Namibia: Herero und Nama fordern deutsche Wiedergutmachung
In Namibia haben Repräsentanten der Herero-und Nama-Völker gemeinsame Forderungen zur Entschädigung für ein Massaker durch kaiserlich-deutsche Truppen anfangs des 20. Jahrhunderts präsentiert.Das Positionspapier sieht den Kauf von Land, den Bau von Schulen und Gesundheitszentren, Strassen, Kulturzentren, Bildungseinrichtungen und deren Folgefinanzierung vor.
Mit dem neuen Anlauf und den Nama als Verbündeten habe der Herero-Häuptling Kuaima Riruako den Reparationsforderungen «weiteren Schwung» gegeben, schrieb die in der Hauptstadt Windhuk erscheinende «Allgemeine Zeitung» am Donnerstag.
Der Schiessbefehl des Generals Lothar von Trotha gegen die Herero (1904) und die Nama (1905) stelle «im Sinne des internationalen Rechts ein Völkermordverbrechen» dar, «für das wir eine gerechte Wiedergutmachung fordern», zitiert die Zeitung aus dem Dokument.
Nachdem das namibische Parlament einem Reparationsantrag des Herero-Häuptlings Riruako im Oktober 2006 Rückendeckung gegeben hatte, fordert dieser jetzt Gespräche. «Der Ball ist nun in der deutschen Hälfte», sagte Riruako den Angaben zufolge. Das Dokument solle an die Bundesregierung und das deutsche Parlament weitergeleitet werden.
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Es ist schon verwunderlich, dass nicht schon längst eine offizielle Wiedergutmachung stattgefunden hat. Da ich selbst in den 60iger Jahren in Namibia gewesen bin, habe ich interessiert die Geschicke des Landes verfolgt. Ich bin der Überzeugung, dass besonders viel Entwicklungshilfe und dergleichen nach Namibia geflossen, sicher aus einem Verantwortungsgefühl für Greueltaten der deutschen Kolonialisten heraus. Eine offizielle Wiedergutmachung, schon alleine als Geste, sollte auf jeden Fall erfolgen.
Kommentar von Uwe — 8. Januar 2008 @ 18:58