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21. Dezember 2007

Zuma kommt: Südafrika vor dem Untergang?

Abgelegt unter: Politik, Südafrika — Tags:, , , , — Remo Nemitz @ 15:34

Nach der Wahl von Zuma zum Parteichef des ANC in Südafrika malen verschiedene Teilzeit-Schwarzmaler und Vollzeit-Meckerer in einigen Afrika- und Südafrikaforen ja den Teufel bzw. den Untergang von Südafrika an die Wand.

Mir drängt sich der Eindruck auf, dass es bei einigen Forenschreibern garnicht um Südafrika an sich geht, sondern um die Marginalisierung der ehemaligen weissen Herrscherschicht der Apartheid. Der Tenor ist immer, dass damals (also in der Apartheid, das muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen…) alles besser war: heutzutage steigt die Kriminalität, Krankheiten breiten sich aus, Weisse werden rausgeekelt.  Zuma wird von diesen Kandidaten jetzt als Aufhänger genutzt, eine Simbabwisierung der Verhältnisse in Südafrika herbeizuphantasieren.

Eine angenehm unaufgeregte Analyse bietet dagegen die Welt vom 20.12.:

Südafrika ist uns Europäern ähnlicher, als viele glauben. Sein Wandel ähnelt jenem, den wir in Ostmitteleuropa nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erlebten. Der Staatskommunismus brach zusammen, Marktwirtschaft und Demokratie bahnen sich seither ihren mühsamen Weg. Am Kap der Guten Hoffnung bedeutete dies die Ideologie der Apartheid, die den Zusammenbruch des Kalten Krieges nicht überlebte. Russland hatte seinen Gorbatschow, die Südafrikaner Nelson Mandela. Seither ist einige Zeit vergangen. Auf Gorbatschow folgte Jelzin, dann Putin. Mandela, zum Heiligen verklärt, überließ dem nüchternen Apparatschik Thabo Mbeki die Macht. Der verlor, besonders was seinen fahrlässigen Umgang mit der Geißel Aids als auch die moralische Dimension Simbabwes angeht, international stark an Ansehen. Im Innern warf man seinem wirtschaftsfreundlichen Flügel vor, die Interessen der Mehrheit der Schwarzen nicht genügend berücksichtigt zu haben. Wie eine historisch nachholende Wut hat sich nun Jacob Zuma nach vorne katapultiert. Natürlich ist hier viel linksromantisches wie auch rassistisches Ressentiment am Werk. Zuma klingt nach postkolonialem Rächer, wie man es aus anderen afrikanischen Ländern zur Genüge kennt.

Mehr in der Welt.

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