenwald versenkt, richtig sehen würde man es nicht.
So trägt Krombacher also zur Rettung des Regenwaldes bei. Wo wir gerade bei Vergleichen sind: Laut Spiegel kaufte Pearl Jam (machen Musik) auf Madagaskar 3.600 km² Regenwald, dies entspricht etwa dem 363fachen der Krombacher-Kampagne. Deren PR-Aktion beschränkt sich auf diese Meldung. Geradezu surreal, dieses Verhältnis von Nutzen und PR, oder?
Das Riesen-PR-Gedudel von Krombacher und deren Posterboys macht uns dagegen eine Regenwaldrettung weis, wenn es um peanuts geht.
Gültig ist immer noch die Schlussfolgerung von Lars Trebing in seinem lesenswerten Artikel:
“Die ganze Aktion hilft dem Regenwald geradezu lächerlich wenig, während sie andererseits die neu erworbene Position der Krombacher Brauerei als größter Brauerei Deutschlands festigt – und das Ganze mit dem »guten Namen« WWF drauf und dem guten Gewissen für den Endverbraucher, der Natur vermeintlich sehr zu helfen. Dabei könnte er mit einer Spende von 11,50 Euro soviel Regenwald schützen wie mit über 150 Kästen Krombacher Bier und würde gleichzeitig die Gefahr vorzeitigen Leberversagens meiden.
Ich habe für mich zwei Konsequenzen aus diesem endlos aufgeblasenen Marketing-Gag gezogen:
Stattdessen ist dem Regenwald bzw. dem weltweiten Ökosystem sehr viel mehr geholfen, wenn der eine oder andere vielleicht mal den Gegenwert eines Kastens oder auch nur einer Flasche Bier an eine Organisation spendet, die den Erhalt der Natur ernstnimmt und auf sinnvolle Art fördert, statt ihn nur groß auf ihre Fahnen zu schreiben. Meiner persönlichen Einschätzung nach kommen hier zum Beispiel der BUND und – wenn es speziell um den Regenwald geht – der »GEO«-Regenwaldverein in Frage.”
Prost!
Viele Touristen lieben die Baobab Bäume. Die skurrilen Riesen sind ein charakteristisches Merkmal des madagassischen Westens.
Baobabs werden auch als Affenbrotbäume bezeichnet. Die Gattung besteht aus acht Arten, die in Afrika, auf Madagaskar sowie im Nordwesten von Australien heimisch sind. Sechs Arten sind auf Madagaskar endemisch.
Der bekannteste Vertreter dieser Gattung ist der Afrikanische Affenbrotbaum oder Afrikanische Baobab, der zu den charakteristischsten Bäumen der afrikanischen Landschaften gehört.
Grund genug, auf dem Planet VaoVaoWeb eine kleine Serie mit Aufnahmen der majestätischen Baobab Bäume zu beginnen. Und die beginnt natürlich in der berühmten Baobab Allee bei Morondava.
Der SPIEGEL nimmt sich heute der Ausbeutung in Afrika an: “Die Trümmerfrauen in Ghana”
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,535216,00.html
Im Artikel geht es um ghanaische Arbeiterinnen, die für Baustellen Granitblöcke mit einfachsten Mitteln zerkleinern.
Ehrlich gesagt bin ich über diesen Artikel ziemlich verärgert. Im Artikel soll dem Leser weisgemacht werden, dass der aus dem südafrikanischen Township Soweto stammende Fotograf Siphiwe Sibeko so ein Elend noch nie gesehen hat “obwohl er in armen Ländern wie Mosambik, Simbabwe, dem Sudan und Malawi Reportagen machte” und für die UNICEF an einem Fotobuch mitarbeitete.
HALLO? Wenn ein Fotograf sowas sagt, kann ich nur vermuten, dass er nie die Augen aufgemacht hat (was ja wohl das Schlimmste ist, was man über einen Fotografen sagen kann). Solche und ähnliche menschenunwürdige Arbeitsbedingungen hab ich in Afrika oft genug angetroffen. Die muss man nicht mal suchen.
Aber gut, sowohl Schreiber als auch Fotograf sind eigentlich Sportjournalisten, die für den Afrikacup nach Ghana gekommen und durch Zufall auf ein Sozialdrama gestossen sind. Aber warum publiziert der SPIEGEL dieses Geschwurbel: “Die Männer erkannten, dass sich neben der Welt des Fußballs ein Thema des beeindruckenden Lebensmuts anbot - und der Geschmeidigkeit, der Zähigkeit und des Gleichmuts junger Afrikanerinnen.”?
Jaja, in Afrika sind alle immer froh, egal wie schlimm es kommt…. Ausserdem sind ihre Körper so geschmeidig…
Und ganz wichtig ist auch, das sowohl im Text und Bild noch ein Kind vorkommt. Merke: mit Kindern und Tieren kannst Du nicht verlieren…
Und was ist mit den Fotos?!? Gabs die nicht in besserer Qualität oder hat der SPIEGEL beim Komprimieren gemurkst? Die technische Qualität ist Mist und allgemein wirken die Bilder so zustandegekommen, wie im Text beschrieben: Im Vorbeigehen geknipst.
Ich lese den SPIEGEL ja noch gerne, aber die Boulevardisierung stört mich mehr und mehr. Es wird jetzt wohl spürbar, dass leitendes Personal früher mal bei BILD gearbeitet hat, viele Stories werden mir zu dünn und dumm.
In Simbabwe hat ein Löwe drei Menschen getötet. Örtlichen Zeitungen berichteten am 15. Januar 08, dass sich das Unglück in bei Guruve im Norden Simbabwes ereignete. Die Überreste der drei Opfer sind im Unterschlupf des Löwen gefunden worden, der sich nur ca. 300 Meter vom Haus der Opfer entfernt befand.Das erste Opfer, ein 25-jähriger Mann, wurde vom Löwen angegriffen, als er am Abend sein Haus verliess. Danach griff die Raubkatze einen 73-jährigen Mann an, der von einer Reise heimkehrte. Ein Verwandter beobachtete den Angriff des Löwen und holte Hilfe. Als diese herbeikamen, griff der Löwe erneut an, und tötete einen 80-Jährigen und schleppte ihn in sein Versteck.
Erst Polizei und Angestellte des Nationalparks konnten das Tier erlegen.
Zwischen dem 22. Februar und 23. März 2003 wurden in der algerischen Sahara 6 Touristengruppen entführt (32 Personen, davon 16 Deutsche, 10 Österreicher, 4 Schweizer, ein Schwede und ein Niederländer).
17 der Geiseln wurden Mitte Mai vom algerischen Militär befreit, die restlichen Geiseln wurden am 18. August nach Verhandlungen freigelassen. Eine der deutschen Geiseln starb während der Geiselhaft.
Ingo Bleckmann, eine der damaligen Geiseln, gab im Echo ein Interview zu dieser Zeit in Gefangenschaft:
“Bereits über eine Woche ist die Reisegruppe von acht Österreichern in der algerischen Wüste unterwegs. Ein Sandsturm lässt die Geländewagen nur langsam vorwärts kommen. Es ist heiß, sehr heiß. Der feine Sand kriecht durch die geschlossenen Fenster, die Tücher vorm Gesicht helfen kaum. Es ist, als ob die Sandkörner bis in die Lunge kriechen würden, fast glaubt man, daran zu ersticken. Der Sand ist überall, kaum zwei Meter beträgt die Sicht. Plötzlich taucht aus dem undurchdringlichen Sandsturm ein Auto auf. Ein Wagen mit deutschem Kennzeichen, Sandbleche dran, vollkommen harmlos aussehend, wie alle Touristenautos in der Wüste. Die Spiegelung der Luft lässt die Windschutzscheiben reflektieren, niemand sieht, was sich dahinter verbirgt. „Sonst wären wir damals vielleicht nicht ausgestiegen“, meint Ingo Bleckmann heute. Damals, das war der 23. März 2003, der Tag als Ingo Bleckmann und seine Sahara-Freunde in die Gewalt von Geiselnehmern geraten. „Wir wollten die vermeintlichen Touristen fragen, ob der Sandsturm in der Richtung, aus der sie kommen, auch so arg wäre. Als wir alle versammelt um das Auto standen, sprangen die Türen auf. Die bärtigen, in zerlumpten Gewändern und mit Kalaschnikows bewaffneten Gestalten haben uns vor Schreck erstarren lassen,“ schildert Bleckmann die dramatische Situation der Entführung.”
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